Armut in der Schule: „Ich habe mich so geschämt“

„Spiegel-Online“ schreibt:

Klassenfahrten, Theaterkurse, Bücher, Ranzen, Stifte – Bildung kostet Geld. Doch was ist, wenn Familien das nicht aufbringen können? Sieben Betroffene erzählen.

Es gibt Geschichten, die auf den ersten Blick von einem einzelnen Schicksal erzählen – und dann aber doch sehr viele Menschen berühren. Kürzlich machte solch eine Geschichte bundesweit Schlagzeilen: Eine Krankenschwester mit vier Kindern hatte auf Twitter davon berichtet, wie schwer es für sie ist, das Geld für Klassenfahrten und Ferienbetreuung zusammenzukratzen.

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Arm und Reich, Jung und Alt: immer seltener Tür an Tür

WZB-Studie zeigt wachsende sozialräumliche Spaltung in deutschen Städten

Arme Menschen leben in deutschen Städten zunehmend konzentriert in bestimmten Wohnvierteln. Auch junge und alte Menschen sind immer seltener Nachbarn. Das zeigen Marcel Helbig und Stefanie Jähnen in einer neuen Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Darin untersuchen sie für 74 Städte die Entwicklung der sozialräumlichen Segregation von 2005 bis 2014. Sie ist die bislang umfangreichste Studie, die mit amtlichen Daten die ungleiche räumliche Verteilung sozialer Gruppen untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass in vielen deutschen Städten die Idee einer sozial gemischten Stadtgesellschaft nicht mehr der Wirklichkeit entspricht.

In gut 80 Prozent der untersuchten Städte hat seit 2005 die räumliche Ballung von Menschen, die Grundsicherung nach SGB II beziehen, zugenommen – am stärksten dort, wo viele Familien mit kleinen Kindern (unter 6 Jahren) und viele arme Menschen leben. Den höchsten Anstieg verzeichnen ostdeutsche Städte wie Rostock, Schwerin, Potsdam, Erfurt, Halle und Weimar. Zudem schreitet die sozialräumliche Spaltung in Städten schneller voran, wo eine bestimmte Schwelle der Armutssegregation bereits überschritten ist.

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Zur Studie:

Wie brüchig ist die soziale Architektur unserer Städte?

Siehe auch:

Amerikanische Zustände im Osten

Dekonstruktion des Dorftrottels

Gefangen in Hartz IV

Als alleinerziehende Mutter gefangen in der Hartz-IV-Spirale. Im Gespräch erkundigte sich das Inforadio in der Arche in Berlin-Hellersdorf nach den Problemen mit dem vorhandenen System:

Die deutsche Wirtschaft brummt, überall werden Arbeitskräfte gesucht – von der Aushilfe bis zur Fachkraft. Und trotzdem gibt es 800.000 Langzeitarbeitslose. Welche Probleme haben diejenigen, die erst einmal in der Hartz-IV-Spirale stecken? Für den zweiten Teil ihrer Reportage hat Inforadio-Reporterin Sylvia Tiegs in Berlin und Potsdam nach Antworten gesucht.

Mittagszeit in der „Arche“ in Berlin-Hellersdorf. Die Kantine des christlichen Kinder- und Jugendhilfswerks ist gut besucht, heute gibt’s Kürbissuppe. Wie immer kostenlos. Die „Arche“ versteht sich als Anlaufstelle für Familien, die wenig haben. Nicole zählt sich dazu. Die 31-Jährige zieht alleine fünf Kinder groß: „Der Jüngste ist anderthalb, die Älteste ist zehn.“

Ihre beiden Kleinsten hat Nicole zum Mittagessen in die „Arche“ mitgebracht; die Jungs sitzen fröhlich in ihren Hochstühlen und manschen in der Suppe rum. Aus eigener Kraft kann ihre Mutter sie nicht ernähren, Nicole und ihre Kinder leben komplett vom Staat: „Momentan von Hartz IV, Kindergeld und Unterhaltsvorschuss für die Kinder.“

Mit dem Vater der Kinder wohnt Nicole nicht zusammen, er kümmere sich aber – sagt sie. Als Lagerarbeiter verdiene er zu wenig, um sie finanziell zu unterstützen. Deshalb der Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt. Hartz IV bezieht die junge fünffach-Mutter, obwohl sie gerne arbeiten gehen würde. Aber sie kann nicht: „Mein Hauptproblem ist: Kita-Gutscheine habe ich für alle Kinder – und finde einfach keine Plätze.“

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Berlin verzeichnet erste Erfolge gegen Kinderarmut

Die „Berliner Morgenpost“ berichtet:

5700 junge Menschen weniger als noch vor einem Jahr benötigen zusätzliche Leistungen zur Grundsicherung.

