Künftig 1200 Flüchtlinge auf Gelände in Wittenau

Die „Berliner Morgenpost“ schreibt:

Die CDU kritisiert das Ankunftszentrum auf dem KaBoN-Gelände. Der Zuständige Stadtrat war über die Pläne nicht informiert.

Die Gemüter kochen in den Reinickendorfer Gruppen auf Facebook hoch. Der Grund: Die neuen Pläne des Senats, ein Ankunftszentrum für Flüchtlinge auf dem ehemaligen Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik (KaBoN-Gelände) in Wittenau zu errichten. Vielfach wird gemutmaßt, dass nun nicht mehr, wie ursprünglich geplant, mietpreisgünstiger Wohnungsbau auf dem Areal geschaffen wird. Auch der Fraktionssprecher für Integrationspolitik und Sozialraumorientierung der Reinickendorfer CDU-Fraktion, Björn Wohlert, kritisiert die Pläne des rot-rot-grünen Senats zur weiteren Entwicklung des Geländes: „Besonders verheerend mit Blick auf den sozialen Frieden und die Akzeptanz der Bevölkerung ist, dass der Senat nun den angedachten Bau von bezahlbaren Wohnungen auf dem KaBoN-Gelände in Frage stellt. Um die Mietpreise perspektivisch zu stabilisieren und zu senken, dürfen Potenziale für maßvolle Wohnbebauung in Wittenau nicht einfach liegen gelassen werden“, sagt er.

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In der MUF – Isoliert in Berlin

Die „Zitty“ schreibt:

  Hastig gebaut, oft abseits gelegen: Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge stehen beim Senat gerade hoch im Kurs. Wegen der Wohnungskrise sollen sie auch Studierenden und einkommensschwachen Berlinern ein Dach über dem Kopf bieten. Was bedeutet das für die Stadt?

Rona Muhammad sitzt auf einer weißen Couch in ­ihrem Zimmer, die Beine übereinandergeschlagen. Die Vorhänge am Fenster hat sie zugezogen, in der Ecke sirrt ein Ventilator. Es ist heiß, mehr als 32 Grad, und der Hof der Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) in Hellers­dorf liegt verlassen in der Sonne. Die vor neun Monaten gepflanzten Buchen spenden noch keinen Schatten. Rona kennt solches Wetter aus Syrien, im Sommer ist es dort manchmal 45 Grad heiß. „Aber da gab es mehr Klimaanlagen“, sagt sie und nimmt sich ein Pistazien-Baklava. „Als wir noch Strom hatten.“

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Der große Streit um Berlins neue Flüchtlingsunterkünfte

Die „Berliner Morgenpost“ berichtet:
25 neue Unterkünfte sollen in den kommenden Jahren in Berlin entstehen. In den Bezirken gibt es Widerstand gegen die Standorte.
Berlin will bis zum Jahr 2021 an 25 Standorten weitere Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge (MUF) bauen lassen. Die wichtigsten Bauherren sind die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sowie die sechs städtische Wohnungsgesellschaften. Gegen die Pläne regt sich zum Teil massiver Widerstand. Kritik gibt es vor allem an der Kommunikation mit dem Senat.
Sozialsenatorin Elke Breitenbach und Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (beide Linke) hatten Mitte Februar mit Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) die Liste mit den geplanten Standorten vorgestellt. Nach angeblicher Abstimmung mit den zwölf Bezirken. Das weisen die Bezirksbürgermeister zurück. Die Frist, in der sie ihre Vorschläge einbringen können, wurde nun bis zu diesem Wochenende verlängert. Am 27. März soll die Standortliste vom Senat verabschiedet werden.
 

Fast 13.000 Menschen zogen 2017 aus Notunterkünften aus

Der „rbb“ berichtet:

In früheren Rathäusern, Kasernen, Fabriken oder Flugzeug-Garagen in Berlin leben inzwischen „nur“ noch 2.400 Flüchtlinge. Tausende wurden 2017 in etwas bessere Unterkünfte oder in Wohnungen umquartiert. Eine Übersicht über den aktuellen Stand.

In Berlin leben noch rund 2.400 Flüchtlinge in Notunterkünften. Das teilte das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten am Mittwoch auf Anfrage von rbb|24 mit. Im November waren es noch rund 5.500 Menschen. Bis Ende 2018 sollten alle Notunterkünfte in Berlin geschlossen oder umgebaut sein, so der Plan des Senats.

Im ganzen Jahr 2017 seien rund 13.000 Flüchtlinge aus Notunterkünften in Gemeinschaftsunterkünften oder Wohnungen untergebracht worden, erklärte LAF-Sprecher Sascha Langenbach. Eine exakte Zahl nannte er nicht. Mit anderen Bundesländern könne man die Zahlen nicht vergleichen, weil der Begriff „Notunterkunft“ unterschiedlich definiert werde.

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Flüchtlinge im Berliner Lageso: Was aus dem Behörden-Chaos geworden ist

Der „Spiegel“ berichtet:
Überfordert, hilflos, chaotisch: Im Flüchtlingsherbst 2015 scheiterte Berlins Verwaltung, die Zustände in der Hauptstadt machten Schlagzeilen im ganzen Land. Und heute? Ein Ortsbesuch.
Das Symbol ist verschwunden. Im Mai 2017 ist die letzte für Asylsuchende zuständige Abteilung vom Gelände des Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales „Lageso“ an der Turmstraße in Moabit ausgezogen. Dort, wo im Sommer vor zwei Jahren Menschen auf der Wiese lagen, erschöpft von der Flucht, vom Warten in der Hitze, wo sie im Winter 2015 nachts anstanden, sind an diesem Frühjahrstag nur ein paar Security-Mitarbeiter übrig, die ohne Aufgabe herumstehen. Gärtner, die Rasen säen.
 

Flüchtlingsunterkünfte in Berlin: Das Warten leid

Anders als im Artikel behauptet gibt es auch in vielen Notunterkünften Küchen. Die Versorgung mit Vollverpflegung ist dann im Regelfall rechtswidrig, vgl. § 3 Abs. 2 AsylblG (Asylsuchende die länger als 6 Monate hier leben) bzw § 65 SGB II (anerkannte Flüchtlinge). Das LAF besteht trotzdem auf entmündigender Vollverpflegung, auch wenn es Küchen gibt. Und für den Einbau von Küchen in den Unterkünften tun sie nichts, seit über 2 Jahren passiert da garnichts mehr …. (Quelle: Flüchtlingsrat Berlin)

 

20 Bewohner einer Notunterkunft in Berlin-Marzahn haben ab Freitag einen Hungerstreik angekündigt. Umzug in Gemeinschaftsunterkunft zieht sich hin.

Kartoffeln, Kartoffeln und nochmals Kartoffeln. Er ertrage das Essen nicht länger, sagt ein 28-jähriger Syrer, der in einer Notunterkunft in der Bitterfelder Straße in Marzahn lebt. In einer Pressemitteilung haben die Bewohner der Einrichtung nun angekündigt, in den Hungerstreik zu treten. Sascha Langenbach, Sprecher des Landesamts für Flüchtlinge (LAF), bestätigte am Freitag: „Diese Ankündigung ist uns bekannt.“ Der Betreiber, die Volkssolidarität, und das LAF bemühten sich, den Problemen abzuhelfen. Allerdings könne das noch einige Wochen dauern, sagte Langenbach.

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