Flüchtlingsunterkünfte als Wohnungsbaualternative?

Das Berliner „Mieterecho“ meint zum geplanten Bau weiterer MUFs in allen Berliner Bezirken:

Senat will den Bau von Modularhäusern in allen Bezirken vorantreiben

Der Berliner Senat drückt jetzt aufs Tempo beim Bau von modularen Unterkünften für Flüchtlinge (MUF). Im Februar 2016 hatte die alte Landesregierung den Bau von Häusern in Schnellbauweise für bis zu 30.000 Flüchtlinge an insgesamt 60 Standorten beschlossen, davon sollten 28 bereits bis Ende 2016 realisiert werden. Doch bis zum heutigen Tage sind lediglich zehn MUF fertiggestellt, 19 weitere befinden sich in der Planung bzw. im Bau. Heute gab der Senat bekannt, dass pro Bezirk nun zwei weitere Standorte realisiert werden sollen. Bei der Auswahl werden vorrangig Grundstücke berücksichtigt, die im Vermögen der Bezirke, im Treuhandvermögen des Liegenschaftsfonds und im Eigentum des Bundes sind. Hinzu kommen Grundstücke landeseigener Unternehmen und Wohnungsbaugesellschaften. Als Bauträger sind sowohl die Senatsverwaltung, als auch die Gesellschaften vorgesehen.

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Warum es Ärger um neue Flüchtlingsunterkünfte gibt

Der „Tagesspiegel“ berichtet:

Der Senat hat eine Liste von 24 neuen Standorten für Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge, kurz: MUF, vorgelegt. Jeder Bezirk soll zwei bekommen. In Marzahn-Hellersdorf hat das Land die Grundstücke Alt-Hellersdorf 17 und Murtzaner Ring 68 ins Auge gefasst. Trotzdem wird es bei elf Einrichtungen im Bezirk bleiben. Denn die beiden neuen sollen die Containerbauten („Tempohomes“) in der Zossener und der Dingolfinger Straße ablösen. Allerdings dürfte die Zahl der Plätze zunehmen. Die neuen Bauten sind jeweils für bis zu 450 Bewohnerinnen und Bewohner ausgelegt, während die alten nicht mehr als 250 aufnehmen konnten. Das ist zumindest die theoretische Größenordnung. Der Flüchtlingszuzug hat bekanntlich stark nachgelassen. Von rund 4500 Plätzen im Bezirk sind aktuell 3600 belegt. Der Plan des Senats ist es, die solideren MUFs später umzubauen und dem regulären Wohnungsmarkt zur Verfügung zu stellen, wenn sie nicht mehr für Flüchtlinge gebraucht werden. Zwei Wochen haben die Bezirke Zeit, zu der Liste Stellung zu nehmen.

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Fast 13.000 Menschen zogen 2017 aus Notunterkünften aus

Der „rbb“ berichtet:

In früheren Rathäusern, Kasernen, Fabriken oder Flugzeug-Garagen in Berlin leben inzwischen „nur“ noch 2.400 Flüchtlinge. Tausende wurden 2017 in etwas bessere Unterkünfte oder in Wohnungen umquartiert. Eine Übersicht über den aktuellen Stand.

In Berlin leben noch rund 2.400 Flüchtlinge in Notunterkünften. Das teilte das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten am Mittwoch auf Anfrage von rbb|24 mit. Im November waren es noch rund 5.500 Menschen. Bis Ende 2018 sollten alle Notunterkünfte in Berlin geschlossen oder umgebaut sein, so der Plan des Senats.

Im ganzen Jahr 2017 seien rund 13.000 Flüchtlinge aus Notunterkünften in Gemeinschaftsunterkünften oder Wohnungen untergebracht worden, erklärte LAF-Sprecher Sascha Langenbach. Eine exakte Zahl nannte er nicht. Mit anderen Bundesländern könne man die Zahlen nicht vergleichen, weil der Begriff „Notunterkunft“ unterschiedlich definiert werde.

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Berlin plant weitere modulare Flüchtlingsheime an 24 Orten

Die „Berliner Morgenpost“ berichtet:

Künftig soll es in Berlin 53 Flüchtlingsheime in Modularbauweise geben. Zusammen bieten sie rund 10.000 Menschen Platz.

Berlin. In Berlin sollen weitere Flüchtlingsheime gebaut werden. Nach Abstimmung mit den Bezirken plant der Senat an 24 neuen Standorten sogenannte modulare Unterkünfte (MUF). Sie seien zusätzlich zu den fertigen oder bereits geplanten Neubauten notwendig, um den Bedarf langfristig zu decken, teilte Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Dienstag mit.

Bisher sind 10 MUFs fertig und weitere 19 in Planung oder Bau, zusammen bieten sie rund 10.000 Menschen Platz. Die nun ins Auge gefassten 24 kommen hinzu, so dass es in Berlin in Zukunft 53 dieser Flüchlingsheime in Modulbauweise geben wird. Perspektivisch sollen sie auch Wohnraum etwa für Studenten bieten.

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Siehe auch:

Senat beschließt 24 neue Flüchtlings-Siedlungen

Neukölln erhält drei neue Flüchtlingsunterkünfte

Für Nachnutzung der MUFs gibt es offenbar Hürden

Via „rbb“:

Berlin baut derzeit rund 30 Modularbauten für Flüchtlinge. Diese, so heißt es, könnten irgendwann auch als Studenten- oder Altersheime genutzt werden. Doch bei einem Teil der Bauten ist die Sache offenbar nicht so einfach.

