„Der Fall Lisa“ – Entwicklungen in Berlin Hellersdorf-Marzahn

Via „Bundeszentrale für politische Bildung“:

Die erfundene Vergewaltigungsgeschichte eines minderjährigen Mädchens löste eine Diskussion um die Russlanddeutschen und Russischsprachigen in Deutschland aus. Medina Schaubert beobachtet als aktives Mitglied eines Aussiedler Vereins seit Jahren die Stimmung in Berlin Marzahn-Hellersdorf. Sie skizziert die Entwicklungen im Ostberliner Bezirk.

Eine erfundene Vergewaltigungsgeschichte eines minderjährigen Mädchens aus Marzahn-Hellersdorf im Januar 2016, der sogenannte Fall Lisa, brachte eine rechtsorientierte und anti-demokratische Entwicklung innerhalb „russlanddeutscher“ und russischsprachiger Migranten-Communities ans Tageslicht, die schon länger unter der Oberfläche der öffentlichen Aufmerksamkeit brodelte. Dabei spielt die Sozialisation der „postsowjetischen Migranten“ in der sozialistischen Diktatur sowie die gegenwärtige Medien- und Informationspolitik Russlands eine zentrale Rolle. Diese Mischung aus anerzogenen Ressentiments und Weltbildern auf der einen und Desinformation und aufrührerischer Berichterstattung russischer Medien auf der anderen Seite verstärkte antidemokratische und rechte Tendenzen in Teilen dieser Migrantengruppe.

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Pressemitteilung: AWO lädt zum 5. Roma-Kulturtag am 18.5.2018 in Marzahn-NordWest ein

Seit 2014 führen wir jährlich einen Roma-Kulturtag durch. Im Jahr 2018 möchten wir diese Tradition weiterführen und den 5. Roma-Kulturtag als Nachbarschaftsfest mit interessierten Bewohner*innen und mit neu zugewanderten Einwohner*innen im Rahmen der Europa-Woche am 18. Mai 2018 um 15 Uhr auf dem Abenteuer Spielplatz Marzahn-Nordwest, Ahrensfelder Chaussee 26, 12689 Berlin
organisieren und veranstalten. Unterstützer*innen bzw. Mitorganisator*innen – neben der AWO – sind das Quartiersmanagement Marzahn-Nordwest, der Kieztreff West, Spielplatzinitiative Marzahn e.V., Vision e.V., und das Projekt Ponte.
Der 5. Roma-Kulturtag hat das Ziel, Vielfalt im Stadtteil als Bereicherung für alle Bewohner*innen aus verschiedenen Kulturkreisen erlebbar zu machen. Damit wird ein Beitrag für eine gute Nachbarschaft und die Integration/Akzeptanz von Neuankömmlingen im Stadtteil geleistet.
Wir wollen insbesondere die Teilnehmer*innen aus der Roma-Community und die russischsprachigen Teilnehmer*innen unserer Sprach- und Integrationsangebote in die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung mit einbeziehen. Als bereits längere Zeit in Deutschland ansässige Mitbürger*innen werden sie gemeinsam mit den deutschen Einwohner*innen auch Gastgeber für die Neuankömmlinge/Geflüchtete sein. Wir wollen Einwohner*innen aus dem Stadtteil Marzahn-Nord/West, vor allem neuzugewanderte Einwohner*innen sowie Kinder mit Migrationshintergrund, die Grundschulen in Marzahn-Nordwest und Flüchtlinge, insbesondere aus nahegelegenen Flüchtlingsheimen, einladen.

Es soll ein interkulturelles Fest mit vielfältigen Angeboten für Kinder und Erwachsene (z.B. Musik und Tanz, Pony-Reiten, Malen, Schminken, Zaubern und kreative Beschäftigung) sein. Der Tag klingt mit einem gemütlichen Beisammensein am abendlichen Lagerfeuer mit Musik und anregenden Gesprächen aus. Das Fest wird dazu beigetragen, bestehende Vorurteile abzubauen, neue Kontakte zu knüpfen, Willkommenskultur zu praktizieren und den Gedankenaustausch zwischen den Kulturen zu fördern. Es leistet damit einen Beitrag zum besseren Verständnis der im Quartier lebenden Kulturen und ein besseres Miteinander. Wir wollen die Bewohner*innen, insbesondere die Roma-Familien, aktivieren und ihnen eine zusätzliche Aufgabe in unserem Kulturkreis anbieten. Durch professionelle Darstellung der Roma-Community sowie kulturelle Beiträge wird die Vielfalt der Kultur sowie der Lebensweise der Roma lebendig.

