Studie: Ausländeranteil an Wohnort hat Einfluss auf Wahlbeteiligung

Via „Migazin“:

Wer in einer Nachbarschaft mit einem hohen Ausländeranteil lebt, geht laut einer aktuellen Studie weniger wählen. Dem Politikwissenschaftler André Förster zufolge hängt das mit versärkten sozialen Konflikten in Vierteln mit vielen verschiedenen Nationalitäten zusammen.

Der Ausländeranteil in einem Stadtviertel wirkt sich einer Studie zufolge auf die Wahlbeteiligung der dort lebenden Deutschen aus. Unabhängig von Bildungsstand, Beruf und Einstellung zur Demokratie wirke sich ein hoher Ausländeranteil negativ auf die Wahlbeteiligung bei einer Bundestagswahl aus, teilte die Universität Trier am Dienstag mit.

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Armut-Studie: Kinder mit Migrationshintergrund unzufriedener

Das „Migazin“ berichtet:

Das Einkommen von einem Elternteil reicht häufig nicht mehr aus, um die Familie zu ernähren. Wenn Mütter keinen Job haben, sind Kinder laut einer Studie oft von Armut bedroht. Betroffen sind überdurchschnittlich häufig auch Kinder mit Migrationshintergrund.

Mehr als jedes zweite Kind ist einer Studie zufolge von Armut bedroht, wenn in der Familie die Mutter keine Arbeit hat. Eine hohe Armutsquote wurde auch in Familien mit Migrationshintergrund verzeichnet. Noch gravierender ist die Situation bei alleinerziehenden Müttern: Sind sie nicht erwerbstätig, wachsen die Kinder fast immer (96 Prozent) in Armut auf, wie die Bertelsmann Stiftung am Mittwoch in Gütersloh bei der Vorstellung der Studie erklärte. Die Stiftung wirbt für ein Teilhabegeld, das die Hilfen für ärmere Familien bündelt. Auch die Diakonie und das Deutsche Kinderhilfswerk mahnen bessere Hilfen für Kinder aus armen Familien an.

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Oliver Nachtwey über die unfriedlliche Demokratie: „Der soziale Kitt bröckelt“

Der „Deutschlandfunk“ berichtet:

In den europäischen Gesellschaften geht es ruppig zu. Sozialer Aufstieg ist nicht mehr selbstverständlich. Angst vor Abstieg führe zu neuen autoritären Einstellungen, sagte der Soziologe Oliver Nachtwey im Dlf.

In den liberalen Gesellschaften erleben wir gerade wie die Idee des Wohlfahrtsstaates unter Bedingungen von Digitalisierung, Migration, demographischem Wandel, Globalisierung Veränderung der Arbeitswelt in die Krise kommt. Das begünstigt autoritäre Einstellungen. Der Basler Soziologieprofessor Oliver Nachtwey sagt, „wir erleben eine Krise des Wohlfahrtsstaates, nämlich der Idee der sozialen Integration für alle, die in einem Land leben“. „Wir erleben auch einen Verfall der politischen Kultur, der politischen Sprache“, wenn Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von „Asyltouristen“ spricht. Darin liege eine rassistische Abwertung von Flüchtlingen durch eine autoritäre Geste.

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Finanzielle Belastung beeinflusst Hilfe für Flüchtlinge

Via „Migazin“:

Warum heißt ein Teil der Bevölkerung Flüchtlinge grundsätzlich willkommen, ein anderer Teil hingegen steht ihrer Aufnahme ablehnend gegenüber? Eine aktuellen Studie zufolge spielt die persönliche Kostenbelastung eine entscheidende Rolle.

Die persönliche Kostenbelastung spielt einer Studie zufolge eine entscheidende Rolle für die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen. Dies geht aus einem Forschungsprojekt von Universitäten in Aachen, Marburg und Amsterdam zum Einfluss der wirtschaftlichen Situation und persönlichen Einstellung auf die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen hervor, wie die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) am Dienstag mitteilte. Persönlichkeitseigenschaften seien weitere Faktoren. Besonders hilfsbereit seien Bürger mit einer starken sozialen oder einer eher linken politischen Orientierung, hieß es.

