Rund 1000 Teilnehmer bei Demonstration in Neukölln – Britz wehrt sich gegen rechte Einschüchterung

Der „rbb“ berichtet:

Drohanrufe, eingeschlagene Scheiben, Brandanschläge auf Autos – Neukölln hat ein Problem mit rechter Gewalt. Dagegen demonstrierten am Samstag rund 1000 Bürger. Auch die frühere Bürgermeisterin und jetzige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey war dabei. Studiogast: Jürgen Schulte aus der Hufeisensiedlung.

Ein breites Bündnis von Parteien, Verbänden und Bürgerinitiativen hatte zu der Demonstration aufgerufen.

Brandanschläge auf Autos – wie zuletzt im Februar sind nur die sichtbarste Form rechter Gewalt im Britzer Kiez. Es geht auch um Graffitis an Wohnhäusern oder Stein- und Flaschenwürfe. Rund 50 Angriffe wurden seit 2016 gemeldet, die realen Zahlen dürften laut Organisatoren höher sein.

Zum Videobeitrag geht es hier.

Neukölln: Da, wo auch die Nazis wohnen

Die „taz“ berichtet:

Tausend Menschen demonstrierten am Samstag gegen rechte Anschläge in Neukölln. 30 verschiedene Initiativen hatten dazu mobilisiert.

Demonstrationen wie diese gibt es nicht jeden Tag. Irmgard Wurdack schaut zufrieden über die Menschenmenge: „Dass sich so viele unterschiedliche Akteur*innen an der Mobilisierung und der Demonstration beteiligen, ist hier im Süden Neuköllns, wo auch viele Nazis in der Nachbarschaft leben, keine Selbstverständlichkeit.“ Wurdack nimmt für das Bündnis Neukölln an der Demonstration „Gegen rechten Terror in Neukölln“ teil, die am Samstagnachmittag stattgefunden hat. Gemeinsam mit 29 weiteren Initiativen hat das Bündnis aufgerufen.

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Der rechte Terror von Neukölln

Die „Berliner Morgenpost“ schreibt:

Mutmaßlich Neonazis verbreiten im Bezirk mit Brandanschlägen Angst und Schrecken. Die Ermittler tun sich schwer.

Mit seiner Buchhandlung „Leporello“ in Rudow hat sich Heinz Ostermann einen Traum erfüllt. Der 61-Jährige war bis 2007 Controller beim Senat. Nun war es Zeit für was Neues. „Ich habe immer gern gelesen“, sagt Ostermann. So kam er beruflich von den Zahlen zu den Büchern. Doch Zeit zum Abschalten hat er kaum noch. Er war innerhalb eines Jahres drei Mal das Ziel von Attacken. Zweimal zündeten Unbekannte seine Autos an. Einmal wurde die Fensterscheibe seiner Buchhandlung zertrümmert. Mittlerweile parkt er weit weg von seiner Privat­adresse. „Es ist ein mulmiges Gefühl, wenn du weißt, dass dir die Täter von der Buchhandlung bis nach Hause gefolgt sind“, sagt er.

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Bundesregierung stoppt Förderung für Festival „Offenes Neukölln“

Der „Tagesspiegel“ berichtet:

Die Initiative „Bündnis Neukölln“ engagiert sich gegen Rechtsextremismus im Bezirk. Nun ist sie selbst ins Visier des Verfassungsschutzes geraten.

Es soll die Antwort einer starken Zivilgesellschaft auf rechte Umtriebe im Berliner Bezirk Neukölln sein. „Bündnis Neukölln“ nennt sich die Initiative, die nach mehreren Anschlägen – unter anderem auf das Auto des Linken-Politikers Ferat Kocak und den Buchladen „Leporello“ – im Juni zum zweiten Mal ein Festival „Offenes Neukölln“ ausrichten will, „für ein vielfältiges und solidarisches Neukölln“. Mit breitem Unterstützerkreis: Träger des Bündnisses sind etwa die katholische und evangelische Kirche, die Arbeiterwohlfahrt, Gewerkschaften und viele Einzelpersonen. Auch SPD und Grüne machen mit.

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Kiez der Gewalt

„Zeit Online“ berichtet:

Ein stadtbekannter Nazi steht im Verdacht, Politiker und Anwohner in Berlin-Neukölln zu terrorisieren. Greift jetzt die Polizei zu?

Mirjam Blumenthal wollte im Supermarkt noch schnell ein paar Einkäufe erledigen, da stellte sich ihr zwischen Gemüseabteilung und Getränkeregal ein junger Mann in den Weg. Er war einen Kopf größer als sie, hatte kurz geschorene Haare und schaute zu ihr herab. Er wisse, wo sie wohne, sagte der Mann zu Blumenthal, bald würde er ihre ganze Familie kriegen, und dann müsse sie büßen, für all die Provokationen. „Hau ab, du Arsch“, sagte sie zu dem Mann, ohne lange zu überlegen. So erzählt es Blumenthal, wenn sie heute über den Vorfall spricht.

