So haben Deutschtürken und Russlanddeutsche gewählt

Der „Tagesspiegel“ schreibt:

Eine Studie zur Bundestagswahl 2017 zeigt politische Präferenzen und politisches Engagement von Deutschtürken und Russlanddeutschen.

Die Volksparteien CDU/CSU und SPD, die bisher bei Menschen mit Migrationshintergrund dominant waren, haben auch bei diesen an Zustimmung verloren. Das geht aus einer Forschungsarbeit der Universitäten Köln und Duisburg-Essen (UDE) hervor, die das Wahlverhalten zur Bundestagswahl 2017 von Russlanddeutschen und Deutschtürken vergleicht. Politikwissenschaftler. Für die „Immigrant German Election Study“ wurden jeweils knapp 500 zufällig ausgewählte Deutsche befragt, die selbst oder deren Eltern aus der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten oder aus der Türkei eingewandert sind.

Weiterlesen

ARD-Doku zu Aussiedler*innen: Deutschland – Heimat – Fremdes Land

Via ARD:

„Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kamen Millionen Menschen aus den einstigen Sowjetrepubliken nach Deutschland. Lange Zeit blieben die „Spätaussiedler“ unauffällig – man wollte deutsch sein, nicht als Außenseiter wahrgenommen werden. Und wählte traditionell CDU, die Partei Helmut Kohls – des „Kanzlers der Einheit“.

Russe oder Deutscher?

Doch spätestens mit der Flüchtlingskrise hat sich das Bild gewandelt: Eine neue, hier geborene Generation definiert sich selbstbewusst über ihre russischen Wurzeln, bleibt beim Feiern und im Bekanntenkreis unter sich – während viele Ältere sich an nationalen Gruppen, insbesondere an der AfD, orientieren: Sie eint die scharfe Ablehnung von Neu-Zuwanderern, liberaler Lebensentwürfe – sowie das Bekenntnis zu Familie, Glaube und Heimat.

Über Monate haben die Filmemacher Menschen begleitet, die mit der neuen, alten Heimat Deutschland hadern: Die Dokumentation ergründet, welche Rolle fundamentalchristliche Bewegungen und rechte Bewegungen einerseits, aber auch Nachwirkungen des Stalin-Terrors für das Selbstbild und die politischen Einstellungen der russlanddeutschen Community spielen.“

Zum Film geht es hier.

Kritischer Beitrag der taz zur ARD-Doku: ARD-Doku über Russlanddeutsche: Altbekannte Klischees

 

Rechtspopulismus und Rechtsextremismus: über deutsch-russische Missverständnisse

Ein Thema, das uns auch in Marzahn-Hellersdorf beschäftigt – die „Beltower News“ berichten über eine Fachtagung in Zusammenarbeit des Vereins „Deutsch-Russischer Austausch e.V.“ (DRA) und der „Amadeu Antonio Stiftung“:

Die russischsprachige Community in Deutschland besteht aus drei bis sechs Millionen Menschen, dazu gehören Spätaussiedler, jüdische Kontingentflüchtlinge und Arbeitsmigrant_innen. Gerade den Spätaussiedlern, den sogenannten Russlanddeutschen, wird eine besondere Nähe zur AfD nachgesagt. Zusammen mit dem Deutsch-Russischen Austausch e.V. (DRA) hat die Amadeu Antonio Stiftung einen Fachaustauch in Berlin organisiert. Journalist_innen und Vertreter_innen verschiedenster Organisationen kamen zusammen und diskutierten über Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in einer Community, über die man immer noch viel zu wenig weiß.

Drei bis sechs Millionen Menschen leben in Deutschland in der „russischsprachigen Community“. Allein dieser Satz macht schon stutzig, denn genauere Zahlen gibt es nicht. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages stellt immerhin fest, dass 4.517.052 Spätaussiedler in den Jahren zwischen 1950 und 2014 nach Deutschland gekommen sind. Etwa 220.000 jüdische Kontingentflüchtlinge kamen zwischen 1991 und 2004 nach Deutschland. Einige davon sind schließlich nach Israel ausgewandert.

