Für Arme und Alte ist sogar am Stadtrand kein Platz mehr

Die „Berliner Zeitung“ berichtet:

Die hohen Mieten haben vor allem sozial schwache Menschen an die Peripherie getrieben. Viele haben im Kosmosviertel eine Bleibe gefinden. Nun wird es auch hier teurer. Die Angst erneuter Verdrängung geht um.

Sie hat nicht viel Geld, sonst wäre sie jetzt nicht hier. So ist das bei fast allen, die in der Bäckerei am Ende der kleinen Geschäftszeile sitzen. Manuela Preussner kam aus Nord-Köpenick, die Familie, die an der Rückwand ihr Frühstück isst, aus Rudow, der Alte am Fenster aus Britz. Wo sie früher wohnten, mussten sie weg. Manuela Preussner will nicht noch einmal weg. Sie möchte bleiben.

Weiterlesen

Ressortübergreifende Gemeinschaftsinitiative zur Stärkung sozial benachteiligter Quartiere

Via Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen: „Wir wollen gleiche Lebenschancen überall in Berlin. Der Senat will daher noch enger zusammenarbeiten, um sozial benachteiligte Quartiere zu stärken. Es geht u.a. um Bildung, Infrastruktur und Integration.“:

Pressemitteilung vom 30.10.2018

Aus der Sitzung des Senats am 30. Oktober 2019:

Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung die gemeinsame Vorlage der Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach, sowie der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres, über die ressortübergreifende Unterstützung sozial benachteiligter Quartiere beschlossen.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen unterstützt bereits mit dem Berliner Quartiersmanagement und Förderprogrammen der Sozialen Stadt städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligte Stadtteile, um sie zu stabilisieren. Auch die Bildungsverwaltung unterstützt u.a. mit dem Bonusprogramm speziell Schulen in sozial benachteiligten Quartieren. Angebote der Stadtteilzentren der Sozialverwaltung stehen allen Berlinerinnen und Berlinern zur Verfügung. Nun sollen koordiniert für sozial besonders benachteiligte Stadträume passgenaue Angebote entwickelt werden. Dafür bietet die Ressortübergreifende Gemeinschaftsinitiative zukünftig den fachlichen Rahmen. Weitere Senatsverwaltungen haben bereits ihre Bereitschaft zur Mitwirkung angekündigt.

Weiterlesen

 

 

Städtebauförderung: Geld für arme Quartiere

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet über das Bundesprogramm „Soziale Stadt“:

Geld vom Bund soll die Wohn- und Lebensbedingungen der Menschen verbessern. Mit den Programmen sind hohe Erwartungen verbunden, doch die werden nicht immer erfüllt.

Industriebrachen, fehlende oder veraltete Infrastruktur und sozial benachteiligte Wohnquartiere beeinträchtigen die Lebensqualität der dort lebenden Menschen. Mit unterschiedlichen Programmen der Städtebauförderung unterstützt der Bund die Kommunen, diese Probleme anzugehen und Lösungen umzusetzen.

Seit 1999 gibt es das Förderprogramm „Soziale Stadt“, das anfangs ganz bewusst experimentell angelegt war. Damit soll die Lebenssituation der Bewohner verbessert, Stadt- und Ortsteile sollen städtebaulich aufgewertet und stabilisiert werden. Auch öffentlicher Raum, Umwelt und Verkehr zählen zu den Aufgabenfeldern, genauso wie Bildung, Stadtteilkultur, Sport, Gesundheit sowie Freizeit. Zudem soll die lokale Ökonomie angekurbelt, die Sicherheit im Quartier erhöht und das Image mithilfe von Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden.

Die Kommunen investieren in Baumaßnahmen und soziale Projekte, die ein besseres Miteinander der Bewohner fördern, stellen Quartiermanager ein, die sich um die Sorgen der Mieter kümmern und sie für gemeinschaftliche Angebote in ihrem Viertel begeistern sollen. Auch pädagogische Hilfe für Jugendliche, Geflüchtete oder Ältere ließen sich so finanzieren. Mit dem Programm Soziale Stadt sind hohe Erwartungen verknüpft. Gerade weil die Mittel nicht nur für Steine und Mörtel ausgegeben wurden, war das Programm der FDP ein Dorn im Auge. Während der schwarz-gelben Koalition wurden die Gelder für die Soziale Stadt stark gekürzt.

Weiterlesen

Deutsche und dänische Wohnpolitik im Vergleich: Ghettopolitik oder Soziale Stadt?

Ein sehr spannender Beitrag des „Deutschlandfunks“:

Auf die Wende folgte für den Ost-Berliner Bezirk Marzahn der soziale Niedergang. Im dänischen Gellerupparken herrscht seit den 80ern hohe Arbeitslosigkeit. Zwei soziale Brennpunkte – zwei unterschiedliche politische Strategien, die Lage zu lösen.

