Bündnis für Demokratie und Toleranz: Aufruf zur Europawahl am 26. Mai 2019

Aufruf des Bündnisses für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf zur Europawahl am 26. Mai 2019:

Die Europäische Union steht für gemeinsame Werte wie Frieden, Freiheit und Demokratie sowie die Überwindung von Nationalismus. Für Bürger*innen der Mitgliedsstaaten sind die Vorteile des Zusammen-wachsens praktisch erfahrbar. So sind Reisen in der EU ohne zeitaufwändige Passkontrollen möglich. In den meisten Mitgliedsstaaten entfällt wegen der gemeinsamen Währung das lästige Umtauschen und Umrechnen.

Begonnen hat die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit europäischer Staaten als Lehre aus den Gräueln des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges. Der Austausch über die unterschiedlichen Traditionen und Politiken war in den Mitgliedsstaaten auch Motor für innenpolitische Veränderungen. Deutschland beispielsweise wäre in Sachen Gleich-stellung der Geschlechter und Diskriminierungsschutz ohne die Anstöße aus der EU längst nicht so weit gekommen. Und: Die Vereinigung beider deutscher Staaten wäre ohne Einbindung in eine verbindliche europäische Staatengemeinschaft nicht denkbar gewesen.

Auch die Menschen in unserem Bezirk profitieren von der EU. Mit EU-Geldern sind u.a. gefördert:

  • Schulen und Kitas
  • Bildungs-, Beratungs- und Begegnungsstätten in den Kiezen wie das Haus Babylon
  • Spielplätze
  • Einrichtungen zur gesundheitlichen Versorgung angesichts einer alternden Gesellschaft
  • Freizeitangebote wie der Wuhlewanderweg, die Gärten der Welt und der Wiederaufbau des Schlosses Biesdorf
  • das „Zukunftsdiplom für Kinder“ in Marzahn-Nordwest

Bei nicht wenigen Bürger*innen schwindet allerdings das Vertrauen in die EU. Unübersehbar ist beispielsweise die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in den EU-Mitgliedsländern. Der Krieg in Ex-Jugoslawien, der damit verbundene Völkermord und auch die Beteiligung europäischer Staaten an Militäreinsätzen weltweit lassen bei manchen Menschen den Glauben an das Friedenswerk Europa schwinden. Und nicht zuletzt die menschenrechtswidrige Abschottung der „Festung Europa“ gegen Menschen, die vor Krieg und Elend fliehen, lässt einige sogar daran zweifeln, dass die gesamte EU für die von ihr selbst erklärten Werte wirklich steht.

Dennoch: Diese Europäische Union ist die beste, die wir je hatten. Dies gilt es, gerade in Zeiten zunehmender sozialer und politischer Polarisierung und antieuropäischer Tendenzen immer wieder zu betonen. Weiterlesen …

Aufruf zur Beteiligung an Fotoprojekt zum Thema 40 Jahre Demokratieentwicklung in Marzahn-Hellersdorf

Im Rahmen der Vorbereitungen zum diesjährigen bezirklichen Demokratiefest „Schöner Leben ohne Nazis“ am 7.9.2019 auf dem Alice-Salomon-Platz, hat die Arbeitsgruppe des Bündnisses für Demokratie und Toleranz in Marzahn-Hellersdorf die Idee entwickelt zum 40. Geburtstag unseres Bezirkes und des 30. Jahrestages der „Wende“, eine Ausstellung zum Thema Demokratieentwicklung zu machen.

Wir möchten alle Bürger*innen in Marzahn-Hellersdorf dazu aufrufen in ihren privaten Archiven und/oder Unterlagen nach Bildmaterial, Zeitungsartikeln, Flyern, Plakaten oder ähnlichem zum Thema Demokratie(entwicklung) in Marzahn-Hellersdorf zu suchen und uns gegebenenfalls das entsprechende Material zur Umsetzung unserer Ausstellungsidee zur Verfügung zu stellen.