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Der lodernde Hass in Berlin-Neukölln

Via „Tagesspiegel“:

Hilflos steht er im Feuerschein und weiß: Die meinen nicht sein Auto, die meinen ihn. Zum dritten Mal ist Heinz Ostermann Opfer eines Anschlags geworden. Rechtsextreme werden als Täter vermutet – wie bei ähnlichen Attacken im Bezirk seit Jahren.

Eine junge Frau, eher ein junges Mädchen, eher siebzehn als zwanzig Jahre alt, spaziert auf dem Trottoir. Alt-Rudow, eine Straße im gutbürgerlichen Süden Neuköllns. Einfamilienhäuser, Vorgärten, Bauerngärten, Gartenzwerge, eher dörflich ist die Atmosphäre.

Die junge Frau ist, wenn man so will, muslimisch bekleidet, trägt dunklen Rock, dunkle Jacke, hat ein Kopftuch über dem Haar. Ein Paar kommt ihr entgegen, erkennbar im Rentneralter, nicht erkennbar, aber vermutlich biodeutsch. Als sich die drei begegnen, rempelt der Rentner das Mädchen an, schubst es mit beiden Händen zur Seite. „Was soll das, warum schubsen Sie mich weg?“, ruft die junge Frau, sie ist hörbar und akzentfrei deutschsprachig. Dann fängt sie an zu weinen. Der Mann macht eine wegwerfende Handbewegung. „Dreckspack“, sagt er und läuft weiter.

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Amokläufer von München war wohl rechter Terrorist

David S. erschießt in München 9 Menschen – alle mit Migrationshintergrund. Dabei brüllt er: »Ich bin kein Kanake, ich bin Deutscher!« Doch erst ein Jahr danach stellen Gutachter fest: Der Täter war ein rechter Terrorist:

Gutachter wiedersprechen Einschätzung des bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz

München. Drei von der Stadt München beauftragte Gutachter bewerten den Amoklauf in München vom 22. Juli 2016 mit neun Toten offenbar als politisch motivierte Tat aus dem rechten Spektrum. Wie »Süddeutsche Zeitung« und WDR am Mittwoch berichteten, spricht einer der Gutachter von Rechtsterrorismus.

Die Gutachter kommen damit zu einem anderen Ergebnis als die bayerische Staatsregierung und die Ermittlungsbehörden, die die Tat von David S. als unpolitischen Amoklauf einstufen.

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Neonazis zünden Autos an – Wieder Anschläge auf Neuköllner Politiker

Der „Tagesspiegel“ berichtet:

Wieder wurden in Neukölln Autos von zwei Bezirkspolitikern angezündet, die sich gegen Rechtsextremisten einsetzen.

Die Polizei geht von politisch eindeutig rechts motivierten Taten aus. Gegen 2.14 Uhr hörte ein Anwohner im Wiedehopfweg in Buckow ein dumpfes Geräusch von der Straße und schaute aus dem Fenster. Er sah auf der Straße einen brennenden Audi und alarmierte Polizei und Feuerwehr. Der Wagen wurde von der SPD-Bezirksverordneten Gabriela Gebhardt genutzt, er brannte trotz des schnellen Eintreffens der Feuerwehr vollständig aus. Gebhardt war 2010 von Bündnis 90/Grüne zu den Sozialdemokraten gewechselt.

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Hass in Berlin Wie Rechtsextreme Flüchtlingshelfer und Aktivisten terrorisieren

Die „Berliner Zeitung“ schreibt:

Und nun steht sie wieder einmal an einem Tatort. Mirjam Blumenthal blickt einen Moment schweigend auf das Giebelhaus vor ihr, auf die Rußspuren an der weiß getünchten Fassade. Es ist früh am Morgen, der Wind weht durch stille Wohnstraßen im Süden von Neukölln, über Buchsbaumhecken und gefegte Hofeinfahrten. Zwei Monate lang hat es keinen Brandanschlag mehr gegeben. Aber die Bezirkspolitikerin hat sich nie etwas vorgemacht. „Keiner von uns dachte, dass nun Ende ist“, sagt sie, „wir haben alle darauf gewartet, dass der nächste Anschlag passiert.“

Anschlag auf Berliner Linken-Politiker Hans Erxleben

Der „Tagesspiegel“ berichtet:

An seinem Auto wurden die Radmuttern gelockert. Erxleben engagiert sich für Flüchtlinge und gegen Rechts.

Auf den Politiker der Linken aus Treptow-Köpenick, Hans Erxleben, ist am Donnerstagabend vermutlich ein Anschlag verübt worden. An seinem Auto seien die Radmuttern gelockert worden, teilte das „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ mit. Die Polizei bestätigte den Eingang einer entsprechenden Anzeige.

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