Kopenhagen, Ministerpräsidentenzimmer auf Schloss Christiansborg. Das dänische Fernsehen überträgt die Neujahresrede des Regierungschefs: „Heute Abend möchte ich von einer jener Balancen sprechen, von denen ich befürchte, dass sie kippen. Ja, an manchen Orten sind sie schon gekippt.“

Weiterlesen

 

20 Jahre Monitoring Soziale Stadtentwicklung Berlin – Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Wohnen stellt aktuelle Ergebnisse vor

Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen:

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat die Ergebnisse des Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2017 veröffentlicht. Darin wird die aktuelle soziale Lage der Bewohnerinnen und Bewohner in den Quartieren Berlins und deren Veränderung beschrieben.

Das Monitoring Soziale Stadtentwicklung wird seit 1998 – d.h. nunmehr 20 Jahren – regelmäßig erstellt. Die Ergebnisse werden insbesondere zur Auswahl von neuen Fördergebieten des Programms Soziale Stadt („Quartiersmanagement-Gebiete“) herangezogen.

Grundlage des Monitoring Soziale Stadtentwicklung bilden vier Indikatoren:

  • Arbeitslosigkeit,
  • Langzeitarbeitslosigkeit,
  • Transferbezug der Nicht-Arbeitslosen
  • Kinderarmut

Diese werden sowohl als Status-Indikatoren (Stichtag 31.12.2016) als auch als Dynamik-Indikatoren (Veränderung des Status-Indikators 31.12.2014 – 31.12.2016) für 436 Planungsräume Berlins betrachtet. Mit Hilfe eines wissenschaftlichen Verfahrens wird für jeden der 436 Planungsräume ein „Gesamtindex Soziale Ungleichheit“ ermittelt. So erhält man für jeden der betrachteten Planungsräume eine Aussage über dessen aktuelle soziale Situation sowie dessen Entwicklung.

Senatorin Katrin Lompscher: „Nur wer die soziale Lage in den Kiezen kennt, kann Strategien und Konzepte entwickeln, die den Problemen vor Ort wirklich gerecht werden. Mit dem Monitoring Soziale Stadtentwicklung verfügt Berlin über ein wissensbasiertes und weithin anerkanntes Instrument der sozialen Raumbeobachtung. Berlin ist damit Vorbild und Vorreiter für andere Städte in Deutschland.“

Weiterlesen

Siehe auch:

Neues Sozialmonitoring veröffentlicht Das sind die sozial abgehängten Kieze in Berlin

Studie: Soziale Probleme in Berlins Außenbezirken wachsen

Brennpunkte in Berlin: In der Thermometersiedlung sieht es besonders düster aus

Chancengleichheit in Großsiedlungen

Das „Quartiersmanagement Berlin“ berichtet:

Wie lässt sich Bildungserfolg in sozial benachteiligten Großsiedlungen fördern? Auf dem Kongress „StadtBildung“ berichteten Expertinnen und Experten aus Berlin und zahlreichen Großstädten in Deutschland am 15. März 2018 von erfolgreichen Lösungsansätzen. Thema war auch der Campus Efeuweg in Neukölln.

Die Neuköllner Bildungsstadträtin Karin Korte eröffnete den Kongress „StadtBildung“ mit einer klaren Aussage: „Gerade in schwierigen Kiezen brauchen wir die besten Bildungsangebote“, wenn die Chancen für alle Bevölkerungsgruppen gleich sein sollen.

Der Kongress StadtBildung

Auf der Veranstaltung kamen Expertinnen und Experten von Bildung, Jugend und Stadtentwicklung aus Praxis, Wissenschaft, Politik und Verwaltung zusammen. Thema waren sowohl neue pädagogische als auch städtebauliche Perspektiven sowie Gelingensbedingungen für erfolgreiche Campusentwicklungen in deutschen Großstädten.

Weiterlesen

Siehe auch: Kongress StadtBildung – Kooperation für mehr Chancengleichheit in der Großsiedlung

9. Quartiersrätekongress 2017 im Berliner Abgeordnetenhaus

Am 10. November ist der Berliner Quartiersrätekongress – bitte bis zum 20. Oktober anmelden! Es geht um die Weiterentwicklung des Programms Soziale Stadt:

„Mitmachen-Mitentscheiden-Selbermachen“ ist der Leitsatz des 9. Quartiersrätekongress am 10. November 2017 im Berliner Abgeordnetenhaus. Zum 20-jährigen Jubiläum ist der Quartiersrätekongress Auftakt für einen Austausch über das Programm Soziale Stadt.

Im März 2019 wird das Berliner Quartiersmanagements 20 Jahre alt. Senatorin Katrin Lompscher und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen wollen das Jubiläum 20 Jahre Berliner Quartiersmanagement nutzen, um Anregungen für die Weiterentwicklung des Programms aufzunehmen. Denn die Erfahrungen der Quartiersräte zu den Beteiligungsmöglichkeiten und zum Programm selbst sind wertvoll.  Durch ihren ehrenamtlichen Einsatz und lokales Wissen spielen sie eine besondere Rolle im Quartiersmanagement.

