Rechter Terror in Berlin: Anschlag unter Aufsicht

Via „Deutschlandfunk Kultur“:

Der Berliner Bezirk Neukölln wird von einer Serie mutmaßlich rechtsextremistischer Attacken erschüttert – zum Teil mehr oder weniger unter den Augen der Berliner Behörden. Täter wurden bislang nicht gefasst. Ein Opfer äußert einen Verdacht – gegen die Ermittler.

Ferat Kocak ist 39 Jahre alt und arbeitet als Marketing-Direktor der Berlin International University. Er wurde in Kreuzberg geboren und wuchs in Neukölln auf. Seit zweieinhalb Jahren ist er im Vorstand der Linken in seinem Bezirk engagiert. Ferat Kocak lebt in Angst.

„Ich wechsle den Wohnort so oft wie möglich. Es gibt einige Orte, die ich immer wieder besuche, aber auch dort bin ich sehr vorsichtig. Es ist kein normales Leben mehr, sondern es ist ein Leben in Angst und in Flucht, und das wünsche ich niemandem.“

Weiterlesen

Globale Rechte formiert sich: Die Eiskälte der völkischen Ideologie

Via „Tagesspiegel“:

Der Anschlag von Christchurch offenbart, dass sich die rassistische Ideologie global erneuert hat. Sie gedeiht in rechten Subkulturen. Ein Gastbeitrag.

Der Politologe Matthias Quent ist Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena.

Opfer und Tatort des Anschlags waren nicht willkürlich gewählt. Die 50 Toten in Christchurch waren Muslima und Muslime in zwei Moscheen. Ihre Auswahl die konsequente Umsetzung einer rassistischen Ideologie des Täters. In seinem Bekennerschreiben begründete er die Morde mit völkischen Niedergangsthesen und Begriffen, die auch in Deutschland leidlich bekannt und verbreitet sind.

Doch es war nicht nur, wie Annegret Kramp-Karrenbauer twitterte, ein Akt von „Hass, Gewalt und Terror“ oder eine beliebige Form von „Extremismus“. Solche Verallgemeinerungen sind töricht und respektlos gegenüber den Opfern, die für einen Rassisten eben nicht austauschbar sind.

Weiterlesen

„Wir haben feste rechtsextreme Strukturen“

Via „Deutschlandfunk“:

Das Risiko für rechten Terror sei permanent sehr groß, sagt Matthias Quent, Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft, im Dlf. Nicht nur seien Rechtsradikale gut miteinander vernetzt – ihre Kernthemen, wie etwa antimuslimischer Rassismus, stünden auch sehr hoch auf der öffentlichen Agenda.

Ann-Kathrin Büüsker: Lebenslange Haft – das droht dem Täter von Christchurch. Die Polizei geht davon aus, dass er alleine handelte, alleine 50 Menschen tötete – Menschen im Alter zwischen drei und 77 Jahren, wahrscheinlich alle Muslime. Heute werden die ersten von ihnen bestattet. Neuseeland trauert, Christchurch trauert, verarbeitet.

Weiterlesen

Angst in Neukölln nach rechtsextremen Morddrohungen

Die „Berliner Morgenpost“ schreibt:

Betroffene werden in Parolen mit vollem Namen genannt. Experten sehen möglichen Zusammenhang mit weiteren Taten.

Sie kamen in der Nacht, blieben vermutlich nur wenige Sekunden – und was sie zurückließen, war Angst. Und einen Schriftzug: „9mm für“. Die Abkürzung bezeichnet das Kaliber einer Pistole. Dann folgen der Vor- und Nachname eines Bewohners des Hauses, in dessen Innenflur die Parole gesprüht wurde.

Weiterlesen

Andreas Zick: Rechtsextreme Terrorgefahr ist unterschätzt worden

Via „Migazin“:

Nach dem Terroranschlag in Neuseeland hat der Extremismusforscher Andreas Zick mehr Aufmerksamkeit gegenüber rechtsextremen Milieus gefordert. Aktuelle Entwicklungen müssten stärker beobachtet und ihre Ursachen erforscht werden, sagte der Wissenschaftler im Gespräch.

