Integrationsbeauftragten fordern Bekämpfung

Der „Deutschlandfunk“ berichtet:

Die Integrationsbeauftragten des Bundes und der ostdeutschen Bundesländer fordern mehr Engagement gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

Dies sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe in ganz Deutschland, die durch gemeinsame Anstrengungen entschlossen vorangetrieben werden müsse, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Niemand dürfe aufgrund seiner Herkunft, Abstammung, Religion, sexuellen Orientierung oder sozialen Zugehörigkeit diskriminiert oder angefeindet werden. Die Integrationsbeauftragten betonen zugleich, sie nähmen die Sorgen, Befürchtungen und Probleme von Menschen, die schon immer hier lebten, genauso ernst wie von Menschen mit Einwanderungsgeschichte. So müsse der Staat rechtsstaatliche Regeln konsequent durchsetzen, damit alle Menschen in Deutschland sicher und ohne Angst vor Gewalt leben könnten.

Quelle

„Der Kollaps der ostdeutschen Gesellschaft war umfassend“

Wir dokumentieren die Besprechungen und Diskussionen zu Wolfgang Englers und Jana Hensels neuem Buch „Wer wir sind: Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein“:

Wer über den Osten nachdenkt, landet bei der DDR. Falsch, sagen Jana Hensel und Wolfgang Engler. Der Schlüssel zum Verständnis der ostdeutschen Gesellschaft sei die Nachwendezeit – die Überschattung der Demokratieerfahrung durch die Erfahrung der Brüchigkeit.

Was bedeutet es, ostdeutsch zu sein? Im Folgenden dokumentieren wir einen Ausschnitt aus dem Gespräch im Deutschlandfunk Kultur mit Autorin Jana Hensel und Publizist Wolfgang Engler. Beide haben sich in ihren Büchern mit ostdeutschen Identitätsfragen beschäftigt und jetzt gemeinsam den Band „Wer wir sind: Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein“ publiziert.

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Siehe auch:

„Auch die AfD wird den Osten enttäuschen“ (21.9.2018, Frankfurter Rundschau)

Wie wir zu Ostdeutschen wurden (16.9.2018, Zeit)

„Dass es enorme Spannungen gibt, lassen wir einfach geschehen“

Via „Deutschlandfunk“:

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie sieht in Gerechtigkeitsproblemen eine der Ursachen für Hass. Politiker und Journalisten müssten lernen, den Überhörten zuzuhören, sagte er im Dlf. Man könne Wut nicht mit rationalen Argumenten begegnen. Lilie wünscht sich mehr emotionale Intelligenz, „ohne Rassisten damit recht zu geben.“

Christiane Florin: Die Mails und die Nachrichten in sozialen Netzwerken sind oft in Großbuchstaben geschrieben. Mit vielen Ausrufezeichen. Es sind Schreie in Schriftform. Formuliert werden darin Vorwürfe: Ihr nehmt es nicht ernst, wenn wir Angst haben über die Straße zu gehen, vorbei an jungen, arabisch aussehenden Männern. Ihr stellt uns in die rechte Ecke, Ihr lacht uns aus, wenn wir unser Land nicht wiedererkennen, ihr lebt in eurer Multi-Kulti-Bioladen-Blase. Ihr, das sind die Politiker, die Medien, einfach die da oben.

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Was ihr tun könnt, wenn jemand rassistisch in der Bahn rumpöbelt

Das „Vice-Magazin“ schreibt:

Unsere Autorin sieht, wie ein Mitfahrer rassistisch und homofeindlich wütet. Sie will handeln – und merkt, wie schwer das ist.

Es ist kurz nach 8 Uhr an diesem Mittwoch. Müde und noch ohne Kaffee steige ich in eine Berliner Straßenbahn. Der Waggon ist relativ leer, ich habe einen Podcast auf den Ohren, doch bereits nach wenigen Sekunden höre ich eine laute, aggressive Stimme durch die Bahn tönen. Verwirrt nehme ich die Kopfhörer ab, und tatsächlich: Ein Mann mit langen, blonden Haaren sitzt alleine in einem Vierer und brüllt das große Nichts an. Er wird Mitte 40 sein, sieht aber gealtert und müde aus. Alkoholisiert scheint er nicht, sofern ich das aus sicherer Distanz sagen kann. Der Mann meint, er sei selber Linker. Friedrichshain, „sein“ Bezirk und dort, wo ich eingestiegen bin, sei „früher ein guter, linker Bezirk“ gewesen, jetzt sei er „überlaufen mit Ausländern“. Die würden schon sehen, was sie bald abbekämen, genauso wie die „ekelhaften Lesben“. Jetzt sei es an der Zeit, sich gegen „das Ungeziefer“ zu wehren. Dann holt er ein Feuerzeug heraus und fängt an zu zündeln.

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Interkulturelle Tage in Marzahn-Hellersdorf vom 1.-21.9.2018!