Weiterlesen

Russlanddeut­sche: Vergessene und verführbare Wähler

Der österreichische „Kurier“ berichtet:

Eingelegte Tomaten und cremegefüllte Kekse „Platonki“ gibt’s im Mix-Markt, russische DVDs und Putin-Matrjoschka im Kiosk nebenan, aus dem Lautsprecher tönen schwermütige Klänge. Hier, im Ostberliner Stadtteil Marzahn, zwischen Plattenbauten, die sich scheinbar endlos nach oben strecken, leben viele russischsprachige Migranten sowie  Russlanddeutsche.Weiterlesen

    Die vergessenen zehn Prozent

    Die „Märkische Online Zeitung“ schreibt:

    Berlin (MOZ) Erdogan gibt Wahlempfehlungen ab, Putins Staatssender machen Stimmung gegen Merkels Flüchtlingskurs, und plötzlich steht die Frage im Raum: Wie verhalten sich eigentlich die Wahlberechtigten mit ausländischen Wurzeln?

    So viel Aufmerksamkeit ist die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) nicht gewohnt. Auf Atila Karabörklü, den Bundesvorsitzenden des 1995 gegründeten Vereins, sind drei Kameras gerichtet, vor ihm stehen vier Mikrofone, jeder Platz am Konferenztisch ist besetzt. RTL ist da, der Deutschlandfunk, die ganzen Nachrichtenagenturen. Und das alles wegen dem, was er zu sagen hat. Karabörkli schaut die Mikrofone vor sich erfreut an, beugt sich vor und sagt: „Hört man, hört man?“

    Weiterlesen

    Russlanddeutsche vor der Wahl: AfD-Wähler und Flüchtlingsfeinde?

    Der „Deutschlandfunk“ berichtet:
    Viele Russlanddeutsche fühlen sich von der Politik vergessen und kritisieren die Flüchtlingspolitik. Wenn sie wählten, machten sie ihr Kreuz bei der CDU. Wegen des aktuellen Unmuts wandern jetzt viele zur AfD ab. In Marzahn-Hellersdorf hat die SPD daher bewusst einen russischstämmigen Bundestagskandidaten aufgestellt.

    Russischer Tanztee alle zwei Wochen freitags im interkulturellen Zentrum Babel e.V. in Hellersdorf. Viele haben sich Essen von zuhause mitgebracht: russisches Konfekt, in Fett gebackene Apfelküchlein, draußen im Hof brutzelt das Schaschlik auf dem Grill, drinnen bewegen sich betagte Damen zu russischem Pop – manche dezent, manche etwas schwerfällig.

    Mit Deutsch kommt man hier nicht weit, viele winken ab, obwohl sie seit über 20 Jahren in Berlin leben. Deshalb stellt sich SPD-Kandidat Dmitri Geidel auch auf Russisch vor – das kommt definitiv besser an. Sozialdemokrat Geidel, 27 Jahre alt, Typ netter Schwiegersohn von nebenan, ist in St. Petersburg geboren. Er studierte Jura, promoviert an der Humboldt-Universität und will jetzt in den Bundestag.

    Weiterlesen

     

    AfD bei Russlanddeutschen ohne Chance?

    Der „Blick nach Rechts“ schreibt:
    Rechtskonservativ, Putin-hörig und homophob? Die AfD versucht gezielt die Gruppe der Russlanddeutschen für sich zu gewinnen. SPD-Bundestagskandidat Dmitri Geidel erklärt im Interview, warum die AfD einem Irrtum erlegen ist und was dieser Migrantengruppe wirklich wichtig ist.

    Russlanddeutsche: die unsichtbaren Migranten

    Eine lesenswerte Reportage der „Süddeutschen Zeitung“:

    Erst der Ukraine-Konflikt, dann der „Fall Lisa“: Deutsche Parteien fürchten, die Russlanddeutschen an die AfD zu verlieren. Zu Recht?

