In der MUF – Isoliert in Berlin

Die „Zitty“ schreibt:

  Hastig gebaut, oft abseits gelegen: Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge stehen beim Senat gerade hoch im Kurs. Wegen der Wohnungskrise sollen sie auch Studierenden und einkommensschwachen Berlinern ein Dach über dem Kopf bieten. Was bedeutet das für die Stadt?

Rona Muhammad sitzt auf einer weißen Couch in ­ihrem Zimmer, die Beine übereinandergeschlagen. Die Vorhänge am Fenster hat sie zugezogen, in der Ecke sirrt ein Ventilator. Es ist heiß, mehr als 32 Grad, und der Hof der Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) in Hellers­dorf liegt verlassen in der Sonne. Die vor neun Monaten gepflanzten Buchen spenden noch keinen Schatten. Rona kennt solches Wetter aus Syrien, im Sommer ist es dort manchmal 45 Grad heiß. „Aber da gab es mehr Klimaanlagen“, sagt sie und nimmt sich ein Pistazien-Baklava. „Als wir noch Strom hatten.“

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Warum es Ärger um neue Flüchtlingsunterkünfte gibt

Der „Tagesspiegel“ berichtet:

Der Senat hat eine Liste von 24 neuen Standorten für Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge, kurz: MUF, vorgelegt. Jeder Bezirk soll zwei bekommen. In Marzahn-Hellersdorf hat das Land die Grundstücke Alt-Hellersdorf 17 und Murtzaner Ring 68 ins Auge gefasst. Trotzdem wird es bei elf Einrichtungen im Bezirk bleiben. Denn die beiden neuen sollen die Containerbauten („Tempohomes“) in der Zossener und der Dingolfinger Straße ablösen. Allerdings dürfte die Zahl der Plätze zunehmen. Die neuen Bauten sind jeweils für bis zu 450 Bewohnerinnen und Bewohner ausgelegt, während die alten nicht mehr als 250 aufnehmen konnten. Das ist zumindest die theoretische Größenordnung. Der Flüchtlingszuzug hat bekanntlich stark nachgelassen. Von rund 4500 Plätzen im Bezirk sind aktuell 3600 belegt. Der Plan des Senats ist es, die solideren MUFs später umzubauen und dem regulären Wohnungsmarkt zur Verfügung zu stellen, wenn sie nicht mehr für Flüchtlinge gebraucht werden. Zwei Wochen haben die Bezirke Zeit, zu der Liste Stellung zu nehmen.

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Streit um MUF für Geflüchtete

„LichtenbergMarzahn+“ berichtet:

Marzahn-Hellersdorf. Der Senat hat am Dienstag, 13. Februar, den Bau von weiteren Modularen Unterkünften für Geflüchtete (MUF) beschlossen. Damit soll die Unterbringung in Notunterkünften beendet werden. Laut einer Pressemitteilung hat der Senat dafür in Abstimmung mit allen Bezirken Vorschläge für neue Standorte entwickelt. Marzahn-Hellersdorfs Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) dazu: „Die Aussage, dass die Festlegung von zwei Standorten mit dem Bezirk abgestimmt ist, kann ich nicht teilen. Telefonische Mitteilungen, welche Standorte im Bezirk als geeignet erachtet werden, sind weder eine Abstimmung mit dem Bezirk und schon gar keine Abstimmung mit dem Bezirksamt. Ich erwarte, dass es zu einer Verständigung mit dem Bezirksamt kommt, wann und wie die neuen Unterkünfte geschaffen werden sollen und dass das zur Schließung der unsäglichen „Tempohomes“, in denen sich die Wohnbedingungen schwierig gestalten, führt. Dazu gehört für mich auch, dass endlich zügig vorhandene bauliche Mängel beseitigt und bei den im letzten Jahr an den Start gegangenen MUF die noch offenen Bauarbeiten abgeschlossen werden, zum Beispiel die versprochene Lärmschutzwand an der MUF in der Paul-Schwenk-Straße und die Spielflächen in den „Tempohomes“  an der Zossener und der Dingolfinger Straße.

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Siehe auch:

Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle zum Beschluss des Senats zum Bau weiterer Unterkünfte für Geflüchtete

Berlin plant weitere modulare Flüchtlingsheime an 24 Orten

Die „Berliner Morgenpost“ berichtet:

Künftig soll es in Berlin 53 Flüchtlingsheime in Modularbauweise geben. Zusammen bieten sie rund 10.000 Menschen Platz.

Berlin. In Berlin sollen weitere Flüchtlingsheime gebaut werden. Nach Abstimmung mit den Bezirken plant der Senat an 24 neuen Standorten sogenannte modulare Unterkünfte (MUF). Sie seien zusätzlich zu den fertigen oder bereits geplanten Neubauten notwendig, um den Bedarf langfristig zu decken, teilte Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Dienstag mit.