Berlin. In Berlin ist weiterhin fast jedes dritte Kind auf Hartz IV angewiesen. Im Dezember 2017 lebten 172.421 Kinder und Jugendliche in einer Familie, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) bezieht. Das sind etwa 1000 weniger als 2016. Allein 76.241 dieser Minderjährigen wachsen in Haushalten von Alleinerziehenden auf. Das Armutsrisiko gilt dort als besonders hoch. Auffallend ist aber vor allem, dass weniger Kinder und Jugendliche sogenannten Aufstocker-Familien angehören, die trotz eigenen Einkommens auf zusätzliche Grundsicherungs-Leistungen (ALG II) angewiesen sind. Ihre Zahl ging von 81.682 auf 75.981 zurück.

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Stromsperren für 3.641 Haushalte

„LichtenbergMarzahn+“ berichtet:

Lichtenberg/Marzahn-Hellersdorf. Immer wieder gibt es in den Berliner Stadtteilen kurzzeitige Ausfälle der Stromversorgung. Das ist ärgerlich, aber meist nach wenigen Stunden behoben. Doch im Jahr 2017 gab es fast 17.000 Haushalte in der Stadt, denen von den Stromversorgern wegen nicht gezahlter Entgelte der Saft völlig abgedreht wurde – eine einschneidende Beeinträchtigung der Lebensqualität. Denn dann geht gar nichts mehr. Fernseher, Radio, Telefon funktionieren nicht, die Waschmaschine und der Herd können nicht benutzt werden, ebenso wenig der Kühlschrank. Und abends gibt es höchstens Kerzenlicht.

Marzahn-Hellersdorf auf Platz Zwei

Zwar ist 2017 die Zahl der Stromsperren gegenüber 2016 um 7,26 Prozent gesunken, liegt aber immer noch 7,49 Prozent höher als im Jahr 2015. Das ergab eine Antwort des Senats auf eine Anfrage des aus Marzahn-Hellersdorf stammenden Abgeordneten Kristian Ronneburg (Linke). Die meisten Sperren gab es im vergangenen Jahr im Bezirk Mitte (2.030). Gleich dahinter liegt Marzahn-Hellersdorf mit 1.944 Stromsperren. Lichtenberg belegt mit 1.697 Stromsperren einen Mittelplatz. Am seltensten wurde der Strom Haushalten im gut situierten Bezirk Steglitz-Zehlendorf abgedreht: Dort waren lediglich 448 Stromsperren zu verzeichnen.

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Fast jedes dritte Kind in Berlin lebt von Hartz IV

Der „rbb“ berichtet:

Die Zahl der Minderjährigen, die in Deutschland von Hartz IV leben, ist seit 2013 deutlich gestiegen. Stark betroffen sind vor allem Kinder aus Flüchtlingsfamilien. In Berlin lebt inzwischen fast jedes dritte Kind von staatlicher Grundsicherung.

Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland sind auf Hartz IV angewiesen. Das geht aus neuesten Zahlen hervor, die die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg vorgelegt hat.

Demnach lebten im Juni 2017 rund 2,05 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Familien, die wegen längerer Arbeitslosigkeit oder zu geringer Einkünfte auf Hartz IV angewiesen waren. Das sind 5,2 Prozent mehr als im Juni 2016 und fast acht Prozent mehr als im Juni 2013.

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Chancengleichheit in Großsiedlungen

Das „Quartiersmanagement Berlin“ berichtet:

Wie lässt sich Bildungserfolg in sozial benachteiligten Großsiedlungen fördern? Auf dem Kongress „StadtBildung“ berichteten Expertinnen und Experten aus Berlin und zahlreichen Großstädten in Deutschland am 15. März 2018 von erfolgreichen Lösungsansätzen. Thema war auch der Campus Efeuweg in Neukölln.

