Chancengleichheit in Großsiedlungen

Das „Quartiersmanagement Berlin“ berichtet:

Wie lässt sich Bildungserfolg in sozial benachteiligten Großsiedlungen fördern? Auf dem Kongress „StadtBildung“ berichteten Expertinnen und Experten aus Berlin und zahlreichen Großstädten in Deutschland am 15. März 2018 von erfolgreichen Lösungsansätzen. Thema war auch der Campus Efeuweg in Neukölln.

Die Neuköllner Bildungsstadträtin Karin Korte eröffnete den Kongress „StadtBildung“ mit einer klaren Aussage: „Gerade in schwierigen Kiezen brauchen wir die besten Bildungsangebote“, wenn die Chancen für alle Bevölkerungsgruppen gleich sein sollen.

Der Kongress StadtBildung

Auf der Veranstaltung kamen Expertinnen und Experten von Bildung, Jugend und Stadtentwicklung aus Praxis, Wissenschaft, Politik und Verwaltung zusammen. Thema waren sowohl neue pädagogische als auch städtebauliche Perspektiven sowie Gelingensbedingungen für erfolgreiche Campusentwicklungen in deutschen Großstädten.

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Siehe auch: Kongress StadtBildung – Kooperation für mehr Chancengleichheit in der Großsiedlung

„Kaum Angst vor Überfremdung“

Die „Zeit“ u.a. Medien berichten über die neue Studie „Rückkehr zu den politisch Verlassenen“:

Einfach mal an 5.000 Türen klingeln, wo viele AfD wählen und wenig verdienen: Johannes Hillje weiß, was passiert, wenn man mit den Menschen redet – statt über sie.

Duisburg-Neumühl, Eisenhüttenstadt, Marzahn-Hellersdorf: Das Forscherteam um Johannes Hillje hat an 5.000 Türen in sozial schwachen Regionen geklingelt, in denen die AfD besonders große Wahlerfolge erzielt hatte. 500 haben aufgemacht und mit ihm über das Gefühl gesprochen, abgehängt zu sein, über Vertrauen in die Politik und die Ablehnung von Flüchtlingen. Die gute Nachricht: Die Menschen zeigten sich kaum rassistisch, auch waren die meisten proeuropäisch. Sie wollen keine Grenzschließungen, sondern besseren Nahverkehr und mehr Läden um die Ecke. Aber: Das Politiksystem müsste sich grundlegend wandeln, um das Vertrauen dieser Menschen zurückzugewinnen.

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Siehe auch:

In Hochburgen von Rechtspopulisten grassieren Abstiegsängste

Menschen in AfD-Hochburgen fühlen sich von der Politik alleingelassen

AfD-Hochburgen: „Es herrscht ein Gefühl des Verlassenseins“

Zur Studie:

In rechtspopulistischen Hochburgen herrscht ein Gefühl des Verlassenseins

Butterwegge: „Das Ganze hat eine rassistische Note“

Via „Deutschlandfunk“:

Die Entscheidung der Tafel in Essen, zunächst keine zusätzlichen Ausländer mit Lebensmitteln zu unterstützen, sorgt weiter für Wirbel. Auch der Armutsforscher Prof. Christoph Butterwegge übt Kritik am Vorgehen

DW: Professor Butterwegge, ein Kunde der Essener Tafel hat zu Protokoll gegeben: „Früher hätte die SPD dafür gesorgt, dass es erst gar nicht soweit kommt.“ Stimmt das?

Christoph Butterwegge: Ja, natürlich. Das zentrale Thema ist ja der sukzessive Abbau des Sozialstaats in Deutschland. Die Stichworte lauten: Agenda 2010 und Hartz IV-Gesetze. Was wir hier erleben, sind die Folgen des schleichenden Abbaus der sozialen Sicherungen, den ich ja seit langem kritisiere.

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Breitenbach will leere Flüchtlingsheime für Kältehilfe

Die „Berliner Morgenpost“ berichtet:

Wenn die kalte Jahreszeit kommt, haben es viele obdachlose Menschen noch schwerer als ohnehin schon. Alljährlich werden für die Kältehilfe Unterkünfte gesucht. Nun gibt es einen neuen Ansatz.

Berlin. Obdachlose Menschen sollen im kommenden Winter auch in leeren Flüchtlingsunterkünften warme Schlafplätze finden können. Das kündigte Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an. „Wir überlegen, inwieweit wir Notunterkünfte für Flüchtlinge, die freigezogen wurden und bei denen Mietverträge noch weiterlaufen, für die Kältehilfe nutzen können“, sagte sie.

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Wahlenthaltung: Nichtwähler – die unbekannte Spezies

Via „Deutschlandfunk“:
Warum entscheidet sich jemand, von seinem Wahlrecht keinen Gebrauch zu machen? Die Gründe sind unterschiedlich. Immerhin: Es wird wieder mehr gewählt. Das könnte an der Flüchtlingspolitik liegen, meinen Experten – und warten gespannt auf die Zahlen zur Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl.
„Guten Tag. Entschuldigen Sie bitte, darf ich Ihnen das mitgeben?“ – „Ja, danke.“ – „Bitte.“ Es ist ein sonniger Nachmittag im Ost-Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Der Bezirksverband der Linkspartei hat einen kleinen Klapptisch aufgestellt. Ein leuchtend roter Sonnenschirm spendet der kleinen Gruppe Schatten. „Möchten Sie vielleicht etwas mitnehmen von der Linkspartei? Das ist das Kurzwahlprogramm. Vielleicht auch noch die Wahlzeitung dazu?“