Einige der Modularbauten, die das Land Berlin derzeit für Flüchtlinge errichten lässt, können offenbar später nicht so einfach von anderen Bewohnern genutzt werden. Wie Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Donnerstag bestätigte, wurden und werden insgesamt sechs Anlagen nach einem Sonderrecht erbaut – dem sogenannten Flüchtlingsbaurecht.

Dieses erleichtert das Bauverfahren für die Unterkünfte, macht jedoch auch Auflagen bei der Nutzung. Nach dem Flüchtlingsbaurecht dürften in den ersten drei Jahren ausschließlich geflüchtete Menschen in diesen Unterkünften wohnen, so Breitenbach. Berlin plant jedoch eine Nachnutzung auch für andere Menschen.

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Flüchtlinge im Berliner Lageso: Was aus dem Behörden-Chaos geworden ist

Der „Spiegel“ berichtet:
Überfordert, hilflos, chaotisch: Im Flüchtlingsherbst 2015 scheiterte Berlins Verwaltung, die Zustände in der Hauptstadt machten Schlagzeilen im ganzen Land. Und heute? Ein Ortsbesuch.
Das Symbol ist verschwunden. Im Mai 2017 ist die letzte für Asylsuchende zuständige Abteilung vom Gelände des Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales „Lageso“ an der Turmstraße in Moabit ausgezogen. Dort, wo im Sommer vor zwei Jahren Menschen auf der Wiese lagen, erschöpft von der Flucht, vom Warten in der Hitze, wo sie im Winter 2015 nachts anstanden, sind an diesem Frühjahrstag nur ein paar Security-Mitarbeiter übrig, die ohne Aufgabe herumstehen. Gärtner, die Rasen säen.
 

Was macht eigentlich das Lageso?

Der „Tagesspiegel“ berichtet:
Das Lageso legt den Jahresbericht 2016 vor. Um Flüchtlinge geht es nicht mehr. Es bleibt eine Bilanz der Kernaufgaben.
Der 1. August 2016 war für das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) ein bedeutsamer Tag. Damals verlor das Amt, das zu diesem Zeitpunkt mehr als 1000 Mitarbeiter hatte, seine Zuständigkeit für Flüchtlinge – eine Reaktion auf organisatorische Mängel und massive Kritik an der Arbeit des Lageso. Von diesem Tag an konzentriert sich die Behörde wieder auf seine Kernaufgaben, die immer zum Aufgabenkatalog des Lageso gehört hatten, darunter umweltbezogener Gesundheitsschutz, Trinkwasserhygiene und Krankenhausaufsicht.
 

Notunterkunft in Berlin-Moabit: Vier Jahre später: Flüchtlinge können Schulgebäude verlassen

Der „Tagesspiegel“ schreibt:

Immer wieder verzögert, jetzt absehbar: Der Umbau des ehemaligen Kleist-Gymnasiums zur Staatlichen Internationalen Schule kann beginnen.

Neue Hoffnung für Berlins neue Internationale Schule: Das seit 2013 für sie anvisierte Gebäude, in dem sich früher das Heinrich-von-Kleist-Gymnasium befand, wird demnächst zur Verfügung stehen. „Die Notunterkunft in der Levetzowstraße wird seit heute frei gezogen“, teilte das Landesamt für Flüchtlingsfragen (LAF) dem Tagesspiegel am Montag auf Anfrage mit. Das Gebäude werde danach „schnellstmöglich“ an die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) übergeben.

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10.000 anerkannte Flüchtlinge haben noch keine Wohnung

Der „rbb“ berichtet:
Sie leben in Not- oder Gemeinschaftsunterkünften, obwohl sie eigentlich eine Wohnung haben sollten: 10.000 anerkannte Flüchtlinge finden – wie so viele Berliner – einfach keine eigene Bleibe. Seit Januar konnten 2.600 eine Wohnung oder WG beziehen.

Viele anerkannte Flüchtlinge finden in Berlin keine Wohnung. Rund 10.000 leben derzeit in Notunterkünften oder Gemeinschaftsunterkünften. Sie befinden sich „im Rechtskreis der Jobcenter oder Sozialämter“, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) am Dienstag dem rbb und seien deshalb weiterhin in diesen Unterkünften untergebracht. Von Januar bis Ende Juni 2017 hätten rund 2.600 Personen eine Wohnung oder eine WG bezogen, für die das LAF die Kosten übernimmt, hieß es.

In Notunterkünften leben insgesamt noch immer 9.200 Flüchtlinge, 270 davon in den Tempelhofer Hangars. Allerdings konnten seit Dezember mehr als 2.000 Flüchtlinge aus Notunterkünften in Gemeinschaftsunterkünfte umziehen.

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Ungeeignete Notunterkunft: Flüchtlinge ziehen nach zwei Jahren aus dem ICC aus

Die „Berliner Zeitung“ berichtet:
Auf die Idee musste erst mal einer kommen. Als im Spätherbst 2015 täglich bis zu 2000 Menschen in Berlin eintrafen, wurde Platz benötigt. Sofort. Auch das ICC stand leer und wurde prompt zur Unterkunft für Flüchtlinge umfunktioniert. Nun hat der Auszug begonnen.
Von Anfang an war klar, dass das raumschiffartige Messemonstrum nur ein Provisorium sein konnte – ein Provisorium mit 25 Quadratmeter großen sogenannten Wohnboxen für acht Mann: keine abschließbaren Türen, keine Fenster, kein Tageslicht, keine Privatsphäre. Am Freitag hat der Auszug der insgesamt 215 Flüchtlinge begonnen.