Ungleichheit in Deutschland auf Höchststand

Das „Migazin“ schreibt:

Die Kluft zwischen den Einkommen ist laut einer Untersuchung in Deutschland so groß wie nie zuvor – trotz der guten wirtschaftlichen Entwicklung in den vergangenen Jahren. Experten fordern mehr Deutschkurse für Migranten.

Die Einkommen sind laut einer Erhebung der Hans-Böckler-Stiftung in Deutschland so ungleich verteilt wie noch nie. Der Gini-Koeffizient, das gängigste Maß für Einkommensungleichheit, habe Ende 2016 mit einem Wert von 0,297 um zwei Prozent höher gelegen als 2005, wie eine am Montag in Düsseldorf veröffentlichte Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Stiftung zeigt. Im Vergleich zum Ende der 1990er-Jahre sei die Kennzahl sogar um rund 19 Prozent gestiegen. Politiker der SPD und der Linkspartei sehen Handlungsbedarf.

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Immer mehr Menschen nutzen Lebensmittel-Tafeln

Das „Migazin“ berichtet:

Die Tafeln in Deutschland vermelden einen deutlichen Nutzeranstieg um zehn Prozent. Dramatisch ist der Anstieg bei den Rentnern. Bei Flüchtlingen hingegen wurde ein Rückgang verzeichnet.

Die Zahl der Lebensmitteltafel-Nutzer ist im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf aktuell 1,65 Millionen Menschen angestiegen. Besonders dramatisch sei der Anstieg bei den Senioren um 20 Prozent, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Tafel Deutschland, Jochen Brühl, am Mittwoch in Berlin. Völlig inakzeptabel sei auch die Zunahme von Kindern und Jugendlichen bei den Tafeln. Fast 50.000 junge Menschen mehr, ein Plus von zehn Prozent, sind demnach auf die Unterstützung mit Lebensmitteln angewiesen. Insgesamt liegt der Anteil von Kindern und Jugendlichen bei 30 Prozent der Tafel-Nutzer.

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Jugendliche in Ost und West leben grundverschieden

Die „Beltower News“ berichten:

Die einen haben Angst vor „dem Islam“, die anderen vor dem Klimawandel: 30 Jahre nach dem Mauerfall bestimmt die Herkunft aus Ost- oder Westdeutschland das Weltbild junger Menschen stärker als gedacht. Dies zeigt die Studie „Kinder der Einheit – same, same but (still) different“.

„Kinder der Einheit – same, same but (still) different“ ist der Titel der vierten McDonalds-Ausbildungsstudie. Im Frühling 2019 wurden rund 1.600 junge Menschen von 15 bis 25 Jahren in Deutschland nach einer eigenen Einschätzung ihrer Perspektiven, Erwartungen und Wünsche interviewt. Die Ergebnisse geben einen aufschlussreichen Einblick darauf, wie die Generation Z ihre Zukunft und Gegenwart wahrnimmt.

Die alle zwei Jahre stattfindende Studie, die das Institut für Demoskopie Allensbach durchführt, befasst sich mit Themen von der anbahnenden Digitalisierung über die eigene Einschätzung der Aufstiegsmöglichkeiten bis zu den persönlichen Sorgen der Befragten. Es wurden außerdem wichtige gesellschaftliche Streitpunkte angesprochen, wie die Ungleichheit der Geschlechter am Arbeitsplatz oder das Misstrauen in die Politik.

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„Darauf kommt es an! Jugendarbeit für Menschenrechte und Demokratie“ – Rechtsextremismusprävention durch jugendkulturelle Zugänge

Aktuelle Broschüre zur Arbeit von cultures interactive veröffentlicht

Jugend- und Jugendsozialarbeit mit all seinen Facetten im Gemeinwesen, in Jugendklubs, in Streetwork, an Schulen und in der Berufsorientierung stehen vor Herausforderungen. Heute mehr denn je ist Jugendarbeit aufgerufen, Äußerungen von gruppenbezogenem Hass sowie offen Demokratie ablehnenden Äußerungen pädagogisch und präventiv zu begegnen. Dabei gilt es, Menschenrechte und demokratische Haltungen zu stärken.

cultures interactive e. V. arbeitet seit nahezu 20 Jahren an der Frage, wie man über jugendkulturelle Zugänge – bzw. durch kreativ praktizierte Jugend(kultur)arbeit – demokratisches und menschenrechtliches Handeln von Jugendlichen fördern kann. Dies umfasst auch Prävention von Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Die Broschüre möchte die Potentiale von Jugend(kultur)arbeit im Kontext von politischer Bildung, Empowerment und Extremismusprävention aufzeigen und dazu ermutigen, die Ansätze als Mittel der Demokratieförderung und Menschenrechtsbildung in der eigenen Praxis einzusetzen.

Die Broschüre kann auf der Homepage von cultures interactive e. V. runtergeladen werden (http://www.cultures-interactive.de/…/2019_CI_Darauf%20kommt…) und ist ebenfalls als gedrucktes Exemplar verfügbar.