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Bundeswettbewerb Europäische Stadt

Via „Quartiersmanagement Berlin – Soziale Stadt“:

Noch bis zum 20. Juli 2018 bewerben: Das Bundesinnenministerium lobt aus Anlass des Europäischen Kulturerbejahres 2018 den Bundeswettbewerb „Europäische Stadt: Wandel und Werte – Erfolgreiche Entwicklung aus dem Bestand“ aus.

Ausschnitt vom Plakat des Wettbewerbs. Grafik: Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Der Preis wird unter dem Dach der Bund-Länder-Städtebauförderung und der Nationalen Stadtentwicklungspolitik gemeinsam mit den Ländern und Kommunalen Spitzenverbänden vergeben. Das Preisgeld beträgt insgesamt 200.000 Euro.

Mit dem Wettbewerb sollen herausragende Konzepte und Projekte für einen zukunftsweisenden Umgang mit dem baukulturellen Erbe im städtebaulichen Kontext ausgezeichnet werden. Städte und Gemeinden sind aufgerufen, Wettbewerbsbeiträge aller Umsetzungsstufen – sei es ein Konzept oder ein realisiertes Projekt – einzureichen.

Stadtgebäude, Stadtraum, Stadtleben und Stadtbürger

Vier Wettbewerbskategorien bieten die Möglichkeit, kommunale Strategien, Konzepte und Potenziale für einen in die Zukunft gerichteten Umgang mit dem wandelnden Stadt- und Ortsbild sowie dem Zusammenleben in Städten und Gemeinden offensiv darzustellen. Das Preisgeld soll neue Projekte beziehungsweise bestehende oder neue Initiativen wirksam unterstützen.

Wettbewerbsbeiträge können in den vier Kategorien Stadtgebäude, Stadtraum, Stadtleben und Stadtbürger eingereicht werden. Einsendeschluss ist der 20. Juli 2018.

Quelle

Armut in der Schule: „Ich habe mich so geschämt“

„Spiegel-Online“ schreibt:

Klassenfahrten, Theaterkurse, Bücher, Ranzen, Stifte – Bildung kostet Geld. Doch was ist, wenn Familien das nicht aufbringen können? Sieben Betroffene erzählen.

Es gibt Geschichten, die auf den ersten Blick von einem einzelnen Schicksal erzählen – und dann aber doch sehr viele Menschen berühren. Kürzlich machte solch eine Geschichte bundesweit Schlagzeilen: Eine Krankenschwester mit vier Kindern hatte auf Twitter davon berichtet, wie schwer es für sie ist, das Geld für Klassenfahrten und Ferienbetreuung zusammenzukratzen.

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Studie: Wie gehen Städte mit kultureller Vielfalt um?

Via „Mediendienst Integration“:
 
Während einige Städte in Deutschland seit langem von Migration geprägt sind, haben andere weniger Erfahrung mit der Integration von Einwanderern. Welche Integrationskonzepte haben sich in den Kommunen bewährt? Dieser Frage gehen Forscherinnen des „Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung“ in der Studie „Kulturelle Vielfalt in Städten: Fakten – Positionen – Strategien“ nach. In ihrer Analyse unterscheiden sie verschiedene Stadt-Typen, darunter „Magneten“, „Nachholer“ und „Gestalter“. Unter anderem empfehlen die Autorinnen, dass die Städte sich untereinander stärker vernetzen, um voneinander zu lernen. Die Studie wurde im Auftrag der „Bertelsmann Stiftung“ durchgeführt.
 

AfD vor Parteitag: Misstrauen und Richtungskämpfe

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Rund 700 Delegierte kommen Ende des Monats zu einem Bundesparteitag der AfD in Augsburg zusammen. Zwei Themen stehen im Mittelpunkt des Interesses: die Frage, ob die AfD eine parteinahe Stiftung haben will, und die Sozialpolitik.