Bisher sind 10 MUFs fertig und weitere 19 in Planung oder Bau, zusammen bieten sie rund 10.000 Menschen Platz. Die nun ins Auge gefassten 24 kommen hinzu, so dass es in Berlin in Zukunft 53 dieser Flüchlingsheime in Modulbauweise geben wird. Perspektivisch sollen sie auch Wohnraum etwa für Studenten bieten.

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Siehe auch:

Senat beschließt 24 neue Flüchtlings-Siedlungen

Neukölln erhält drei neue Flüchtlingsunterkünfte

Für Nachnutzung der MUFs gibt es offenbar Hürden

Via „rbb“:

Berlin baut derzeit rund 30 Modularbauten für Flüchtlinge. Diese, so heißt es, könnten irgendwann auch als Studenten- oder Altersheime genutzt werden. Doch bei einem Teil der Bauten ist die Sache offenbar nicht so einfach.

Einige der Modularbauten, die das Land Berlin derzeit für Flüchtlinge errichten lässt, können offenbar später nicht so einfach von anderen Bewohnern genutzt werden. Wie Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Donnerstag bestätigte, wurden und werden insgesamt sechs Anlagen nach einem Sonderrecht erbaut – dem sogenannten Flüchtlingsbaurecht.

Dieses erleichtert das Bauverfahren für die Unterkünfte, macht jedoch auch Auflagen bei der Nutzung. Nach dem Flüchtlingsbaurecht dürften in den ersten drei Jahren ausschließlich geflüchtete Menschen in diesen Unterkünften wohnen, so Breitenbach. Berlin plant jedoch eine Nachnutzung auch für andere Menschen.

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Theaterbühne oder Lager: So werden Berliner Flüchtlingsunterkünfte künftig genutzt

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge wohnen inzwischen in Gemeinschaftsunterkünften. Neben Containerdörfern sollen mehrere „modulare Flüchtlingsunterkünfte (MUF)“ gebaut werden, moderne Wohnblöcke in Beton-Fertigbauweise mit abgeschlossenen Wohnungen für Familien. In Marzahn-Hellersdorf sind bereits solche Gebäude für mehrere hundert Menschen entstanden. Die Wohnblöcke können auch nach dem Ende der Nutzung durch Flüchtlinge weiter zu Wohnzwecken vermietet werden.
Ein großes Problem ist die allgemeine Wohnungsknappheit. Nach Auskunft des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten bleiben schon jetzt mehr als 10 000 Menschen in den Unterkünften, obwohl sie aufgrund ihres Aufenthaltsstatus‘ nicht mehr dort wohnen müssten.

Lichterfelde: 256 Plätze in Flüchtlingsunterkunft an der Finckensteinallee

Ein Blick nach Lichterfelde:
 
Lichterfelde. Bis Ende September ist in Berlin der Bezug von zwölf neuen Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge mit insgesamt 4420 Plätzen geplant. Dann werden auch die Tempohomes an der Finckensteinallee fertig sein.
Die in Container-Bauweise entstehenden Tempohomes können für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren genutzt werden. In der Finckensteinallee sollen 256 Menschen ein vorübergehendes neues Zuhause finden. Die Unterkünfte haben Gemeinschaftsräume und Kochgelegenheiten. So können sich die Bewohner selbst versorgen. In Steglitz entstehen weiterhin noch modulare Unterkünfte (MUF) an der Leonorenstraße. Die Fertigstellung ist für Ende dieses Jahres geplant.
 

Rund 4500 neue Plätze für Geflüchtete geplant

Der Bezug von zwölf neuen Gemeinschaftsunterkünften im Land Berlin mit insgesamt 4.420 Plätzen ist bis Ende September geplant.

Seit Dezember 2016 sind bereits 2.150 Geflüchtete aus Notunterkünften, darunter auch Turnhallen, in Gemeinschaftsunterkünfte umgezogen. Von den in den Unterkünften des LAF insgesamt untergebrachten Geflüchteten konnten in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 2.370 Bewohner*innen in privaten Wohnraum vermittelt werden:

Bezug von zwölf Berliner Gemeinschaftsunterkünften bis Ende September

Bis Ende September 2017 ist im Land Berlin der Bezug von zwölf neuen Gemeinschaftsunterkünften mit einer Gesamtkapazität von insgesamt 4.420 Plätzen geplant. Daher werden auch während der Berliner Sommerferien zahlreiche Geflüchtete, die jetzt noch in Notunterkünften leben, in qualitativ hochwertigere Unterkünfte umziehen.

