Ostdeutschland: Selten zuvor wurde über so viel Zukunft entschieden

Via „Zeit Online“:

Für Deutschland wird 2019 das wahrscheinlich wichtigste Jahr nach dem Mauerfall: In drei ostdeutschen Bundesländern wird gewählt. Und Reaktionäre stellen die Machtfrage.

Es hat Jahre gegeben, in denen die Menschen im Osten trotz all der ungeheuerlichen Umwälzungen, die sie in den Neunzigern erfuhren, einfach ruhig vor sich hingelebt haben. Gemeint sind die Jahre zwischen 2005 und 2015. Im Jahr 2005 waren noch einige, wenn auch vergeblich, gegen die Einführung von Hartz IV auf die Straße gegangen. Danach kamen zwar die großen Unternehmen nicht, auf die man gehofft hatte; verließen die Jungen diesen Landstrich noch immer beharrlich; gelang es dem Großteil der Menschen immer noch nicht, sich ein Vermögen aufzubauen. Dennoch: Es kehrte ein gewisser Friede ein.

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Studie: Einheimische und Migranten haben ähnlichen Bürgersinn

Das „Migazin“ berichtet:

Ist die deutsche Gesellschaft gespalten? Eine neue Studie zeigt: Die in Deutschland lebenden Menschen haben sehr ähnliche Vorstellungen davon, was einen guten Bürger ausmacht. Unterschiedliche Einstellungen hängen vom Alter und Wohnort ab – nicht vom Migrationshintergrund.

Bei der Vorstellung, was ein guter Bürger ist, gibt es einer Studie zufolge kaum Unterschiede zwischen Einheimischen und Migranten. Unterschiedliche Einstellungen würden besonders von Alter und Wohnort abhängen, erklärte die Bertelsmann Stiftung am Dienstag in Gütersloh. Für die große Mehrheit aller in Deutschland lebenden Menschen könne jeder ein guter Bürger sein, unabhängig davon, ob er in Deutschland oder im Ausland geboren sei.

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„Weniger Aufgeregtheit ist meine Utopie“

Via „Süddeutsche Zeitung“:

Die Integrationsforscherin Naika Foroutan hofft auf mehr Normalität im Zusammenleben mit Flüchtlingen. Zunächst aber erwartet sie, dass die Spannungen zunehmen.

SZ: Frau Foroutan, wie müsste Deutschland 2030, also 15 Jahre nach dem Zuzug vieler Flüchtlinge, aussehen, damit die Integrationsforscherin sagt: „Wir haben es geschafft“? Wie sieht Ihre Utopie für 2030 aus?

Naika Foroutan: Zunächst und ganz banal ausgedrückt so, dass das Gleichheitsversprechen, das die Moralphilosophie, die Ethik und die Verfassungen Europas ihren Bürgern gegeben haben, umgesetzt wird. Kein Mensch darf aufgrund Herkunft, Religion, Geschlecht et cetera benachteiligt werden, sagt Artikel 3 des Grundgesetzes. Wenn Sie jetzt die Frage der Utopie mit Bezug auf Migranten stellen, dann wäre meine Antwort, dass diese auch als Bürger in diesem Land umfassend angekommen und als Gleiche unter Gleichen behandelt sein mögen. Dass sie dieses Land mit prägen, so wie es viele andere auch tun, aktiv oder zurückgezogen, engagiert oder unauffällig als Mitglieder einer pluralen Demokratie.

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Freiwillige für die Integration von Geflüchteten unersetzlich

Via „Migazin“:

Jeder vierte Geflüchtete, der seit 2015 nach Deutschland gekommen ist, hat inzwischen einen Job. Freiwillig engagierte Helfer haben bei der Integration in den Arbeitsmarkt maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg.

Von den rund 1,5 Millionen Geflüchteten, die seit 2015 in Deutschland sind, hat laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) jeder Vierte mittlerweile Arbeit gefunden. Jeder Fünfte von Ihnen ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Weitere 100.000 Flüchtlinge werden in 2018 voraussichtlich eine Arbeit finden. Damit verläuft die Entwicklung der Arbeitsmarktsituation für diese Gruppe insgesamt gut, ordnet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung diese Zahlen ein.