Jugendamt erhöht Personal bei den Regionalen Sozialpädagogischen Diensten

Die „Berliner Woche“ berichtet:
Marzahn-Hellersdorf. Immer mehr Familien im Bezirk brauchen Hilfen bei der Erziehung. Deren erste Ansprechpartner sind die Mitarbeiter der Regionalen Sozialpädagogischen Dienste (RSD).
Diese arbeiten in Gruppen in sechs Regionen des Bezirks von Marzahn-Nord bis Hellersdorf-Nord, Mahlsdorf eingeschlossen. Die Aufgabe der RSD besteht darin, bei familiären Problemen zu beraten und Eltern in der Kindererziehung zu unterstützen. Sie arbeiten mit anderen Institutionen zusammen und organisieren Hilfen. Wenn diese nicht greifen, werden Kinder aus den Familien herausgenommen und in Heimen oder Pflegefamilien untergebracht.
Die Situation ist in den Bezirksregionen unterschiedlich. In Marzahn-Nord beispielsweise betreuen Mitarbeiter des RSD gegenwärtig etwa 100 Familien mit 400 Kindern. In Hellersdorf-Nord bedürfen 1371 Familien mit 2477 Kindern einer ständigen Begleitung. Wenn diese Unterstützung nicht mehr ausreicht, müssen die Eltern zur Erziehungsberatung oder die Kinder sogar woanders untergebracht werden.
 

Serie: Alleinerziehende in Berlin – Wenn die Arche zur ersten Anlaufstelle wird

Videobeitrag des „rbb“ zu einem sehr wichtigen sozialen Thema in Marzahn-Hellersdorf:
Ein Vollzeitjob lässt sich für Alleinerziehende neben den Kindern kaum bewältigen. Das Armutsrisiko ist dadurch wesentlich höher als bei Paaren: Fast die Hälfte lebt von Hartz IV oder stockt auf. In Marzahn-Hellersdorf ist es besonders prekär.
Zum Video geht es hier.
 

Interview mit Marzahn-Hellersdorfs Bürgermeisterin Dagmar Pohle: Die soziale Mischung muss stimmen

Ein alarmierendes Interview von „LichtenbergMarzahn+“ mit unserer Bezirksbürgermeisterin Frau Pohle:
In Marzahn-Hellersdorf sind die meisten Häuser saniert, neue werden gebaut, die Arbeitslosigkeit ist unter den Berliner Durchschnitt gesunken. Und mit der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Berlin 2017 zieht der Bezirk Hunderttausende Besucher an. Dennoch sind aktuelle Sozialdaten alarmierend: Die Ausgaben für die Hilfen zur Erziehung (HzE) sind enorm gestiegen, die Anzahl der Fälle von Kindeswohlgefährdung ebenfalls. Auch der im Mai vorgestellte Bericht über die Einschulungsuntersuchungen 2015/16 zeigt durchwachsene Ergebnisse, schlecht sind sie in Teilen der Großsiedlungen.
 

Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen in Marzahn-Hellersdorf: Arme Kinder mit großen Defiziten

Die Ergebnisse der #Einschulungsuntersuchungen 2015/16 in Marzahn-Hellersdorf #Mahe, die jetzt veröffentlicht wurden, sind erschreckend. In den #Großsiedlungen #Marzahn und #Hellersdorf leben Kinder mit den berlinweit höchsten Entwicklungsdefiziten. Die gravierendsten sozialen Problemlagen und die daraus resultierenden gesundheitlichen Risiken gibt es in den Bezirksregionen Marzahn-Nord, Hellersdorf-Nord, Hellersdorf-Ost und Hellersdorf-Süd. Das deckt sich mit den Erfahrungen einer #Grundschullehrerin

Marzahn-Hellersdorf. In den Großsiedlungen Marzahn und Hellersdorf leben Kinder mit den berlinweit höchsten Entwicklungsdefiziten. Überdurchschnittlich viele Mädchen und Jungen wachsen dort im Berlin-Vergleich unter ungünstigen sozialen und familiären Bedingungen auf. Sie sind zu dick, haben schadhafte Zähne, eine mangelhafte Visuomotorik (Koordinierung von visueller Wahrnehmung und Bewegungsapparat) und schlechte sprachliche Fähigkeiten, heißt es im Bericht über die Einschulungsuntersuchung für das Schuljahr 2015/2016. Zudem weisen sie mehr emotional-soziale Auffälligkeiten auf als ihre Altersgefährten in anderen Ortsteilen des Bezirks und in anderen Berliner Bezirken. Bestwerte erreicht Marzahn-Hellersdorf lediglich im Impfstatus: Die Kinder haben den höchsten Durchimpfungsgrad aller zwölf Bezirke.

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Alte Hellersdorfer Straße: Wo fast jeder Zweite von Hartz IV lebt

Die „Berliner Zeitung“ berichtet:

Wo sie endet, ist auch Berlin vorbei: Die Alte Hellersdorfer Straße grenzt an Brandenburg. Als Teil der Großwohnsiedlung Hellersdorf  in den 80er-Jahren entstanden, war sie Teil eines ehrgeizigen Projekts der DDR. Während es Teilen des Viertels heute recht gut geht, die Bewohner der sanierten Plattenbauten ihr Wohnumfeld loben, bleibt die Alte Hellersdorfer Straße eine Herausforderung. Vor allem nördlich der Zossener Straße ist sie zum sozialen Brennpunkt geworden. Die Zahlen aus dem vor Kurzem veröffentlichten Sozialbericht des Bezirks Marzahn-Hellersdorf bestätigen das. Fast jeder zweite der 6700 Bewohner der zwei Kilometer langen Straße lebt von Hartz IV. Ein Besuch.