    Diese Geschichte beginnt an einem Ort, der verknüpft ist mit den Bildern einer anderen, einer schlimmen Geschichte. Hier, vor dem Einkaufszentrum Eastgate im Berliner Stadtteil Marzahn, berichtete am 16. Januar 2016 eine Frau einer aufgebrachten Menge von einem 13-jährigen russlanddeutschen Mädchen, das von drei Flüchtlingen vergewaltigt worden sei. Etwa eineinhalb Jahre später läuft Dmitri Geidel, 27 Jahre, mit schnellen, großen Schritten raus aus dem Einkaufszentrum, über den Vorplatz, mitten hinein in den Stadtteil, wo er für die SPD um ein Direktmandat im Bundestag kämpft.

    Der „Fall Lisa“, der in Marzahn seinen Anfang nahm, ist inzwischen aufgeklärt. Das russischstämmige Mädchen hatte die Vergewaltigung aus Angst vor den strengen Eltern erfunden. Trotzdem gehört diese Geschichte zur Geschichte von Dmitri Geidel. Weil sie ein Politikum wurde. Russische Medien hatten dem deutschen Staat Vertuschung vorgeworfen, mehrere Tausend Russlanddeutsche und rechte Politiker demonstrierten in deutschen Städten gegen die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel, sogar der russische Außenminister schaltete sich ein.

    Weiterlesen

    Siehe auch:

    „Russlandkongress“ der AfD: Alternatiwa dlja Germanii

    AfD auf Pro-Putin-Kurs

    Wahlkampfprogramme der Parteien: Werben um die Stimmen der Russlanddeutschen

    Der „Deutschlandfunk“ berichtet:
    Populistische Parteien werden dort gewählt, wo die Menschen sich von der übrigen Gesellschaft abgehängt fühlen, heißt es in einem Kurzbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft. Dmitri Geidel kann das für seinen Wahlbezirk Marzahn-Hellersdorf bestätigen. Der 28-jährige Jurist hat deutsche und russische Wurzeln und ist Direktkandidat der SPD für den Bundestag im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Hier lag die AfD bei der Abgeordnetenhauswahl im vergangenen September mit 23,6 Prozent der Stimmen hauchdünn vor der Linken.
     

    Marzahn-Nord: 15 Jahre Tschechow-Theater Jubiläumsfeier

    Diese Woche feiert ein wichtiger Ort zur interkulturellen Begegnung und zur Integration vor allem der Aussiedler*innen in Marzahn-Nord sein 15. Jubiläum! Wir gratulieren herzlichst! Das Projekt Ponte wird selbstverständlich ebenfalls vor Ort sein!

    15 Jahre Tschechow-Theater Jubiläumsfeier

    Das Berliner Tschechow-Theater in Marzahn-Nordwest wurde als integrative Theaterspielstätte am 2. Juli 2002 vom Kulturring in Berlin e. V. gegründet und wird aus dem Programm „Soziale Stadt“ gefördert. Hier haben die unterschiedlichsten Kulturen eine Heimat gefunden. Es gibt Aufführungen in deutscher oder russischer Sprache. Das Zimmer-Theater mit der kleinen Bühne lässt sich, je nach Veranstaltung, individuell einrichten und vermittelt so den Zuschauern Intimität und Nähe zu den auftretenden Künstlern und Akteuren. Ebenso kann in gemütlicher Atmosphäre geplaudert werden, ergeben sich Möglichkeiten des gegenseitigen Kennenlernens. Neben den Theateraufführungen werden eine Vielzahl von weiteren Veranstaltungen und Aktivitäten angeboten: Kabarett, Lesungen, Konzerte, Kindertheater, Ausstellungen, Themenabende und Vorträge und vieles mehr.

    05.07.2017, 16.00 Uhr

    15 Jahre Tschechow-Theater Jubiläumsfeier

    Das 15-jährige Bestehen des Tschechow-Theaters ist ein Grund zum Feiern. Mit einer Festveranstaltung für geladene Gäste sowie einer Fotoausstellung „Impressionen aus dem Tschechow-Theater“ von Dr. Reinhard Hoßfeld soll an die kultur- und ereignisreiche Zeit erinnert werden. Eintritt frei!