Anbei findet ihr das diesjährige Gesamtprogramm, das Plakat und einen Flyer (jeweils vom Projekt Ponte gestaltet und gedruckt) zu den „Interkulturellen Tagen in Marzahn-Hellersdorf“. Das Gesamtprogramm enthält hier und da noch einige Hintergrundinformationen zu den einzelnen Veranstaltungen und wird im Laufe der nächsten Wochen ggf. nochmals aktualisiert, falls sich spontan irgendwelche Programmänderungen ergeben sollten. Näheres dazu finden Sie dann zu gegebener Zeit im Internet unter https://www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/politik-und-verwaltung/beauftragte/integration/veranstaltungen. Die Plakate und Flyer liegen derweil auch in gedruckter Form vor und liegen im Rathaus Marzahn-Hellersdorf zur Abholung im Büro der Beauftragten bei Frau Witte (kerstin.witte@ba-mh.berlin.de; 030/90293-2051, Raum 3.49) bereit.

Hier gibt es das Gesamtprogramm, das Plakat und den Flyer zum herunterladen, ausdrucken oder zum bewerben im Internet:

Interkulturelle Tage (Plakat_2018)

Interkulturelle Tage (Flyer_2018)Interkulturelle Tage (Programm_2018)

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PM: Neonazistische Gewalt in Schöneweide nimmt wieder zu

Via „Zentrum für Demokratie – Treptow-Köpenick“:

In den letzten Wochen häufen sich neonazistische Vorfälle und Angriffe in Schöneweide. Das Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick und engagierte Anwohner_innen stehen im Fokus.

Seit einiger Zeit nehmen rassistische und neonazistische Übergriffe in Schöneweide wieder zu. Das Register zur Erfassung rechtsextremer und diskriminierender Vorfälle in Treptow-Köpenick stellt im August zunehmende Aktivitäten im Bezirk fest. Betroffen sind insbesondere das Zentrum für Demokratie (ZfD) am Bahnhof Schöneweide sowie Anwohner_innen in Niederschöneweide.

Während mehrere Mitarbeiter_innen des ZfD am 16. August zur Mittagszeit im Zentrum arbeiteten, schlug ein Mann mehrere Nägel in das Rollladenschloss und beschädigte damit dabei die Schließanlage. Vergangene Bedrohungen durch Neonazis hatten diese Sicherheitsmaßnahme notwendig gemacht. In der Woche zuvor bedrohte ein Mann mehrere Teilnehmer_innen eines antifaschistischen Putzspaziergangs unter Androhung von Gewalt. Der Putzspaziergang zur
Entfernung neonazistischer Propaganda war auf Initiative einer Anwohnerin vom Bündnis für Demokratie und Toleranz organisiert worden.

Diese Ereignisse werden flankiert durch Bedrohungen in den sozialen Medien. So veröffentlichte die rassistische Facebook-Seite „Nein zum Heim in Köpenick“ ein Porträtfoto einer Zentrums-Mitarbeiterin, woraufhin Unterstützer der Seite in den Kommentaren zahlreiche Gewalt- und Vergewaltigungsfantasien posteten.

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10. Demokratiefest „Schöner leben ohne Nazis“ mit „Bunten Touren“

Das „Bezirksamt“ berichtet:

Am Samstag, dem 1. September 2018, war das Demokratiefest „Schöner leben ohne Nazis“ mit rund 700 Besucherinnen und Besuchern ein voller Erfolg. „10-mal Schöner leben ohne Nazis“ lautete das Motto der Veranstaltung, die seit 2009 auf dem Alice-Salomon-Platz stattfindet.
Bürgerinnen und Bürger aus Marzahn-Hellersdorf und ganz Berlin haben beim zehnten Jubiläum des Festes so ein starkes Zeichen für ein demokratisches, solidarisches und tolerantes Miteinander aller Menschen in ihrem Bezirk gesetzt. Die „Bunten Touren“ Marzahn und Hellersdorf – feierliche Umzüge durch den Bezirk, die zum Veranstaltungsort führten – sorgten auch in diesem Jahr wieder für ein farbenfrohes Ausrufezeichen.

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Kommentar NPD-Schulaktion: Schutzzone für braunen Mob

Die „taz“ kommentiert:

Vor einer Hellersdorfer Schule verteilte die NPD Flyer. Ein schnelle Reaktion der Schulverwaltung bleibt aus.

Überhaupt und gerade nach der rechten Gewalt in Chemnitz ist klar: Dem Mob, den viele partout nicht erkennen wollen, darf man keinen Meter Boden gönnen. Schon gar nicht vor Schulen und auch dann nicht, wenn er in Gestalt des besorgten (und deshalb besonders gefährlichen) Bürgers daherkommt.

