Soziale Lage in Berlin: Armes Mitte, reiches Pankow

Der „Tagesspiegel“ berichtet:

Die soziale Ungleichheit in Berlin verschärft sich weiter. Fast die Hälfte der Kinder in Mitte ist von Kinderarmut betroffen.

Von Chancengleichheit in Berlin kann keine Rede sein. So lässt sich der Bericht des Bezirks Mitte zur sozialen Lage, auch im Vergleich zu den anderen Bezirken, zusammenfassen. „Wird ein Kind in Wedding geboren, ist die Chance auf eine gute Schulbildung, Zugang zum Arbeitsmarkt und somit Selbstverwirklichung wesentlich geringer als zum Beispiel in Pankow“, stellte Stadtrat Ephraim Gothe (SPD), neben Stadtentwicklung auch für Soziales und Gesundheit zuständig, am Freitag bei einem Pressegespräch fest.

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Regieren im Osten Berlins: Für Marzahn-Hellersdorf macht Dagmar Pohle bis 2021 weiter

„rbb-Online“ berichtet:

40 Jahre wird Marzahn-Hellersdorf jetzt alt und hat eine ganze Reihe von Problemen: Viele Menschen sind auf Hilfe angewiesen, es gibt zu wenige Fachkräfte. Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle will weiter gegenhalten. Dafür geht sie sogar später in Rente.

Dagmar Pohle sitzt frisch operiert im Krankenhausbett, mit neuem Kniegelenk. Warum ruht sie sich nicht aus? „Ich bin ja nicht am Kopf operiert“, lacht sie. Außerdem: „Der Bezirk liegt mir sehr am Herzen. Ich lebe jetzt seit 1978 hier, habe viele Höhen und Tiefen der Entwicklung miterlebt.“


„Ein sehr dynamischer Bezirk“
Pohle hat den Bezirk mitgestaltet – erst als Stadträtin und jetzt, schon zum zweiten Mal, als Bezirksbürgermeisterin. „Marzahn-Hellersdorf ist ein sehr dynamischer Bezirk“, sagt die Linken-Politikerin und erinnert sich an die Ursprünge. Als die DDR-Behörden in den 70er-Jahren entschieden, auf ehemaligen Rieselfeldern und landschaftlichen Flächen Plattenbauten zu errichten, ging die alte Dorfstruktur in einem Neubaugebiet auf.

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Siehe auch:
Kinder- und Jugendhaus „Bolle“: „Die Kinderarmut ist hier schon präsent“
40 Jahre Marzahn: Hochburg der Alleinerziehenden am Rande Berlins
Bürgermeisterin Dagmar Pohle zum Jubiläum des Bezirks und Aufgaben in 2019

Ostdeutschland: Selten zuvor wurde über so viel Zukunft entschieden

Via „Zeit Online“:

Für Deutschland wird 2019 das wahrscheinlich wichtigste Jahr nach dem Mauerfall: In drei ostdeutschen Bundesländern wird gewählt. Und Reaktionäre stellen die Machtfrage.

Es hat Jahre gegeben, in denen die Menschen im Osten trotz all der ungeheuerlichen Umwälzungen, die sie in den Neunzigern erfuhren, einfach ruhig vor sich hingelebt haben. Gemeint sind die Jahre zwischen 2005 und 2015. Im Jahr 2005 waren noch einige, wenn auch vergeblich, gegen die Einführung von Hartz IV auf die Straße gegangen. Danach kamen zwar die großen Unternehmen nicht, auf die man gehofft hatte; verließen die Jungen diesen Landstrich noch immer beharrlich; gelang es dem Großteil der Menschen immer noch nicht, sich ein Vermögen aufzubauen. Dennoch: Es kehrte ein gewisser Friede ein.

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Kein Bezirk altert so schnell wie Marzahn-Hellersdorf

Der „Tagesspiegel“ schreibt:


Nirgendwo in Berlin altert die Bevölkerung so schnell wie in Marzahn-Hellersdorf. Was die Plattenbausiedlungen damit zu tun haben.

Dass sie es so lange miteinander aushalten würden, hatten Elga und Ulrich Jahnke selber nicht gedacht. Im September feierte das Ehepaar aus Hellersdorf Gnadenhochzeit – 70 Jahre Seite an Seite, vom Bezirk gab es dafür eine Ehrung. Und aktuell spricht nichts dagegen, dass noch ein paar Jahre dazukommen. Ulrich Jahnke, trotz stolzer 91 Jahre und Herzschrittmachers immer noch topfit, schreibt gerade an seiner Autobiografie.

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https://www.morgenpost.de/bezirke/marzahn-hellersdorf/article216017247/Marzahn-Hellersdorf-altert-schneller-als-andere-Bezirke.html

Jeder achte Berliner kann seine Schulden nicht bezahlen

Die „Berliner Morgenpost“ berichtet:

Nur in Sachsen-Anhalt und Bremen gibt es mehr Schuldner als in der Hauptstadt. In diesen Berliner Bezirken ist die Rate besonders hoch.

Die Zahl der überschuldeten Berliner ist im laufenden Jahr leicht gesunken. Konnten im Jahr 2017 noch 373.875 Berliner ihre Kredite nicht bedienen, sind es aktuell 371.988. Das entspricht einem Rückgang von 0,5 Prozent, wie das Inkassounternehmen Creditreform anhand seines jährlichen Schuldneratlas nun vorrechnet. Rückläufig ist damit auch die Schuldnerquote, die die Anzahl der Überschuldeten ins Verhältnis zur Gesamtbevölkerung setzt. Weil zusätzlich zur geringeren Zahl der Überschuldungsfälle mehr Menschen hergezogen sind, sank die Quote in der Hauptstadt auf 12,4 Prozent (2017: 12,6 Prozent).