Der 9. Quartiersrätekongress mit dem Titel „Mitmachen – Mitentscheiden – Selbermachen: Quartiersräte gestalten Stadt“ am 10. November 2017 wird deshalb der Auftakt zu einem reflektierenden Austausch sein.

Weiterlesen

Handlungs- und Entwicklungskonzepte für die QM-Gebiete: Stärkung der Nachbarschaft

Urlaubsbedingt reichen wir an dieser Stelle einen lesenswerten Artikel vom „LichtenbergMarzahn+“ über die Handlungs- und Entwicklungskonzepte für die 4 QM-Gebiete in Marzahn-Hellersdorf nach, da die Einschätzung insbesondere zu der Situation in Marzahn-Nord und Hellersdorf-Nord durchaus auf unsere inhaltliche Zustimmung trifft:
 
Interkulturelle Öffnung und akzeptanzfördernde Maßnahmen
So wird es künftig einen Integrationsmanager im Rahmen des Projektes BENN (Berlin entwickelt neue Nachbarschaften) in den QM mit Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete geben, zudem sollen sich die Einrichtungen und Angebote stärker interkulturell öffnen und besonders dem Zuzug von Menschen aus dem persischen und arabischen Raum Rechnung tragen. Einen weiteren Handlungsbedarf in Marzahn-Nordwest sieht die Kiek in GmbH in der Arbeit mit Eltern „zur Aktivierung und Erhöhung ihrer Erziehungskompetenzen“. Dazu könnten die Durchführung von Elternakademien beitragen, auch die Öffnung von Bildungseinrichtungen in den Stadtteil hinein. Die Umsetzung des bereits erfolgten Ansatzes der Entwicklung der Marcana-Schule in der Flämingstraße zur Quartiersschule bewertet das QM derzeit kritisch: Diese laufe Gefahr, aufgrund ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zur Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) an der Wittenberger Straße ihr Potenzial nicht abrufen zu können. „Stark rückläufige Anmeldezahlen sowie zunehmende Konflikte mit der Elternschaft machen zukünftig akzeptanzfördernde Maßnahmen erforderlich“, heißt es.
Angebote zur Begegnung
Auch das QM Hellersdorfer Promenade, getragen von der S.T.E.R.N. GmbH, macht darauf aufmerksam, dass das Thema des Zusammenwachsens von „alten“ und „neuen“ Bewohnern künftig einen größeren Stellenwert einnehmen muss. Seit 2016 befindet sich das sogenannte Tempohome in der Zossener Straße 138 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Quartiersgebiet. „Um die Verständigung und die gegenseitige Toleranz zwischen der Bewohnerschaft und den geflüchteten Menschen zu fördern, müssen Angebote zur Begegnung und zur Förderung des Zusammenlebens … entwickelt und umgesetzt werden“, steht im Bericht des QM. Darüber hinaus müssten angesichts zunehmenden Rechtspopulismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus präventive Maßnahmen durchgeführt werden.

Moabit: Beispiel für Beteiligung von Zuwanderern

Zuwanderung und Beteiligung sind ein Arbeitsschwerpunkt der Quartiersmanagements. Eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung stellt das Quartiersmanagement Moabit West als eines von acht deutschlandweiten Fallbeispielen vor.

Die Studie „Zukunft im Quartier gestalten – Beteiligung für Zuwanderer verbessern“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) greift das Thema Teilhabe und Beteiligung von Zuwanderinnen und Zuwandern in den Quartieren auf. Als ein Modellquartier wurde das Quartiersmanagement Moabit West im Sommer 2016 für die Studie befragt und als eine von acht Fallstudien in der Broschüre vorgestellt.

Positiv betont die Studie, dass die Stärkung von gesellschaftlichen Teilhabechancen und von nachbarschaftlichem Zusammenleben einen hohen Stellenwert im Quartier habe. Das Quartiersmanagement unternehme zahlreiche Anstrengungen, um die vielfältige Bewohnerschaft zur Teilhabe und Beteiligung zu gewinnen. Die Studie nennt auch die berlinweit eingerichteten Mitwirkungsverfahren als Positivbeispiel. Diese ermöglichen zum Beispiel  Mitwirkung bei der Quartiersentwicklung und der selbstorganisierten Projektarbeit.

 

„Wir wollen das Programm über das Jahr 2020 hinaus fortsetzen“

Via Quartiersmanagement Berlin:

Auf dem aktuellen Jour Fixe des Berliner Quartiersmanagements am 10. Mai 2017 blickte Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, positiv auf fast 20 Jahre Quartiersmanagement in Berlin zurück – und erläuterte ihre Ziele für die Zukunft.

Am 10. Mai 2017 zog Senatorin Katrin Lompscher im Olof-Palme-Zentrum ein positives Fazit der fast zwei Jahrzehnte Quartiersmanagement (QM) in Berlin. Für den sozialen Zusammenhalt in der Stadt sei QM zu einem wichtigen Programm geworden und leiste einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in den Quartieren. Das sei besonders der engagierten Arbeit der Berliner Quartiersmanagerinnen und Quartiersmanager zu verdanken, betonte die Senatorin.

Weiterlesen