Mietenwahnsinn: Der Senat muss radikaler werden

Das „Neue Deutschland“ schreibt:

Die eskalierende Wohnungsnot könnte Wasser auf die Mühlen rechter Parteien sein

Sie drei waren vor einem Jahr auf der ersten großen Mietenwahnsinn-Demo. War das ein Schub für die Mieterbewegung?

Goldberg: Ja, weil die Demo sehr groß war. Ich bin mit der Erwartung hingegangen, dass ein paar Tausend Menschen dort sein würden. Dann waren es mehr als 20 000. Man hat gespürt, dass das Thema viele bewegt. Auch die Erfahrung, wie lokale Initiativen, zum Beispiel Bizim Kiez aus Kreuzberg, als Riesenmultiplikator gewirkt haben.

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Graswurzeln im Beton

Der „Freitag“ berichtet:

Rekommunalisierung: In der Karl-Marx-Allee in Berlin setzen Mieterinnen und Politik ein Zeichen gegen die Wohnungskrise

„Was würde Karl Marx dazu sagen?“ Die großen Fragen kommen manchmal klein daher, hier etwa auf einem weißen Laken, das jemand am Terrassengeländer eines Gebäudes mit Zuckerbäckerfassade befestigt hat. Die Karl-Marx-Allee in Berlin-Friedrichshain an einem grauen Samstagmittag, der erste des Jahres. Der Wind weht kalt durch die Straßenschlucht, an deren Rändern sich die vor sechs Jahrzehnten in Sozialistischem Klassizismus und preußischer Schinkelschule errichteten Gebäude erheben. Der Verkehr rauscht vorbei, an den Bäumen ist kein Blatt, der Himmel hängt tief, das Grau dominiert.

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Teure Mieten: Menschen fliehen an den Stadtrand

Die „Berliner Morgenpost“ schreibt:

Immer mehr Berliner können sich die Wohnungen in der Innenstadt wegen steigender Mieten nicht mehr leisten.

Berlin. Wohnungssuchende mussten im Jahr 2018 erneut deutlich tiefer in die Tasche greifen als in den Vorjahren, um eine Mietwohnung in Berlin anzumieten. Nach den aktuellen Zahlen des IVD Berlin-Brandenburg stiegen die Schwerpunktmieten in einfachen und mittleren Lagen um knapp sechs Prozent auf neun Euro pro Quadratmeter und Monat (kalt). In guten Wohnlagen stiegen die Preise etwas langsamer: Sie verteuerten sich durchschnittlich um fünf Prozent auf 10,50 Euro. Und weil angesichts der teuren Preise in der City viele an den Stadtrand und ins Umland ausweichen, steigen nun auch dort die Preise kräftig.

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Was wir vom Osten lernen können?: Wie man Städte familienfreundlich plant

Die „Berliner Zeitung“ berichtet:

Vor ein paar Tagen fragte mich jemand, ob ich in der DDR nicht eine schwere Kindheit hatte. Schon in der Frage klang die erwartete Antwort mit: Schwere Kindheit, schweres Leben, gut, dass es vorbei ist. Ich kenne das. Mein Leben in der DDR wird oft von anderen bewertet, und lange habe ich diese Bewertung für mich selbst übernommen, habe mir und meinen Erinnerungen nicht getraut. Es ist erstaunlich, wie das geht, dass es überhaupt geht.

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Soziologin zur Wohnungspolitik: Die Lage ist mittlerweile „demokratiegefährdend“

„Deutschlandfunk Kultur“ berichtet:

Die staatliche Wohnungspolitik sei über Jahrzehnte vernachlässigt worden, sagt Christine Hannemann. Beim Wohnen gehe es aber um die Existenz, so die Soziologin. Die Menschen hätten das Gefühl, dass ihre grundlegenden Lebenszusammenhänge nicht gestaltet werden.

Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben das Thema Wohnen seit den 90er-Jahren sträflich vernachlässigt. Das sagt Christine Hannemann, die derzeit an der Universität Stuttgart die einzige deutsche Professur in Architektur- und Wohnsoziologie innehat.

Bereis vor zwei Jahrzenten – in den 90er-Jahren – sei die Entscheidung gefallen, den kommunalen Wohnungsbestand zu privatisieren. Seitdem gebe es „keine staatliche Wohnungspolitik mehr in Deutschland beziehungsweise eine Wohnungspolitik, die viel zu gering ist“, so Hannemann.

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Modulare Unterkünfte: Senat will Flüchtlinge und Studenten gemeinsam unterbringen

Die „Berliner Morgenpost“ berichtet:

Berlin wechselt den Kurs bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Die Unterkünfte sollen künftig allen Gruppen offenstehen.

