Zielobjekt Rechts – Wie die Stasi die westdeutsche Neonaziszene unterwanderte

Via „Antifa-Infoblatt“:

Am Vormittag des 30. November 1982 öffnet sich eine elektrisch betriebene Tür der Haftanstalt im niedersächsischen Celle. Ein mittelgroßer junger Mann, 27 Jahre alt, tritt heraus. Er ist etwas füllig um die Hüften, hat ein rundes Gesicht unter kurzgeschnittenem dunklem Haar. Der Mann ist Michael Kühnen, der gerade eine vierjährige Haftstrafe wegen Volksverhetzung und Verbreitung von neofaschistischen Propagandamaterialien abgesessen hat. Im sogenannten Bückeburger Prozess 1978/79, dem ersten Strafverfahren in der Bundesrepublik, in dem Rechtsextremisten als Terroristen verurteilt wurden, war er mit der geringsten Strafe aller sechs Angeklagten davongekommen. Vor den Mauern der Justizvollzugsanstalt Celle I blickt sich Kühnen suchend um, dann entdeckt er ein Taxi mit Braunschweiger Kennzeichen. Kühnen geht zielsicher auf das Fahrzeug zu, steigt ein und fährt los. Irgendwann an diesem Tag wird er das Taxi in Hamburg wieder verlassen. Wie lange die Fahrt dauert, was in dem Auto besprochen wird und ob man vielleicht sogar eine Pause unterwegs einlegt, ist nicht bekannt. Nur das Kennzeichen des Taxis ist überliefert: BS-EK 528.

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