Finanzielle Belastung beeinflusst Hilfe für Flüchtlinge

Via „Migazin“:

Warum heißt ein Teil der Bevölkerung Flüchtlinge grundsätzlich willkommen, ein anderer Teil hingegen steht ihrer Aufnahme ablehnend gegenüber? Eine aktuellen Studie zufolge spielt die persönliche Kostenbelastung eine entscheidende Rolle.

Die persönliche Kostenbelastung spielt einer Studie zufolge eine entscheidende Rolle für die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen. Dies geht aus einem Forschungsprojekt von Universitäten in Aachen, Marburg und Amsterdam zum Einfluss der wirtschaftlichen Situation und persönlichen Einstellung auf die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen hervor, wie die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) am Dienstag mitteilte. Persönlichkeitseigenschaften seien weitere Faktoren. Besonders hilfsbereit seien Bürger mit einer starken sozialen oder einer eher linken politischen Orientierung, hieß es.

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20 Jahre Monitoring Soziale Stadtentwicklung Berlin – Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Wohnen stellt aktuelle Ergebnisse vor

Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen:

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat die Ergebnisse des Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2017 veröffentlicht. Darin wird die aktuelle soziale Lage der Bewohnerinnen und Bewohner in den Quartieren Berlins und deren Veränderung beschrieben.

Das Monitoring Soziale Stadtentwicklung wird seit 1998 – d.h. nunmehr 20 Jahren – regelmäßig erstellt. Die Ergebnisse werden insbesondere zur Auswahl von neuen Fördergebieten des Programms Soziale Stadt („Quartiersmanagement-Gebiete“) herangezogen.

Grundlage des Monitoring Soziale Stadtentwicklung bilden vier Indikatoren:

  • Arbeitslosigkeit,
  • Langzeitarbeitslosigkeit,
  • Transferbezug der Nicht-Arbeitslosen
  • Kinderarmut

Diese werden sowohl als Status-Indikatoren (Stichtag 31.12.2016) als auch als Dynamik-Indikatoren (Veränderung des Status-Indikators 31.12.2014 – 31.12.2016) für 436 Planungsräume Berlins betrachtet. Mit Hilfe eines wissenschaftlichen Verfahrens wird für jeden der 436 Planungsräume ein „Gesamtindex Soziale Ungleichheit“ ermittelt. So erhält man für jeden der betrachteten Planungsräume eine Aussage über dessen aktuelle soziale Situation sowie dessen Entwicklung.

Senatorin Katrin Lompscher: „Nur wer die soziale Lage in den Kiezen kennt, kann Strategien und Konzepte entwickeln, die den Problemen vor Ort wirklich gerecht werden. Mit dem Monitoring Soziale Stadtentwicklung verfügt Berlin über ein wissensbasiertes und weithin anerkanntes Instrument der sozialen Raumbeobachtung. Berlin ist damit Vorbild und Vorreiter für andere Städte in Deutschland.“

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Siehe auch:

Neues Sozialmonitoring veröffentlicht Das sind die sozial abgehängten Kieze in Berlin

Studie: Soziale Probleme in Berlins Außenbezirken wachsen

Brennpunkte in Berlin: In der Thermometersiedlung sieht es besonders düster aus

Arm und Reich, Jung und Alt: immer seltener Tür an Tür

WZB-Studie zeigt wachsende sozialräumliche Spaltung in deutschen Städten

Arme Menschen leben in deutschen Städten zunehmend konzentriert in bestimmten Wohnvierteln. Auch junge und alte Menschen sind immer seltener Nachbarn. Das zeigen Marcel Helbig und Stefanie Jähnen in einer neuen Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Darin untersuchen sie für 74 Städte die Entwicklung der sozialräumlichen Segregation von 2005 bis 2014. Sie ist die bislang umfangreichste Studie, die mit amtlichen Daten die ungleiche räumliche Verteilung sozialer Gruppen untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass in vielen deutschen Städten die Idee einer sozial gemischten Stadtgesellschaft nicht mehr der Wirklichkeit entspricht.

In gut 80 Prozent der untersuchten Städte hat seit 2005 die räumliche Ballung von Menschen, die Grundsicherung nach SGB II beziehen, zugenommen – am stärksten dort, wo viele Familien mit kleinen Kindern (unter 6 Jahren) und viele arme Menschen leben. Den höchsten Anstieg verzeichnen ostdeutsche Städte wie Rostock, Schwerin, Potsdam, Erfurt, Halle und Weimar. Zudem schreitet die sozialräumliche Spaltung in Städten schneller voran, wo eine bestimmte Schwelle der Armutssegregation bereits überschritten ist.

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Zur Studie:

Wie brüchig ist die soziale Architektur unserer Städte?

Siehe auch:

Amerikanische Zustände im Osten

Dekonstruktion des Dorftrottels

Mieten steigen auch in Marzahn-Hellersdorf weiter

Die „Berliner Woche“ berichtet:

Die Preise für Mietwohnungen in Berlin steigen weiter. Im Bezirk sind sie immer noch günstiger als anderswo, aber auch hier steigen sie weiter an.

Wer eine Wohnung in Berlin sucht, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Bei rund zwei Dritteln aller Wohnungen verlangen die Vermieter inzwischen eine Nettokaltmiete von neun Euro pro Quadratmeter. Den höchsten Anteil an solchen Wohnungen und noch höheren Mietpreisen hatte Friedrichshain-Kreuzberg. Im Jahr zuvor war noch die Hälfte der Wohnungen unter neun Euro zu haben. Das geht aus dem aktuellen Wohnungsmarktbericht der Investionsbank Berlin für 2017 hervor.