Die Stiftungsfrage beschäftigt die rechtspopulistische Partei seit Jahren. Zu verlockend scheint vielen die Aussicht, dass der AfD zumindest indirekt demnächst Millionenbeträge für die Schulung des Personals und für Politikberatung zur Verfügung stehen würden. Theoretisch könnte eine AfD-nahe Stiftung rund 70 Millionen Euro pro Jahr für sich reklamieren. Weder der Parteiapparat noch die Bundestagsfraktion sind in der Lage, bei solchen Summen auch nur annähernd mitzuhalten. Doch der eigentlich schon gefundene Kompromiss zwischen den zwei konkurrierenden Stiftungsinitiativen fiel im vergangenen Monat im Bundeskonvent der AfD durch. (bnr.de berichtete) Nun muss der Parteitag entscheiden.

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Debatte Ostdeutsche und Migranten: Nicht in die Fallen tappen

Anetta Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung kommentiert die aktuelle Debatte in der „taz“:

Der Vergleich von Ostdeutschen und Migranten ist beliebt. Doch er beruht auf einem groben Denkfehler. Eine Replik auf Naika Foroutan.

In einem Interview mit der taz hat Naika Foroutan eine Studie angekündigt, in der die Lage der Ostdeutschen und der Migranten verglichen wird. Mit der Fragestellung, ob nicht beide Gruppen genauso diskriminiert werden und damit Erlebniswelten teilen, die geprägt sind von Demütigung, Abwertung und Benachteiligung. Täter in beiden Fällen: der Westen.

Nun, vergleichen kann man alles. In den ersten Jahren nach der Einheit, als im Osten ganze Landstriche von Rechtsextremen beherrscht und sichtbare Minderheiten aller Art gehetzt und getötet wurden, gab es kaum Ost und West vergleichende Forschung zu Rassismus oder Antisemitismus. Das war eine vertane Chance. Das zentrale deutsche Thema, der Umgang mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, war bis auf wenige Ausnahmen ausgeblendet.

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Weitere Debattenbeiträge:

Sind Ostdeutsche auch Migranten? (taz vom 29.6.2018)

Sind Ostdeutsche auch Migranten? (NDR am 11.6.2018)

Willkommen im Club (Zeit vom 20.5.2018)

Sind Ossis auch nur Migranten? (Spiegel vom 19.5.2018)

Arm und Reich, Jung und Alt: immer seltener Tür an Tür

WZB-Studie zeigt wachsende sozialräumliche Spaltung in deutschen Städten

Arme Menschen leben in deutschen Städten zunehmend konzentriert in bestimmten Wohnvierteln. Auch junge und alte Menschen sind immer seltener Nachbarn. Das zeigen Marcel Helbig und Stefanie Jähnen in einer neuen Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Darin untersuchen sie für 74 Städte die Entwicklung der sozialräumlichen Segregation von 2005 bis 2014. Sie ist die bislang umfangreichste Studie, die mit amtlichen Daten die ungleiche räumliche Verteilung sozialer Gruppen untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass in vielen deutschen Städten die Idee einer sozial gemischten Stadtgesellschaft nicht mehr der Wirklichkeit entspricht.

In gut 80 Prozent der untersuchten Städte hat seit 2005 die räumliche Ballung von Menschen, die Grundsicherung nach SGB II beziehen, zugenommen – am stärksten dort, wo viele Familien mit kleinen Kindern (unter 6 Jahren) und viele arme Menschen leben. Den höchsten Anstieg verzeichnen ostdeutsche Städte wie Rostock, Schwerin, Potsdam, Erfurt, Halle und Weimar. Zudem schreitet die sozialräumliche Spaltung in Städten schneller voran, wo eine bestimmte Schwelle der Armutssegregation bereits überschritten ist.

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Zur Studie:

Wie brüchig ist die soziale Architektur unserer Städte?

Siehe auch:

Amerikanische Zustände im Osten

Dekonstruktion des Dorftrottels