15.3.2018 Pressegespräch in Berlin: Vorstellung einer Studie zu den Ursachen rechtspopulistischer Wahlerfolge

Was motiviert Wählerinnen und Wähler in strukturschwachen Regionen, einer rechtspopulistischen Partei ihre Stimme zu geben? Dazu wurden in Deutschland und Frankreich 500 Haustürgespräche geführt – unter anderem in Berlin-Marzahn, Eisenhüttenstadt und Gelsenkirchen-Ost sowie im Großraum Calais und Marseille. Der Politik- und Kommunikationsberater Johannes Hillje stellt die Studie am Donnerstag um 10.30 Uhr im „Progressiven Zentrum“ vor. Hierfür können sich Journalisten per E-Mail (paulina.froehlich@progressives-zentrum.org) anmelden. Im Anschluss daran diskutieren Markus Nierth, Ex-Bürgermeister von Tröglitz, die Journalistin Mariam Lau von der „Zeit“ und Andreas Görgen vom Auswärtigen Amt ab 12.30 Uhr auf einem Podium über die Ergebnisse.
 

Die AfD und der Status Quo: Im Osten zeigen sich die Probleme nur früher

Die „Berliner Zeitung“ schreibt:

„Das passt wie die Faust aufs Auge“, bedeutete bisher – und bedeutet für mich auch weiterhin –, was das Bild ausdrückt: Etwas schmerzhaft Unpassendes, etwas, das weh tut und vielleicht sogar dazu führt, dass man für eine Weile nichts mehr sieht. Ich scheue mich jedoch neuerdings, diesen Vergleich zu verwenden, weil sich die Bedeutung des doch so eindeutigen Bildes in ihr Gegenteil verkehrt hat: „Wie die Faust aufs Auge“ verwenden heute viele als Lob, wenn sie etwas besonders passend finden.

Antirassismus: Vielfalt ist Widerstand

„Zeit Online“ schreibt:

Anstatt unsere ganze Energie in die Abwehr der AfD zu stecken, sollten wir jenen Gehör schenken, die im Weltbild der Rechtspopulisten nichts zu sagen haben.

Rassismus ist in Deutschland nichts Neues – dass eine Partei mit einer rassistischen Agenda als drittstärkste Kraft in den Bundestag einzieht, markiert jedoch eine Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Das rasante Wachstum der AfD zeigt aber noch etwas anderes: Die Mär vom Rassismus am rechten Rand ist nicht haltbar. Die zukünftigen AfD-Abgeordneten sind Ingenieure, Staatsanwälte, Anwälte und Richter. Sie werden nun im Zentrum der politischen Entscheidungsfindung stehen und unser Leben beeinflussen.

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„AfD-Wähler sind nicht wirtschaftlich, sondern kulturell abgehängt“

Via „Süddeutsche Zeitung“:

Wer ist denn nun der „kleine Mann“, der angeblich die Wahl entscheidet? Soziologe Holger Lengfeld hat die AfD-Anhängerschaft erforscht. Ein Gespräch auch über Vorwürfe an die „Lügenpresse“.

Interview von Ruth Schneeberger

Holger Lengfeld, 47, ist Professor für Soziologie an der Uni Leipzig. Er forscht unter anderem zu sozialer Ungleichheit in modernen Gesellschaften und hat sich für die Bundestagswahl die Anhängerschaft der AfD genau angeschaut.

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Die Rache der Peripherie

Uwe Rada schreibt in der „taz“:

Im Osten gab es die meiste Zustimmung für die AfD. Doch die Attraktivität des Rechtspopulismus ist ein europäisches, kein ostdeutsches Phänomen.

Mit schöner Regelmäßigkeit verschafft sich nach Wahlen wieder ein Ost-West-Konflikt Luft. Erst recht, als nach der Bundestagswahl vom 24. September die AfD in Ostdeutschland zur zweitstärksten Kraft wurde und in Sachsen sogar drei Direktmandate erzielte. „Ihr seid Feiglinge“, rief darauf Wolf Biermann im Spiegel seinen Landsleuten zu und stellte fest: „Das sind die stummen Untertanen von damals.“ Der Ossi als undankbares Wesen, das noch immer nicht die Spielregeln von Demokratie und die Kultur des Kompromisses gelernt hat? Nur, wer sind die Ossis in Frankreich oder in Ungarn?