Andreas Zick: Die Fantasien sind von Beginn an Teil des Radikalisierungsprozesses. Der Terrorist in Neuseeland ist der moderne Typ des sich inszenierenden medialen Superhelden, der das Abendland rettet. Dabei nutzt er das Internet, weil er sich dort in einer realen wie auch imaginierten Gemeinschaft bewegt. Psychologisch sind Großmachtsfantasien bei Attentätern zu finden. Dazu gehören auch Ungerechtigkeitsideologien wie auch die Idee, die Welt wäre in Unordnung geraten.

Weiterlesen

 

Rechter Terror in Deutschland 2015 – 2019

Die „Beltower News“ berichten:

Im Juli 2018 ging der NSU-Prozess zu Ende. Die mediale Aufmerksamkeit war enorm, nachhaltig gebracht hat diese offenbar wenig. Die Tendenz in der rechtsterroristischen Szene steht in den letzten Jahren klar auf Wachstum. Ein Überblick über rechtsterroristische Organisationen seit 2015.

Weiterlesen

Neue Drohbriefe – Hessens Polizei gerät stärker in Bedrängnis

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet:

In dem Fall der Frankfurter Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız, die mit dem Tod bedroht wird, gibt es nach Informationen der Süddeutschen Zeitung neue Hinweise darauf, dass der oder die Täter aus der Polizei stammen. Grundlage des Verdachts sind weitere Drohschreiben, welche die Juristin erhalten hat. Von diesen jüngsten Drohungen war bislang öffentlich nichts bekannt. In ihnen verwenden die Täter besondere Ausdrücke, die nach Ansicht der Psychologen des hessischen Landeskriminalamts auf Insiderwissen aus der hessischen Polizei hindeuten.

Weiterlesen

Anschlagsserie in Berlin-Neukölln: Rechtsextremismus in Großstädten

Via „Deutschlandfunk Kultur“:

Ausgerechnet in Berlin-Neukölln, das für seine Studierenden-Szene und migrantische Bevölkerung bekannt ist, existiert rechter Terror. Sind es also längst nicht nur ländliche Regionen, in denen sich „rechte Räume“ bilden?

„Bei uns ist das Schlafzimmer direkt hier drüber, wo das Auto stand. Nur weil es eine ganz kalte Nacht war, hatten wir nicht das Fenster auf, wo der Rauch hätte reinziehen können.“

Claudia von Gélieu steht vor ihrem Haus, auf ihrem Autostellplatz in Berlin-Neukölln, im Ortsteil Rudow. Hier ist früh morgens am 9. Februar 2017 ihr Auto abgebrannt.

Weiterlesen

„Chemnitz ist ein kleiner Bürgerkrieg“

Der „Deutschlandfunk“ berichtet:

Immer wieder werden Migranten in Chemnitz von Neonazis angegriffen. Vor allem nach den Demos der Rechtsradikalen, die mittlerweile jeden Freitag stattfinden, kommt es zu Übergriffen. Viele Flüchtlinge fürchten um ihr Leben und würden die Stadt am liebsten verlassen.

Am Schlossteich, einem idyllischen Park in der Innenstadt von Chemnitz, läuten abends die Glocken. Der Iraner Farhad Keshavarzi, 26, erinnert sich an Freitagabend, den 14. September. Immer wieder seufzt er tief. Keshavarzi saß mit fünf Freunden auf der Schlossteichinsel. Ein Trupp von 20 bis 30 schwarz gekleideten Männern, bewaffnet mit Quarzhandschuhen und Elektroschocker, kontrollierte bei anderen die Ausweise – und kam dann zu ihm.

Weiterlesen

Chemnitz-Köthen-Chemnitz: Wo sind die Betroffenen? Wo ist der Staat?

Via „Migazin“:

Die Gefährdung des Rechtsstaats und der Demokratie liegt darin, dass sich der Staat unfähig oder unwillig zeigt, Minderheiten zu schützen. Und hier mangelt es auch in der Zivilgesellschaft und linken Kreisen eindeutig an Solidarität.

Es ist eine Nachricht, die schon kaum mehr überrascht: Sechs festgenommen Neonazis aus Chemnitz und Umgebung, die scheinbar recht konkret Angriffe auf „Ausländer“, Politiker und linke Aktivisten planten. Festgenommen wurden sie schon vor mehreren Wochen als Teil einer selbst ernannten „Bürgerwehr“, die Menschen schikanierte und tätlich angriff, die ihrer Auffassung nach ausländisch wirkten.

Weiterlesen