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Der Verein Julateg eröffnet neue Beratungsstelle für Schuldner in Marzahn-Nord

Die „Berliner Woche“ berichtet:
Der Verein Julateg Finsolv hat in der Wörlitzer Straße eine zweite Schuldnerberatungsstelle im Bezirk eingerichtet. Menschen mit hohen Schulden aus dem Norden des Bezirks haben jetzt kürzere Wege, um sich beraten zu lassen.
„Wir wissen, dass besonders Menschen aus den Großsiedlungen häufig eine Schuldenlast mit sich tragen“, sagt Irena Rykala, Leiterin der Beratungsstelle. Marzahn-Hellersdorf gehört mit einer Quote von rund 15 Prozent zu den Bezirken in Berlin mit den meisten Schuldnern und der Großteil wohnt in den Großsiedlungen Marzahn und Hellersdorf.
 

Talk ohne Show: Eine soziale Politik für Geflüchtete und Deutsche?

Die Dokumentation der Debatte über „Durst nach Geld – Hunger nach Gerechtigkeit. Eine soziale Politik für Geflüchtete und Deutsche“ ist jetzt online:

Unter dem Titel „Durst nach Geld – Hunger nach Gerechtigkeit“ lud weltgewandt e.V. kurzfristig zu einem Gesprächssalon am 21.11.18 mit Ulrike Herrmann, Wirtschaftskorrespondentin der taz und Buchautorin.

„Niemand wird arm, wenn wir großzügig aufnehmen.“ „Komplett offene Grenzen geht auch nicht.“ Wie passen die beiden Aussagen von Frau Herrmann zusammen? Lest / lesen Sie selbst die bebilderte Beschreibung des Gesprächs.

Rolf A. Götte würdigt den Abend mit einem Kiezbericht.

Die Wirtschaftskorrespondentin Ulrike Herrmann (taz/tageszeitung) war am 21.11.2018 zu Gast im Jugendzentrum Betonia

Marzahn-Nord-West: Bericht des Kiezreporters Rolf A. Götte über eine spannende Veranstaltung von weltgewandt e.V. in der vergangenen Woche im Jugendzentrum Betonia:
 

Die Wirtschaftskorrespondentin Ulrike Herrmann (taz/tageszeitung) war am 21.11.2018 zu Gast im Jugendzentrum Betonia in der Wittenberger Straße 78 in Berlin Marzahn NordWest. Sophia Bickhardt (weltgewandt. Institut für interkulturelle politische Bildung e.V.) hatte zur Teilnahme an einer Diskussion mit Publikumsbeteiligung gebeten und interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt.

Ulrike Herrmann (Autorin von „Der Sieg des Kapitals“ und „Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung“) referierte ausdrucksstark mit fundiertem Wissen. Sophia Bickardt moderierte geschickt und selbst dann, wenn sich der Fokus der deutschen Gäste verstärkt in Richtung Hartz IV, Wohnraumknappheit sowie Renten- und Arbeitsmarkt-Politik bewegte, bemühte sie sich eindringlich, daß auch die Fragen der Neu-Berliner Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Nahost mittels eines Übersetzers das notwendige Gewicht erhielten. Dieses Procedere erschwerte zwar den Ablauf der Diskussion; war aber unbedingt notwendig.

Flüchtlingsheime stehen trotz Wohnungsmangels leer

Die „Berliner Morgenpost“ schreibt:

Viele Berliner Flüchtlingsheime stehen mittlerweile leer. Doch eine Zwischennutzung durch Obdachlose ist nicht vorgesehen.

Leerstehende Flüchtlingsunterkünfte in Berlin könnten eine Zwischenlösung für Studenten oder Obdachlose sein – zumindest aus Sicht ihrer Interessenvertretungen. „Sie wären eine erste Auffangmöglichkeit für Studenten, die neu in die Stadt kommen“, sagte etwa Robert Jung von der Berliner Studentenvertretung „LandesAstenKonferenz“ der Deutschen Presse-Agentur. Die Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, Werena Rosenke, hält eine Zwischennutzung für Obdachlose für „praktisch realisierbar und relativ einfach umzusetzen“. Die Unterkünfte könnten auch tagsüber genutzt werden.

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Don-Bosco-Zentrum in Berlin: Beistand für einen zweiten Anlauf

Via „Deutschlandfunk“:

Gestrauchelt, gefallen, aber nicht verlassen: Der italienische Priester Don Bosco gab Jugendlichen eine zweite Chance. Eine Ordensgemeinschaft setzt das Werk in seinem Namen fort. Zum Beispiel in einem Ausbildungszentrum am Rand von Berlin.

Es ist kurz vor Neun. In der Küche des Don-Bosco-Zentrums Berlin haben schon die Vorbereitungen für das Mittagessen begonnen. Ein junger Mann schneidet für einen Rohkostsalat Kohl in Streifen. Er macht eine zweijährige Ausbildung als Fachkraft im Gastgewerbe. Neben ihm rührt eine Frau in einer Schüssel.

„Das ist veganes Mett: Reiswaffeln, Zwiebeln, Tomatenmark, passierte Tomaten, Oregano, Kümmel, Salz und Pfeffer.“

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