Ihre Impressionen bzw. Materialen können einen tollen Beitrag dazu leisten, ein vielseitiges Bild der Demokratieentwicklung in unserem Bezirk widerzuspiegeln. Egal ob politische Jugend- und Subkulturen noch zu DDR-Zeiten in den 80ern oder auch in der Nachwendezeit, verschiedene Protestformate (Anti-Hartz-IV-Proteste über Antinaziproteste bis hin zu Mieter*innenprotesten u.a.) oder selbstorganisierte Beteiligungsmodelle in den einzelnen Stadtteilen – all das soll abgebildet werden, um die Diversität der Demokratieentwicklung in Marzahn-Hellersdorf aufzuzeigen. Natürlich können hierzu auch die Schattenseiten zählen (z.B. militante Naziszene oder Hooligans).

Wir werden mit Ihrer Hilfe versuchen die ganze Bandbreite der Demokratieentwicklung in den vergangenen 40 Jahren abzubilden. Um ein möglichst vollständiges und diverses Bild vermitteln zu können, sind wir allerdings auf Ihre aktive Zuarbeit angewiesen!

Bitte senden Sie Ihr Material (inklusive einer Einverständniserklärung zur Veröffentlichung – siehe: https://www.mahe40.berlin/upload.php) via E-Mail an Martin Kleinfelder vom Roten Baum: demokratie@roter-baum.berlin

Mit solidarischen Grüßen & vielen Dank für Ihr Engagement

Arbeitsgemeinschaft „Schöner Leben ohne Nazis“

Das Festkomitee verlost dann am 7.9.2019 unter den Teilnehmer*innen mehrere kleine Preise!

Nachgefragt #6 erschienen!

Die neueste Ausgabe der spannenden Interviewreihe ist erschienen. Im Gespräch mit Silke Radosh-Hinder (u.a. Kreisjugendpfarrerin in Berlin Stadttmitte) und Christian Staffa (u.a. Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche/ Bildung an der Evangelischen Akademie zu Berlin) gehen wir der Frage nach, wie sich seitens der Kirche mit einem von rechtspopulistischen Akteur_innen propagierten christlich-abendländischen Weltbild auseinandergesetzt wird.

Wie kann sich Kirche deutlich gegen Theorien der Ungleichwertigkeit positionieren und eine demokratische Streitkultur fördern?

Das ausgesprochen spannende Interview kann hier nachgelesen werden.

Erster Newsletter der Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung Marzahn-Hellersdorf ist erschienen!

Liebe Leser*innen,
 
herzlich willkommen zum ersten Newsletter der Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung Marzahn-Hellersdorf im Jahr 2019.
 
Ab sofort möchten wir Euch alle 2 Monate in einer Übersicht darüber informieren, was in unserem großen Bezirk im Bereich der Zivilgesellschaft und demokratischen Teilhabe so alles los ist.
 
Der Newsletter soll in Zukunft vielfältige Aktivitäten in unserem Bezirk spiegeln. Um ein möglichst vollständiges Bild aufzuzeigen, sind wir auch eure Beteiligung angewiesen.
Wenn Ihr interessante Informationen, Ankündigungen und/oder Termine für uns haben solltet, sendet diese bis spätesten 15.4.2019 an unsere Mailadresse: ponte@pad-berlin.de
 
Wir hoffen, dass wir mit unserem Newsletter einen Teil dazu beitragen können, dass der Informationsaustausch und die gegenseitige Vernetzung im Bezirk zukünftig noch besser wird! Wir freuen uns auf eine erfolgreiche & solidarische Zusammenarbeit und wünschen Euch viel Spaß beim lesen!
Zum Newsletter geht es hier.
 