Sie haben die ersten bis vierten Roma-Kulturtage miterlebt und wollen auch den 5. nicht verpassen?
Sie waren noch nicht dabei und sind gespannt auf eine interessante sowie unterhaltsame Veranstaltung im Grünen?
Sie wollen bei der Vorbereitung oder Durchführung helfen?
Wir heißen Sie am 18. Mai ganz herzlich willkommen.

Freier-Eintritt.

Flyer/Plakat zum ausdrucken: 5. Romakulturtag Plakat neu

Pressemitteilung als pdf-Dokument: Pressemitteilung 5. Romakulturtag 2018

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Wer nimmt hier eigentlich wen auf? Die Aufnahmegesellschaft in Hellersdorf

Präsentation des Films „Afro.Deutschland“ in Anwesenheit der Filmemacherin und Moderatorin Jana Pareigis mit anschließender Diskussionsveranstaltung

Die Partnerschaft für Demokratie Hellersdorf lädt Sie herzlich zur Demokratiekonferenz zum Thema Aufnahmegesellschaft in Hellersdorf ein. Eigentlich selbstverständlich, aber doch oft vergessen, gehören auch Millionen in Deutschland geborene oder lebende Menschen mit „Migrationshintergrund“ zur Aufnahmegesellschaft. Die Veranstaltung soll auch dazu beitragen, die bereits bestehende Vielfalt Hellersdorfs in den Blick zu nehmen.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wird die Moderatorin und Filmemacherin Jana Pareigis ihren Dokumentarfilm „Afro.Deutschland“ vorstellen. Im Anschluss werden die Erfahrungen und Wahrnehmungen der Filmemacherin und die Situation im Bezirk diskutiert. Dazu wird es ein moderiertes Gespräch mit Vertreter*innen unterschiedlicher Migrantenselbstorganisationen geben.

Unsere Gäste sind:
• Jana Pareigis (ZDF-Moderatorin und Filmemacherin)
• Mekonnen Shiferaw (Babel e.V.)
• Quynh Nguyen (Reistrommel e.V.)
• Alexander Reiser (Vision e.V.)

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Russlanddeut­sche: Vergessene und verführbare Wähler

Der österreichische „Kurier“ berichtet:

Eingelegte Tomaten und cremegefüllte Kekse „Platonki“ gibt’s im Mix-Markt, russische DVDs und Putin-Matrjoschka im Kiosk nebenan, aus dem Lautsprecher tönen schwermütige Klänge. Hier, im Ostberliner Stadtteil Marzahn, zwischen Plattenbauten, die sich scheinbar endlos nach oben strecken, leben viele russischsprachige Migranten sowie  Russlanddeutsche.Weiterlesen

    Vision e.V. feiert seinen 17. Geburtstag !

    Am 30. Mai machte Petrus böse Wetterkapriolen, was Alexander Reiser in Absprache mit Matthias Bielor veranlaßte, den 17. Geburtstag von Vision e.V. nicht wie geplant in den Interkulturellen Gärten in der Golliner Straße zu feiern, sondern auf den Abenteuerspielplatz Schorfheidestraße mit dem Haus Alpha II zu verlegen. Dass es sich der Wettergott dann letztendlich doch anders überlegte und es nicht mehr regnen ließ, war vermutlich sein Geburtstagsgeschenk an die zahlreichen Gäste. Der folgende Bilderreigen zeigt fröhliche Menschen bei Speise und Trank und wie bei solchen und ähnlichen Anlässen nicht anders üblich, wurde auch musiziert. Der Kiezredakteur, der herzlich gratuliert, geht davon aus, dass der nächste Geburtstag von Vision e.V., nämlich der 18. Jahrestag seiner Gründung – und somit der Tag der Volljährigkeit – nur schwer zu toppen sein wird.
     