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„Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR“ Das neue Buch von Anetta Kahane

Die „Berliner Zeitung“ berichtet:

Anetta Kahane ist eine mutige Frau. Sie scheut sich nicht, die Dinge so auszusprechen wie sie sie sieht. Auch wenn das manch einem nicht gefällt. Das bekam die Mitbegründerin und Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung in den vergangenen Jahren immer wieder zu spüren. Oft zieht Anetta Kahane die Wut auf sich, weil ihre Stiftung gegen Rassismus und neonationalistische Ressentiments Position bezieht.

Das steht auch bei ihrem neuen Buch zu befürchten. „Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR“ ist der Titel des Werks. Verkürzt gesagt, geht es darin um einen Zusammenhang zwischen einer fehlenden Aufarbeitung des Nationalsozialismus in der DDR und heutigen Phänomenen wie der völkischen Pegida und der AfD. Es ist zu erwarten, dass auch diese Erwägungen Protest auslösen werden.

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„Kein Mensch kann auf Dauer ohne Anerkennung leben“

Die „Süddeutsche Zeitung“ im Interview mit dem Soziologen Wilhelm Heitmeyer:

Kommt das autoritäre Zeitalter? Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer erklärt, warum er sich große Sorgen um die liberale Demokratie macht.

SZ: Am Freitag besucht Angela Merkel Chemnitz, es wird Proteste gegen die Kanzlerin geben. Vor wenigen Wochen sind einige Tausend Menschen zu einem sogenannten Trauerzug in der Stadt zusammengekommen. In den vorderen Reihen waren führende Mitglieder der AfD, Sprecher von Pegida und auch Mitglieder der neonazistischen Kleinstpartei „Dritter Weg“ dabei. Dahinter haben sich Familien eingereiht, Rentner. Was haben Sie gedacht, als Sie diese Bilder gesehen haben?

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Traumatisierte Geflüchtete besser versorgen mit Peer-Beratern

Das „Ärzteblatt“ schreibt:

Viele Flüchtlinge haben traumatische Erfahrungen gemacht und bräuchten dringend Unterstützung. Ihre Versorgung in Deutschland ist jedoch nicht sichergestellt. Die Politik hat das Thema zurzeit nicht im Fokus. Konkrete Lösungsansätze bietet eine Stellungnahme der Leopoldina, die Experten bei einer Veranstaltung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) diese Woche diskutiert haben.

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Soziale Spaltung in Deutschland nimmt weiter zu

Die „Zeit“ berichtet:

Die Mittelschicht ist geschrumpft, zeigt der Verteilungsbericht des WSI. Das liege daran, dass es mehr Menschen mit geringem und mehr mit sehr hohem Einkommen gebe.

Die Einkommen in Deutschland haben sich laut einer Studie in den vergangenen Jahren weiter auseinanderentwickelt. „Die Gruppe der mittleren Einkommen ist geschrumpft“, stellt das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in seinem neuen Verteilungsbericht fest. Die Spreizung sei entstanden, weil der Anteil der Haushalte unter der Armutsgrenze deutlich zugenommen habe. Ebenso sei der Anteil der Haushalte gestiegen, die über der statistischen Reichtumsgrenze liegen.

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Erste umfassende Studie: So leben Menschen ohne Wohnung

Wohnungslosigkeit ist nicht dasselbe wie Obdachlosigkeit! Die neue Studie zur Lebenslage wohnungsloser Menschen in Deutschland ist die erste systematische Untersuchung zu diesem „blinde[n] Fleck der amtlichen Statistik“. Entwickelt wurde die Studie unter der Leitung von Prof. Susanne Gerull von der ASH Berlin in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Bundesfachverband Existenzsicherung und Teilhabe e.V. (EBET).

Zur Studie: https://bit.ly/2PhomqK

Der Spiegel berichtet: Erste umfassende Studie: So leben Menschen ohne Wohnung 

Soziale Ungleichheit: Armut, Reichtum, Ungleichheit

Christoph Butterwegge im „Tagesspiegel“:
 
Die soziale Spaltung führt auch zu einer politischen Spaltung.
Seit geraumer Zeit wächst die soziale Ungleichheit – in Deutschland ebenso wie fast überall auf der Welt. Wie im jüngsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung dokumentiert, zeigt sich die Verteilungsschieflage vornehmlich beim Vermögen, das sich zunehmend bei wenigen Hyperreichen konzentriert, die über riesiges Kapitaleigentum verfügen und meistens auch große Erbschaften machen.