Oskar Negt: „Humanität setzt Bindungen voraus, die der Kapitalismus zerstört“

Via „Frankfurter Rundschau“:

Ein Gespräch mit dem Sozialphilosophen Oskar Negt anlässlich seines 85. Geburtstags.

Die politische Bildung steht heute vor enormen gesellschaftlichen Herausforderungen. Es wird die Krise der Demokratie konstatiert, rechtspopulistische Bewegungen und Parteien erstarken und die Folgen der Finanzkrise 2008 scheinen bis heute nachhaltig auf die gesellschaftspolitische Wirklichkeit und deren Wahrnehmung zu wirken. Sie haben mal formuliert, dass der Begriff der Politik ein Mangelphänomen der Linken sei, und sich folgerichtig dem Politikbegriff zugewandt. Mit welchem Politikverständnis arbeiten Sie?

In dem Band „Maßverhältnisse des Politischen“ geht es um die Frage der ursprünglichen Konnotation von Politik. Der Gesamtzusammenhang der Gesellschaft, grob gesprochen, wäre Politik. So wie Plato das vorführt: Das sind nicht Einzelteile, das sind nicht Verfassungen, sondern Politik ist die Sorge um den Zusammenhalt menschlicher Stadtgesellschaften.

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Sommer der Solidarität gestartet

Via „Neues Deutschland“:

Das Bündnis »unteilbar« feiert mit einer Demonstration in Leipzig Premiere in Sachsen

Eigentlich haben sie nicht viel gemeinsam: Lea Antoni ist 15 und war noch nie auf einer Demonstration. Petra Andreasen ist zwei Generationen älter, aus Lüneburg angereist und schon ihr ganzes Leben politisch aktiv. Sie trägt ein Schild mit der Aufschrift »Omas gegen rechts«. Antoni und Andreasen laufen am Samstag bei »unteilbar« in Leipzig mit. Das Bündnis hatte im Oktober 2018 rund 240.000 Menschen in Berlin auf die Straße gebracht. Mit der Demo in Leipzig will es jetzt in Sachsen einen »Sommer der Solidarität« einläuten. Auch wenn man es nicht so deutlich sagt: Die Aktionen sind ein Versuch, das gesellschaftliche Klima vor den Landtagswahlen in drei ostdeutschen Bundesländern im Herbst zu verändern, den flüchtlingsfreundlichen und solidarischen Teil der Gesellschaft stark und sichtbar zu machen. Zugleich will »unteilbar« ausdrücklich keine »Parteipolitik« machen.

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Einwanderung vor allem in arme Stadtviertel

Das „Migazin“ berichtet:

Einwanderer zieht es in Deutschland vor allem arme und sozial benachteiligte Stadtviertel. Das ist das Ergebnis einer aktuellen WZB-Studie. Forscher sprechen von einer ungleichen Integrationslast.

Die soziale Spaltung nimmt in vielen deutschen Städten weiter zu. Der Anteil von Ausländern ist besonders in den sozial benachteiligten Stadtteilen gestiegen, wie eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) zeigt. Für 86 Städte wurde untersucht, wie sich Einwanderer im Zeitraum von 2014 bis 2017 in den Städten räumlich verteilen.

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Unzufriedenheit mit Demokratie im Osten doppelt so hoch

Das „Migazin“ berichtet:

Auf Werte wie Gleichheit, Freiheit und Chancengerechtigkeit können sich die meisten Menschen in Ost- und Westdeutschland einigen. Doch bei der Zufriedenheit mit der Demokratie zeigen sich in einer Umfrage große Unterschiede.

Ostdeutsche sind deutlich unzufriedener mit dem politischen System in Deutschland als Menschen im Westen. Wie eine am Mittwoch in Berlin veröffentlichte Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung ergab, sind mit 28 Prozent fast doppelt so viele Ostdeutsche unzufrieden mit der Demokratie wie Westdeutsche mit 15 Prozent. Dennoch will laut der repräsentativen Umfrage nur eine kleine Minderheit von vier Prozent die Demokratie in Deutschland abschaffen.

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Über Solidarität in neoliberalen Zeiten: Vorwärts und fast vergessen

Via „Jungle World“:

Auf der Suche nach dem verlorenen Wir: Der Soziologe Heinz Bude plädiert für eine neue Kultur der Solidarität.

Im Arsenal der politischen Begriffe ist Solidarität sicherlich einer der ganz großen. Solidarität kann individuelles Verhalten ebenso beschreiben wie massenhafte Aktion, sie kann spontane Praxis genauso meinen wie einen dauerhaften sozialen Zusammenhalt. Sie wird als anthro­pologische Konstante, als etwas allen Angeborenes ebenso begriffen wie als Kampfbegriff, dessen Verwirklichung stets angemahnt und ein­gefordert werden muss. Solidarität kann staatliche Umverteilungsmaßnahmen beschreiben, sie kann aber auch alltägliche, von Mitgefühl und Empathie getragene Handlungen ohne jeden institutionellen Rahmen meinen.

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