    Marzahn-NordWest – erfolgreicher interkultureller Kochabend

    Bärbel Kramers Küche im Kiez-Treff West war gut besucht, als am 17. Mai von Vision e.V., der Spielplatzinitiative Marzahn e.V. und der Kiek in gGmbH zum „Internationalen Kochabend“ eingeladen wurde. Die Syrer mit Frauen, Männer und Kinder bewiesen, dass Kochen eine reine Familiensache ist. Unter Mithilfe von zwei ehrenamtlichen Alt-Marzahnerinnen gelang es den Neu-Marzahnerinnen und -Marzahnern (wobei das Alt und Neu durchaus nicht biologisch zu verstehen ist) schmackhafte Speisen mit orientalischem Touch zu zaubern.
     

    Der „Fall Lisa“ ein Jahr danach. War da was?

    „War es ein russischer Versuchsballon im Vorfeld der Wahlen 2017?“
    Der „Fall Lisa“ ein Jahr danach – Alexander Reiser vom russlanddeutschen Verein „Vision“ aus Marzahn-Nord kommt u.a. zu Wort. Auch das gute Abschneiden der AfD unter den Aussiedler*innen in Marzahn-Hellersdorf ist ein Thema (In Marzahn-Nord wurde  die AfD die stärkste politische Kraft mit bis zu 35,5 Prozent im Wahllokal Nr. 103.):

    Das Gerücht über ein von Flüchtlingen angeblich verschlepptes und vergewaltigtes Mädchen brachte vor einem Jahr Tausende Russlanddeutsche auf die Straße. Was denken sie heute darüber?

    Vor einem Jahr machte in Berlin ein Gerücht die Runde. Ein 13-jähriges Mädchen – die Russlanddeutsche Lisa – sei verschwunden. Verschleppt und vergewaltigt durch arabische Flüchtlinge. Öl ins Feuer gossen die russischen Staatsmedien. Sie stilisierten „den Fall Lisa“ zum Beispiel des Versagens der deutschen Behörden, die die Geschichte angeblich unter den Teppich zu kehren versuchten.

    Die aufgebrachten Russlanddeutschen gingen auf die Straße. Unterstützt von Rechtsradikalen und Anhängern der AfD. Auch in Berlin. Vor dem Kanzleramt. „Merkel muss weg“ klang es in Sprachchören.

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    Marzahn-Nord: Hoher Besuch bei Vision e.V.!

    Das Projekt Ponte verweist an dieser Stelle auf einen Bericht des Quartiersmanagements Marzahn NordWest über einen Besuch der Bundestagsabgeordneten Frau Petra Pau beim Verein der Russlanddeutschen in Marzahn-Hellersdorf Vision e.V. Wir werden mit unserem Projekt zukünftig auf die Ängste und Sorgen der bereits hier lebenden Migrant*innen eingehen. Wir sollten jedoch alle miteinander versuchen uns nicht in Einheimische und „Fremde“ spalten zu lassen! Ein Recht auf eine eigene Wohnung, eine vernünftig bezahlte Arbeit und soziale & kulturelle Teilhabe am Leben im Bezirk sollten wir alle haben! Das Projekt Ponte unterstützt gerne Initiativen und Ideen, die das Miteinander von Einheimischen, Migrant*innen und den neu hinzukommenden Nachbar*innen in Form der 2017 eröffnenden Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in der Wittenberger Straße 16 fördern!

    Am 16. November 2016 hatte sich Petra Pau, direkt gewählte Bundestags-Abgeordnete in Marzahn-Hellersdorf und zugleich Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, zu einer Diskussionsrunde bei Vision e.V. in der Wittenberger Straße 67 in Marzahn NordWest eingefunden. Der Raum war sehr gut gefüllt. Etwa zwanzig Besucher aus dem Kreis der Russlanddeutschen wollten über ihre Probleme sprechen. Der Kiezredakteur, der trotz der gekonnten Übersetzungstätigkeit von Medina Schaubert nicht alles verstanden hat und diese Tatsache am Ende der Diskussion auch humorvoll erläuterte, ging in dem Bewußtsein heim, dass die russlanddeutschen Mitbürger*innen sich recht gut integriert fühlen. Dennoch blieben in ihm die Aussagen haften, dass a) verstärkte Angebote der deutschen Sprache erwartet werden und b) befürchtet wird, dass – salopp ausgedrückt – die ohnehin knappen Finanzmittel in Zukunft stärker in Richtung der Asylbewerber vom Balkan, aus Nordafrika und dem Gebiet des Nahen und Mittleren Ostens fließen werden. Petra Pau ließ sich diesen Argumenten gegenüber keineswegs entmutigen.

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