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Soziale Ungleichheit: „Solidarität war immer das Ergebnis von Kämpfen“

Sehr lesenswertes Interview in der „Süddeutschen Zeitung“:

Wie kann in Zeiten digitaler Filterblasen das Gefühl von Zusammengehörigkeit entstehen? Für Solidarität müssen die Menschen auf die Straße gehen, sagt Soziologe Oliver Nachtwey.

Interview von Thomas Jordan

Der Soziologe Oliver Nachtwey, 42, machte 2016 mit seinem Buch „Die Abstiegsgesellschaft“ Furore. Darin beschreibt er, dass es für weite Teile der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland sozial nicht mehr aufwärts geht, sondern im Vergleich zur Generation ihrer Eltern wieder bergab. Prekäre Arbeitsverhältnisse sind fest auf dem Arbeitsmarkt etabliert. Von der Politik wird als Ausgleich in einer „globalisierten, neoliberalen, turbodigitalne Welt“, wie es die neue SPD-Vorsitzende Andrea Nahles kürzlich formulierte, wieder verstärkt die Idee der Solidarität ins Spiel gebracht.

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Chancengleichheit in Großsiedlungen

Das „Quartiersmanagement Berlin“ berichtet:

Wie lässt sich Bildungserfolg in sozial benachteiligten Großsiedlungen fördern? Auf dem Kongress „StadtBildung“ berichteten Expertinnen und Experten aus Berlin und zahlreichen Großstädten in Deutschland am 15. März 2018 von erfolgreichen Lösungsansätzen. Thema war auch der Campus Efeuweg in Neukölln.

Die Neuköllner Bildungsstadträtin Karin Korte eröffnete den Kongress „StadtBildung“ mit einer klaren Aussage: „Gerade in schwierigen Kiezen brauchen wir die besten Bildungsangebote“, wenn die Chancen für alle Bevölkerungsgruppen gleich sein sollen.

Der Kongress StadtBildung

Auf der Veranstaltung kamen Expertinnen und Experten von Bildung, Jugend und Stadtentwicklung aus Praxis, Wissenschaft, Politik und Verwaltung zusammen. Thema waren sowohl neue pädagogische als auch städtebauliche Perspektiven sowie Gelingensbedingungen für erfolgreiche Campusentwicklungen in deutschen Großstädten.

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Siehe auch: Kongress StadtBildung – Kooperation für mehr Chancengleichheit in der Großsiedlung

Les Oubliés – Die politisch Verlassenen

Viele Menschen in strukturschwachen Regionen mit hohem Anteil rechtspopulistischer Wähler fühlen sich von der Politik verlassen. Das befindet die erste Studie ihrer Art zu den letzten Wahlen in Deutschland und Frankreich: 500 Haustürgespräche zeigen auf, welche Herausforderungen die Befragten in ihrem Alltag haben und warum oftmals die sozialpolitischen Bedingungen – und nicht etwa Fremdenfeindlichkeit – Grund ihres Unmuts und ihrer Zukunftsängste sind. Basierend auf den authentischen Schilderungen der Menschen entschlüsselt die Studie „Rückkehr zu den politisch Verlassenen“ deren Deutungsmuster und macht sie zugänglich für Handlungsempfehlungen, die darauf abzielen, das Vertrauen dieser Bevölkerungsgruppen zurückzugewinnen.
 
— Der Kurzfilm „Les Oubliés – Die politisch Verlassenen“ entstand im Zuge der Studienerstellung. Er wurde von der Snice-Filmproduktion erstellt und von der Alfred Herrhausen Gesellschaft gefördert.

Altersarmut: Sie kochen Kohlrabiblätter aus und heizen nur ein Zimmer

Zeit Online berichtet über das wichtige Thema Altersarmut:

Altersarmut trifft oft Frauen: Sie verdienen weniger und arbeiten oft in Teilzeit. Unsere Autorin erforscht prekären Ruhestand. Sie sagt: Die Pläne der Groko helfen kaum.

„Du findest einfach nichts anderes! Keine Chance, die Arbeitgeber wollen Jüngere“, so eine Endsechzigerin, die abends in einem Call Center Telefonaquise betreiben muss. Sie hat 40 Jahre bei einer Versicherung gearbeitet, muss aber wieder jobben, weil ihre Rente von 1.000 Euro nicht zum Leben ausreicht. Eine 80-jährige ehemalige Hausmeisterin sagt: „Ich habe nur kaputte Winterschuhe.“ Die Reparaturkosten könne sie sich nicht leisten. Und eine frühere Bürokraft, Anfang siebzig, geriet nach ihrer Scheidung in die Schuldenfalle: „Alles weg, alles weg, jetzt muss ich knausern und sparen.“ Mit Freundinnen treffen? „Das ist Luxus, das geht nicht.“ Sie ist bitter geworden: „Das Leben ist eigentlich gelaufen. Ich sehe kein Highlight mehr für mich.“

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„AfD-Wähler sind nicht wirtschaftlich, sondern kulturell abgehängt“

Via „Süddeutsche Zeitung“:

Wer ist denn nun der „kleine Mann“, der angeblich die Wahl entscheidet? Soziologe Holger Lengfeld hat die AfD-Anhängerschaft erforscht. Ein Gespräch auch über Vorwürfe an die „Lügenpresse“.

Interview von Ruth Schneeberger

Holger Lengfeld, 47, ist Professor für Soziologie an der Uni Leipzig. Er forscht unter anderem zu sozialer Ungleichheit in modernen Gesellschaften und hat sich für die Bundestagswahl die Anhängerschaft der AfD genau angeschaut.

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