Der Streit über die Standorte der dauerhaften Wohnhäuser für Flüchtlinge beschäftigt Senat und Bezirke schon seit etlichen Monaten. Doch nun hat die rot-rot-grüne Koalition ihre bisherige Position verändert. Statt nur für Asylsuchende sollen die geplanten „Modularen Unterkünfte für Flüchtlinge“ (MUFs) auch für andere Bevölkerungsgruppen geöffnet werden, um Integration zu ermöglichen und die Neiddebatte zu verhindern, dass Flüchtlinge gegenüber anderen Wohnungslosen bevorzugt würden.

Außerdem wollen einige Bezirke lieber mehrere kleinere Standorte für die Flüchtlingsunterkünfte schaffen anstatt nur zwei große Gebäude mit jeweils bis zu 500 Menschen. „Es gibt einen Kurswechsel“, sagte Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) der Berliner Morgenpost. Die neuen MUFs würden wie Wohnungen gebaut und sollten, wenn möglich, „offen sein für alle anderen wohnungslosen Menschen“. Schon jetzt würden Bezirksämter auch andere bedürftige Menschen in bestehenden Flüchtlingsheimen unterbringen.

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Deutsche und dänische Wohnpolitik im Vergleich: Ghettopolitik oder Soziale Stadt?

Ein sehr spannender Beitrag des „Deutschlandfunks“:

Auf die Wende folgte für den Ost-Berliner Bezirk Marzahn der soziale Niedergang. Im dänischen Gellerupparken herrscht seit den 80ern hohe Arbeitslosigkeit. Zwei soziale Brennpunkte – zwei unterschiedliche politische Strategien, die Lage zu lösen.

Kopenhagen, Ministerpräsidentenzimmer auf Schloss Christiansborg. Das dänische Fernsehen überträgt die Neujahresrede des Regierungschefs: „Heute Abend möchte ich von einer jener Balancen sprechen, von denen ich befürchte, dass sie kippen. Ja, an manchen Orten sind sie schon gekippt.“

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Grüne: Geflüchtete und Berliner sollten zusammenwohnen

Der „rbb“ berichtet:

Flüchtlingsunterkünfte dürfen durch ein Sonderbaurecht auch in Gewerbegebieten entstehen. Davon wollen sich die Berliner Grünen verabschieden. Ihr Ziel: Keine Sonderunterbringung mehr für Flüchtlinge, sondern Integration in die Kieze.

In diesem Frühjahr hatte der Berliner Senat beschlossen, an 25 Standorten in allen Bezirken neue Flüchtlingsquartiere zu bauen. Die sogenannten MUFs können dank modualer Bautechnik schnell errichtet werden. Ein Sonderbaurecht ermöglicht den Bau auch auf Grundstücken in Randlagen, die für eine reguläre Wohnbebauung nicht zulässig wären.

Vor drei Jahren, als so viele Geflüchtete untergebracht werden mussten, ein durchaus legitimer Schritt, sagt Bettina Jarasch, die integrationspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Der Notfall-Modus sei aber vorbei. Die Konzepte sollten jetzt besser durchdacht werden.

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Die Platte kommt zurück

Via „Neues Deutschland“:

Verbände wollen Wohnungsmangel mit seriellem Bauen bekämpfen

Mit einer am Dienstag in Berlin unterzeichneten Rahmenvereinbarung zwischen den Spitzenverbänden der Bau- und Wohnungswirtschaft und dem Bundesbauministerium soll der Einsatz serieller und modularer Bauweisen für den Wohnungsbau flächendeckend etabliert werden. Dabei bedeutet serielles Bauen, dass Häuser am Ort nicht Stein für Stein errichtet werden, sondern dass – ähnlich wie bei der Plattenbauweise – fertige Komponenten verwendet werden.

Grundlage der Vereinbarung ist eine europaweite Ausschreibung für Musterbauten auf Grundlage vorgefertigter Bauteile, deren Ergebnisse ebenfalls am Dienstag präsentiert wurden. Neun der rund 50 von Unternehmen und Bietergemeinschaften eingesandten Entwürfe erhielten den Zuschlag. Nach der Erteilung der Typenbaugenehmigungen können Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland die in dem Katalog enthaltenen Bautypen zu Festpreisen bestellen und ohne weitere Ausschreibung realisieren.

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Wohnungskrise: Was kostet die Hauptstadt?

Die „Berliner Zeitung“ schreibt:

Makler freuen sich, Mieter fürchten steigende Wohnkosten und Verdrängung: Immobilien in Berlin locken Anleger aus dem In- und Ausland an. Weil diese jedoch fast jeden Preis zahlen, werden günstige Wohnungen knapp. Tausende Mieter wollen am Sonnabend dagegen demonstrieren.

Die Berliner Zeitung hat den Stadtsoziologen und Ex-Staatssekretär Andrej Holm sowie Vertreter der Immobilienwirtschaft zur Lage auf dem Wohnungsmarkt befragt: Weiter können die Lösungsvorschläge für die Wohnungskrise nicht auseinanderliegen. Die einen fordern schärfere Gesetze und ein Eingreifen des Staates, die anderen lehnen beides kategorisch ab.

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