Die Neuköllner Bildungsstadträtin Karin Korte eröffnete den Kongress „StadtBildung“ mit einer klaren Aussage: „Gerade in schwierigen Kiezen brauchen wir die besten Bildungsangebote“, wenn die Chancen für alle Bevölkerungsgruppen gleich sein sollen.

Der Kongress StadtBildung

Auf der Veranstaltung kamen Expertinnen und Experten von Bildung, Jugend und Stadtentwicklung aus Praxis, Wissenschaft, Politik und Verwaltung zusammen. Thema waren sowohl neue pädagogische als auch städtebauliche Perspektiven sowie Gelingensbedingungen für erfolgreiche Campusentwicklungen in deutschen Großstädten.

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Siehe auch: Kongress StadtBildung – Kooperation für mehr Chancengleichheit in der Großsiedlung

„Kaum Angst vor Überfremdung“

Die „Zeit“ u.a. Medien berichten über die neue Studie „Rückkehr zu den politisch Verlassenen“:

Einfach mal an 5.000 Türen klingeln, wo viele AfD wählen und wenig verdienen: Johannes Hillje weiß, was passiert, wenn man mit den Menschen redet – statt über sie.

Duisburg-Neumühl, Eisenhüttenstadt, Marzahn-Hellersdorf: Das Forscherteam um Johannes Hillje hat an 5.000 Türen in sozial schwachen Regionen geklingelt, in denen die AfD besonders große Wahlerfolge erzielt hatte. 500 haben aufgemacht und mit ihm über das Gefühl gesprochen, abgehängt zu sein, über Vertrauen in die Politik und die Ablehnung von Flüchtlingen. Die gute Nachricht: Die Menschen zeigten sich kaum rassistisch, auch waren die meisten proeuropäisch. Sie wollen keine Grenzschließungen, sondern besseren Nahverkehr und mehr Läden um die Ecke. Aber: Das Politiksystem müsste sich grundlegend wandeln, um das Vertrauen dieser Menschen zurückzugewinnen.

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Siehe auch:

In Hochburgen von Rechtspopulisten grassieren Abstiegsängste

Menschen in AfD-Hochburgen fühlen sich von der Politik alleingelassen

AfD-Hochburgen: „Es herrscht ein Gefühl des Verlassenseins“

Zur Studie:

In rechtspopulistischen Hochburgen herrscht ein Gefühl des Verlassenseins

Butterwegge: „Das Ganze hat eine rassistische Note“

Via „Deutschlandfunk“:

Die Entscheidung der Tafel in Essen, zunächst keine zusätzlichen Ausländer mit Lebensmitteln zu unterstützen, sorgt weiter für Wirbel. Auch der Armutsforscher Prof. Christoph Butterwegge übt Kritik am Vorgehen

DW: Professor Butterwegge, ein Kunde der Essener Tafel hat zu Protokoll gegeben: „Früher hätte die SPD dafür gesorgt, dass es erst gar nicht soweit kommt.“ Stimmt das?

Christoph Butterwegge: Ja, natürlich. Das zentrale Thema ist ja der sukzessive Abbau des Sozialstaats in Deutschland. Die Stichworte lauten: Agenda 2010 und Hartz IV-Gesetze. Was wir hier erleben, sind die Folgen des schleichenden Abbaus der sozialen Sicherungen, den ich ja seit langem kritisiere.

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Breitenbach will leere Flüchtlingsheime für Kältehilfe

Die „Berliner Morgenpost“ berichtet:

Wenn die kalte Jahreszeit kommt, haben es viele obdachlose Menschen noch schwerer als ohnehin schon. Alljährlich werden für die Kältehilfe Unterkünfte gesucht. Nun gibt es einen neuen Ansatz.

Berlin. Obdachlose Menschen sollen im kommenden Winter auch in leeren Flüchtlingsunterkünften warme Schlafplätze finden können. Das kündigte Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an. „Wir überlegen, inwieweit wir Notunterkünfte für Flüchtlinge, die freigezogen wurden und bei denen Mietverträge noch weiterlaufen, für die Kältehilfe nutzen können“, sagte sie.

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