Vergangene Woche stand frühmorgens vor Schulbeginn nun aber eine rechte „Bürgerwehr“ vor der Wolfgang-Amadeus-Mozart-Gemeinschaftsschule in Hellersdorf. Hinter der Aktion steckt die NPD, die bereits seit einigen Wochen für ihre bundesweite Kampagne „Schutzzone“ mobilisiert.

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180 Berliner Träger kritisieren Anfragen der AfD

Die „Berliner Woche“ berichtet:

180 soziale Träger haben eine Erklärung unterschrieben, in der sie sich kritisch mit Anfragen der AfD zu Initiativen auseinandersetzen. Was will die Partei eigentlich damit bezwecken, fragen sie sich.

Im Mai stellte der AfD-Abgeordnete Marc Vallendar in einer kleinen Anfrage dem Senat Fragen zum Pestalozzi-Fröbel-Haus. Die Stiftung hatte den Organisatoren der Demonstration „Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“ mit Räumen für Vorbereitungstreffen geholfen. Unter den an der Demonstration beteiligten Organisationen waren neben dem DGB und dem Berliner Mieterverein die Antifa Westberlin und die Interventionistische Linke.

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Die Dynamik von Chemnitz durchbrechen

Wir dokumentieren an dieser Stelle verschiedene Beiträge rund um die aktuellen Geschehnisse in Chemnitz, welche uns für die weitere gesamtgesellschaftliche Entwicklung auch bezogen auf den Bezirk Marzahn-Hellersdorf für wichtig erscheinen:

Die sächsische Stadt Chemnitz war in den vergangenen Tagen Schauplatz einer bedrohlichen rassistischen Mobilisierung, die sich innerhalb kürzester Zeit zugespitzt hat.

Anlass war der entsetzliche, gewaltsame Tod eines 35-jährigen Mannes, der am Rande des Chemnitzer Stadtfestes durch mehrere Messerstiche tödlich verletzt wurde. Wir möchten der Familie und den Freund*innen des Toten unser Beileid aussprechen. Der von ihnen formulierte Wunsch, dass sich »Trauer nicht in Wut und Hass umwandeln« solle, hat sich insofern nicht erfüllt, als dass der Tod von Daniel H. nicht betrauert sondern – entgegen aller Informationen über ihn als Person – von Rechten instrumentalisiert wurde.

Bereits am Sonntag, noch bevor verlässliche Details der Tatumstände bekannt waren, riefen sowohl die Alternative für Deutschland (AfD) als auch eine lokale Ultra-Fangruppe zu »Protesten« auf. Etwa 800 Personen folgten dem Aufruf der Fangruppe. Der gewaltbereite und rassistische Mob forderte dazu auf, sich »die Stadt zurück zu erobern«, mehrfach griffen Gruppen Einzelpersonen an, die sie als Migrant*innen oder Flüchtlinge identifizierten.

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Nach Chemnitz: Auf Köthens Straßen (10.9.2018, taz)

Liebe westdeutsche Freund/innen, (7.9.2018. telegraph)

„Es gibt viele Parallelen zu den 90er Jahren“ (7.9.2018, Mediendienst Integration)

Essayist Max Czollek über Chemnitz: „Eskalation mit Ansage“ (6.9.2018, taz)

Was wir jetzt alle tun können (6.9.2018, Mut gegen rechte Gewalt)

Die extreme Rechte sieht sich durch die Ereignisse in Sachsen gestärkt – Eskalation mit Ansage (6.9.2018, Jungle World)

Toxische Männlichkeit von Kandel bis Chemnitz (Apabiz, 4.9.2018)

Widerstand gegen rechts: Es kann nicht genug Antifa geben (4.9.2018, Spiegel)

Es brennt überall in Sachsen (4.9.2018, taz)

Chemnitz: Klagen allein reicht nicht! (3.9.2018, Beltower News)

Rassistische Mobilisierungen in Chemnitz – eine Einordnung (3.9.2018, AIB)

Eine Zäsur für Zivilgesellschaft und Rechtsstaat (3.9.2018, Migazin)

Nicht mehr alleine Rausgehen (3.9.2018, Neues Deutschland)

Aus Worten werden Taten (2.9.2018, Tagesschau)

„Höckes Traum ist aufgegangen“ (2.9.2018, taz)

Empowerment: „Jetzt wäre der Moment für weiße Menschen, Gesicht zu zeigen“ (1.9.2018, Zeit)

Der völkische Aufstand (31.8.2018, Rosalux Stiftung)

Resistent gegen Demokratie (30.8.2018, Tagesspiegel)

So baut man eine Bühne für Pogrome (30.8.2018, Zeit)

„Dies wäre nicht Daniels Wille gewesen“ (29.8.2018, Freie Presse)

Das Experimentierfeld für den Aufstand (29.8.2018, Der rechte Rand)

„Es gibt ein hochgefährliches braunes Netzwerk“ (28.8.2018, Tagesspiegel)

Björn Höckes faschistischer Fluss (27.8.2018, Linksnet)