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So stimmten Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf zur Bundestagswahl: Die Linke gewinnt – und verliert

Via „LichtenbergMarzahn+“:

Marzahn-Hellersdorf/Lichtenberg. Der Osten bleibt auch bei der Bundestagswahl weiterhin fest in linker Hand: Sowohl in Marzahn-Hellersdorf als auch Lichtenberg konnte Die Linke die Direktmandate erringen – allerdings musste sie auch die größten Stimmenverluste verbuchen. Wie auch auf Bundesebene verloren zudem SPD und CDU, während die AfD zweistellige Ergebnisse zu verzeichnen hat.

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Hier finden Sie die Wahlergebnisse im Detail:
Lichtenberg
Marzahn-Hellersdorf

Interaktive Berlinwahlkarte mit allen Ergebnissen

Weitere Analysen, Einschätzungen und Artikel zur Bundestagswahl 2017:

Die AfD ist unter ostdeutschen Männern die stärkste Partei – wie konnte das passieren?

AfD-Hochburgen Die AfD boomt im Osten

AfD gewinnt im Berliner Osten dazu – die Linke verliert

Die AfD-Hochburgen in Berlin sind Kieze der Gegensätze

Wir haben AfD-Wähler unmittelbar nach ihrer Stimmabgabe gefragt: Warum?

Poor, White, German

Die sich vernachlässigt fühlen

Darstellung und Analyse der Wahlergebnisse im Bezirk Marzahn-Hellersdorf anhand der Abgeordnetenhauswahl vom 18.9.2016

An dieser Stelle veröffentlichen wir als Projekt Ponte unsere Wahlauswertung für den Bezirk Marzahn-Hellersdorf in Bezug auf die Wahlen zum Senat und zur BVV vom vergangenen Herbst. Wir hoffen, dass die Lokalpolitik, die Zivilgesellschaft und die sozialen Träger daraus ihre eigenen Schlüsse für die Alltagspraxis vor Ort ziehen können. Das Projekt Ponte wird in den kommenden 2 Jahren zusammen mit den Partnerschaften für Demokratie, Polis*, dem Bündnis für Demokratie & Toleranz, dem Bezirksamt, engagierten politischen Menschen, zivilgesellschaftlichen und sozialen Akteur*innen, engagierten Einheimischen, Migrant*innen und Neubürger*innen aus den Geflüchtetenunterkünften alles unternehmen, um das friedliche, demokratische und soziale Miteinander im Bezirk zu fördern und zu unterstützen, damit Marzahn-Hellersdorf auch weiterhin ein Ort der Toleranz & Vielfalt bleibt!:

Wahlresultat berlinweit:

SPD und CDU erlitten bei der Wahl zum neuen Abgeordnetenhaus starke Verluste. Beide Parteien sackten auf ihren jeweils niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung ab. Die SPD kommt auf 21,6 Prozent der Stimmen und stellt damit im Berliner Landtag die größte Fraktion. Die CDU erreicht nur 17,6 Prozent. Sie bleibt aber zweitstärkste Kraft. Die Linken konnten ihr Ergebnis von 2011 stark verbessern und liegen mit 15,6 Prozent knapp hinter den Christdemokraten. Die Grünen verloren 2,4 Prozent und kommen nun auf 15,2. Der FDP gelang mit 6,7 Prozent der Stimmen nach einer fünfjährigen Pause der Einzug in das Berliner Parlament. Die AfD erlangte bei ihrem ersten Wahlantritt auf Anhieb 14,2 Prozent und kann somit erstmals eine eigene Fraktion stellen. Die Piraten verlieren mehr als sieben Prozentpunkte und sind damit im neuen Landesparlament nicht mehr vertreten. Die Sonstigen kommen auf 7,4 Prozent der Wahlstimmen.

Ergebnis für Marzahn-Hellersdorf:

Die Berlin-Wahl hat die politische Landschaft in Marzahn-Hellersdorf verändert. Die AfD erzielte im Nordosten ein viel stärkeres Ergebnis als erwartet und bekommt auch einen Stadtrat. Nach Auszählung aller 182 Wahlbezirke lag sie an zweiter Stelle hinter der Linkspartei: 23,2 Prozent zu 26,0 Prozent.

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Darstellung und Analyse der Wahlergebnisse im Bezirk Marzahn