Internationaler Aktionstag gegen Rassismus – Aufruf zur Beteiligung aus Marzahn-Hellersdorf

Das Bündnis Aufstehen gegen Rassismus Berlin ruft mit Unterstützung der Kiezgruppe gegen Rassismus Marzahn und dem Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf auf: Am 16. März, dem internationalen Aktionstag gegen Rassismus gehen Menschen weltweit in über 50 Städten auf die Straße, um ein starkes Signal auszusenden: Gemeinsam sind wir stark – gegen Rassismus, Nationalismus und Faschismus.

Auch in Deutschland haben rassistische Anfeindungen, Hass und Hetze sowie rechte Gewalt zugenommen. Der Aufstieg der AfD hat die Grenzen des Sagbaren und politisch Machbaren weit nach rechts verschoben und ermutigt gewalttätige rassistische, rechte und faschistische Bewegungen.
Deshalb laden wir ein, auch in Berlin zu demonstrieren – gegen Rassismus in Politik und Alltag, gegen den Aufstieg der extremen Rechten, gegen die Militarisierung der EU-Außengrenzen.

Für eine solidarische Welt. Für alle, überall!

Marzahn-Hellersdorf wird bei der Demo wieder mit Extra-Schildern auftreten.
Treffpunkt zur gemeinsamen Anreise: 13 Uhr Warschauer Straße zwischen S- und U-Bahnhof; Abfahrt 13.26 Uhr mit der U-Bahn zum Wittenbergplatz

FB-Event hier.

Solidarische Kieze statt rassistischer Hetze & Gewalt – Wir sind bunt und weltoffen!

Berlin, den 12.2.2019

Pressemitteilung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz

Solidarische Kieze statt rassistischer Hetze & Gewalt – Wir sind bunt und weltoffen!

Mit Erschrecken mussten wir als Bündnis für Demokratie und Toleranz am vergangenen Wochenende der Presse Nachrichten über gleich zwei rassistisch motivierte Übergriffe in Marzahn und Hellersdorf entnehmen:

„Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, schlugen und beleidigten am Sonnabend drei unbekannte Jugendliche einen Zwölfjährigen auf einem Sportplatz in Hellersdorf, nachdem sie ihn gefragt hatten, ob er Ausländer sei. Zwei der Jugendlichen sollen den Jungen festgehalten, der dritte ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, so dass er zu Boden gegangen sei. Am Boden soll er getreten worden sein. Laut Polizei hat der Junge die deutsche Staatsangehörigkeit; sie machte keine Angaben darüber, ob er einen Migrationshintergrund hat.“

Bereits am Freitag waren in Marzahn zwei syrische Mädchen im Alter von 15 und 16 Jahren am Helene-Weigel-Platz am Nachmittag von einem Unbekannten beleidigt und mit der Faust mehrfach ins Gesicht geschlagen worden. Die Jugendlichen wurden im Krankenhaus ambulant behandelt“ (Quelle:https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/berlin-hellersdorf-rassistische-attacke-kind-geschlagen-und-getreten/23969954.html)

Wir verurteilen diese rassistischen Attacken auf das Schärfste, insbesondere weil die Opfer Kinder oder Jugendliche sind, und solidarisieren uns an dieser Stelle mit den Betroffenen!

Unser Bündnis appelliert an alle im Bezirk lebenden Menschen, auch weiterhin gemeinsam für solidarische Kieze und gegen Rassismus und Gewalt in jeglicher Form einzutreten, um ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen.

Marzahn-Hellersdorf ist ein Ort der Vielfalt – Wir sind und bleiben bunt und weltoffen!

Henny Engels und Beatrice Morgenthaler im Namen des Bündnisses für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf

Hier gibt es die Pressemitteilung als pdf-Download: BfDT M-H (PM 32)_Solidarische Kieze statt rassistischer Hetze

Auf der Website der Bezirklichen Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung in Marzahn-Hellersdorf gibt es zudem noch eine kleine Presseschau zu den beiden rassistischen Attacken: http://ponte.pad-berlin.de/hellersdorf-rassistische-attacke-kind-geschlagen-und-getreten/