Claudia Langeheine, Präsidentin des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF):

„Als neue Unterkünfte stehen uns neben einer im Umbau befindlichen Bestandsimmobilie sowohl die Modularen Unterkünfte (MUF) für Flüchtlinge zur Verfügung als auch die in Container-Bauweise erstellten Tempohomes, die für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren genutzt werden können. Alle Unterkünfte verfügen neben Gemeinschaftsräumen auch über Kochgelegenheiten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LAF tragen dafür Sorge, dass die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner rechtzeitig von der bisherigen Vollversorgung auf Selbstversorgung umgestellt werden und die dafür vom Gesetzgeber vorgesehenen Mittel erhalten.“

In der vergangenen Woche wurde mit dem Bezug der Modularen Unterkunft am Hagenower Ring (300 Plätze, Lichtenberg) begonnen. Es folgen die Unterkünfte in der Rudolf-Leonhard-Straße (450 Plätze, Marzahn-Hellersdorf) und in der Wolfgang-Heinz-Straße (450 Plätze, Pankow).

Im angegebenen Zeitraum werden Unterkünfte auch in Steglitz-Zehlendorf, Neukölln, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg und Spandau entstehen.

Modulare Unterkunft für Flüchtlinge (MUF)

Adresse und Kapazität:
Hagenower Ring, 300
Wolfgang-Heinz-Straße, 450
Rudolf-Leonhard-Straße, 450
Albert-Kuntz-Straße, 450
Freudstraße, 320

Tempohomes

Adresse und Kapazität:
Dingolfinger Straße, 256
Finckensteinallee, 256
Karl-Marx-Straße, 160
Fritz-Wildung-Straße, 160
Lissabonallee, 256
Columbiadamm, 1024

Bestandsgebäude

Adresse, Kapazität
Spandauer Straße, 338

Gesamtkapazität: 4420 Plätze

Seit Dezember 2016 sind bereits 2.150 Geflüchtete aus Notunterkünften, darunter auch Turnhallen, in Gemeinschaftsunterkünfte umgezogen. Von den in den Unterkünften des LAF insgesamt untergebrachten Geflüchteten konnten in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 2.370 Bewohnerinnen und Bewohner in privaten Wohnraum vermittelt werden.

Quelle

Wenn Flüchtlinge zu Nachbarn werden

Die „Berliner Morgenpost“ berichtet:

Bei der Flüchtlingsunterbringung in Berlin geht es voran – langsam zwar, aber immerhin, meint Andreas Abel.

Es geht voran mit der Flüchtlingsunterbringung in Berlin – langsamer als ursprünglich gedacht, aber immerhin. Noch leben 10.000 Menschen in teilweise prekären Notunterkünften. Und auch die rot-rot-grüne Landesregierung musste feststellen, dass Planungstermine nicht immer eingehalten werden können und der Teufel im Detail steckt. Insbesondere bei den sinnigerweise „Tempohomes“ genannten Containerquartieren kam es zu Verzögerungen. Mal waren Baumängel Schuld, mal die komplizierte Erschließung der Grundstücke. Bisweilen machten auch Lärm- oder Artenschutz den Bauarbeitern einen Strich durch die Rechnung. Aber es bewegt sich etwas.

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Siehe auch:

Bessere Unterkünfte für Flüchtlinge

In welchen Bezirken Berlin neue Flüchtlingsunterkünfte baut

Erst die Notunterkunft, nun der Container

Laut Bericht des „Tagesspiegels“ ist das neue Tempohome in der Dingolfinger Straße in Biesdorf Ende Mai fertiggestellt:

Am Oberhafen in Spandau ist das nächste Tempohome fertig geworden, derzeit werde es möbliert, erklärte die Senatsverwaltung für Integration auf Tagesspiegel-Anfrage. Es wird das sechste Containerdorf der neuen Serie sein. 280 Plätze gibt es zu besetzen, erneut können Flüchtlinge aus Notunterkünften ausziehen. Wer genau profitieren wird, werde laut Senatsverwaltung für Soziales noch geprüft.

Nach dem Leerzug der letzten Turnhalle Ende März sind immer noch rund 13.400 Flüchtlinge in Notunterkünften wie dem ICC oder den Hangars in Tempelhof untergebracht, weit mehr als in anderen Städten. Einen Zeitplan für ihren Umzug in Gemeinschaftsunterkünfte wie Tempohomes oder die komfortableren sogenannten modularen Unterkünfte (MUFs) nennt der Senat nicht. Aus gutem Grund. Schon bei den Turnhallen waren mehrere Terminzusagen nicht eingehalten worden, weil sich der Bau der neuen Flüchtlingsheime verzögerte.

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