Demokratieverständnis: Die neue Rechte und die Erinnerung an die DDR

Der ehemalige Polis*-Leiter Raiko Hannemann im Gespräch mit dem „Deutschlandfunk“ – u.a. geht es um die aktuelle Studie von Hannemann u.a. zum Thema Demokratiedistanz in Marzahn-Hellersdorf:
Wieso ist der Zuspruch für rechtspopulistische Strömungen im Osten Deutschlands derzeit besonders groß, das Vertrauen in die Volksparteien dafür umso kleiner? Eine aktuelle Studie scheint den zunehmenden Wunsch nach einer autoritären Führung zu belegen. Historiker suchen nach geschichtlichen Ursachen für die Konjunktur demokratiefeindlicher Positionen.
Die aktuellen Zahlen der Autoritarismus-Studie der Universität Leipzig lassen aufhorchen. Demnach befürworten immerhin sieben Prozent der Ostdeutschen die Schaffung einer rechtsautoritären Diktatur, im Westen sind es 2,7 Prozent. Rund ein Drittel der Ostdeutschen vertreten der Studie zufolge eine „manifest ausländerfeindliche Einstellung“, gegen ein knappes Viertel im Westen. Durchlebt der Osten Deutschlands eine Krise von Demokratie und Rechtsstaat? Die methodisch umstrittene Untersuchung der Uni Leipzig scheint dies nahezulegen. Aber wie erklärt sich der Erfolg rechtspolitischer Bewegungen im Osten? Das Phänomen allein auf das Fehlen einer demokratisch gesinnten Zivilgesellschaft zurückzuführen, lehnt der Berliner Historiker Raiko Hannemann entschieden ab.

Einladung: Fachtag „Soziale Arbeit und die Bedrohung durch Rechtspopulismus“ 13.03.2019 Freizeitforum Marzahn | 10-17 Uhr

Liebe Kolleg*innen,

hiermit möchten wir Sie recht herzlich zu unserem sechsten Fachtag für Kinder- und Jugendsozialarbeiter*innen aus den Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Pankow und Treptow-Köpenick einladen (an der Organisation beteiligt sind u.a. die Fach- und Netzwerkstelle Moskito aus Pankow, die Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke aus Lichtenberg-Hohenschönhausen, das Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick, die Amadeu Antonio Stiftung, die Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung Marzahn-Hellersdorf, die Partnerschaften Marzahn und Hellersdorf und ju:an – Praxisstelle Antisemitismus und rassismuskritische Jugendarbeit):

Grenzenlos gestärkt in den Alltag
Soziale Arbeit und die Bedrohung durch Rechtspopulismus

Mittwoch, 13. März 2019, 10:00 – 17:00 Uhr
Freizeitforum Marzahn
Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin

Seit der Berlin-Wahl im Jahr 2016 gerät Soziale Arbeit verstärkt in den Fokus rechtspopulistischer Parteien in unserer Stadt. Menschenrechtsorientierte und diversitätsbetonte Soziale Arbeit sowie kritische politische Bildungsformate werden dabei als „linksextrem“ verunglimpft und angegriffen. Der Druck auf Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, ihre fachliche Arbeit legitimieren zu müssen, nimmt weiter zu.

Wie können wir den rechtspopulistischen Angriffen ein demokratisches und solidarisches Verständnis von Gesellschaft entgegensetzen? Wo können und müssen wir ausgrenzenden und diskriminierenden Entwicklungen entgegenarbeiten? Auf welche Erfahrungen greifen wir dabei zurück? Wir werden uns den daraus folgenden Fragen und Herausforderungen fachlich und kollegial widmen.

Im Anhang finden Sie das detaillierte Programm. Da die Teilnehmendenzahl aufgrund der Räumlichkeiten begrenzt ist, bitten wir um eine verbindliche Anmeldung bis zum 01.03.2019 an: moskito@pfefferwerk.de

Plakat und Programm als Download:

190123_ Flyer_Fachtag_Grenzenlos

190123_Einladung_Fachtag_Grenzenlos