Künstler baut Flugzeug in Marzahner Flüchtlingsunterkunft

Der „tagesspiegel“ berichtet:

Kunstschaffende sollen dort arbeiten, wo es eigentlich andere Probleme gibt. Den Anfang machte der Künstler Manaf Halbouni in einem Bauwagen.

Eine ältere Frau mit Kopftuch schaut aus dem vierten Stock des modernen Plattenbaus herab auf das Flugzeug, den Künstler und sein Tiny House. In diesem ausgebauten Bauwagen hat Manaf Halbouni einen Monat lang gelebt und gearbeitet. Er hat ein Flugzeug in den Hof der Unterkunft für Geflüchtete im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf gebaut, aus Gegenständen, die er in der Umgebung aufgesammelt hat. Alte Schallplatten zum Beispiel, eine noch funktionierende Uhr, eine Krücke, viel Holz und Plastik. Halbouni ist der erste Künstler, der an dem Projekt „Residenzpflicht“ teilnimmt.

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Kunst in Unterkünften für Geflüchtete: Wenn Träume fliegen könnten

Via „LichtenbergMarzahn+“:

Marzahn-Hellersdorf/Lichtenberg. Die zehn Modularen Unterkünfte (MUF) in Berlin werden zu Kunstateliers. „Residenzpflicht“ heißt das internationale Kunstprojekt, in dem zehn Künstlerinnen und Künstler in diesem und im nächsten Jahr in zehn Berliner Flüchtlingseinrichtungen arbeiten werden.

Auf dem Hof der Flüchtlingsunterkunft Wittenberger Straße in Marzahn steht seit zwei Wochen ein leuchtend gelbes Wohnatelier. Daneben ist das halb verkleidete Gerippe eines kleinen Flugzeuges zu sehen. Ein junger Mann im Hoodie werkelt daran, sägt Holzleisten zurecht und verschraubt sie. Der syrisch-deutsche Künstler Manaf Halbouni ist der erste „Artist in Residence“, der im Rahmen des Projektes „Residenzpflicht“ an einem Kunstobjekt arbeitet. Er baut ein Flugzeug aus Holz.

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Begegnungen: Stipendium im Flüchtlingsheim

Die „MOZ“ berichtet:

Begegnungen Beim Projekt „Residenzpflicht“ leben internationale Künstler vier Wochen lang im Wohnwagen in geschlossenen Berliner Asylunterkünften.

In Berlin gibt es derzeit zehn Container-Dörfer für Flüchtlinge. Jede Unterkunft wird in den kommenden anderthalb Jahren zeitweise um ein Modul erweitert werden. Noch steht der zum Wohnatelier ausgebaute Bauwagen mitten in Berlin auf dem Washingtonplatz zwischen Hauptbahnhof und Spree. Wenn es an der Flüchtlingsunterkunft am Lindauer Weg in Pankow andockt und Albrecht Ferch einzieht, will er nicht viel mehr mitnehmen als ein paar Kleider. „Auch die meisten Flüchtlinge lassen fast alles in ihrer Heimat zurück und kommen in der Fremde mit nichts an“, sagt der Künstler.

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Was treibt Jugendliche in den Extremismus?

Der „Tagesspiegel“ berichtet:

Die Berliner Künstlerin Henrike Naumann untersucht die Radikalisierung junger Menschen im Osten. Sie will Klischees überwinden. Eine Begegnung.

Den Stuhl mit dem Leopardenplüsch auf der Sitzfläche hebt Henrike Naumann schwungvoll hoch, platziert ihn an einem fliederfarbenen Kunststofftisch und setzt sich vor eine grüne Vase, die aussieht wie eine geschälte Zucchini. Den Fernseher daneben ignoriert sie. Es läuft der Auftritt einer Tingeltangel-Combo, die zu Elektrobeats ein Pionierlied aus der DDR veralbert. Den einzigen Ruhepunkt in der postmodernen Farb- und Formhölle, die sie in der Berliner Galerie KOW aufgebaut hat, verkörpert Naumann selbst, mit dunklem Pagenschnitt, schwarzem Pulli, schwarzer Hose. „Die Besucher dürfen sich so unsicher fühlen, wie ich mich fühle“, sagt sie. „Es geht mir darum, Überzeugungen neu zu erarbeiten.“

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„Wir können uns von der DDR-Bauweise eine Platte abschneiden“

Der „Tagesspiegel“ schreibt:

Der Architekt Martin Maleschka erforscht das baukünstlerische Erbe der DDR. Ein Gespräch über Wohnungsbau und verlorene Kunst in Großsiedlungen wie Marzahn.

Herr Maleschka, im Berliner Nordosten reihen sich auf vielen Quadratkilometern ein Plattenbau an den nächsten. Würde man die Berliner fragen, würden wohl viele am liebsten die Abrissbirne bestellen. Sie nicht, woher kommt Ihre Liebe für die Platte?

Ich bin selbst in einer Platte aufgewachsen, sie ist meine Heimat, sozusagen. Eine verlorene Heimat allerdings: 2004 wurde das Gebäude in meiner Heimatstadt Eisenhüttenstadt abgebrochen und nun suche ich diese verlorene Architektur bis heute in anderen Städten.

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Gegensätze im Plattenbau: Die Künstlerinitiative aus dem Zentrum von Marzahn

Die „Berliner Zeitung“ schreibt:

Der Ausstellungsraum der Galerie M ist je zur Hälfte in kräftigem Rot und in Blau gestrichen: Der Titel „Pole“ der aktuellen Werkschau ist augenscheinlich Programm.

Pole – gemeint sind Gegensätze. Über der Eingangstür thront zur Linken eine Büste des Philosophen Georg Friedrich Wilhelm Hegel, zur Rechten das gewohnt bärtige Antlitz von Karl Marx. Der Künstler Marc Pospiech hat sie aus leichtem Bauschaum geschnitzt. Grau bemalt wirken sie wuchtig und schwer wie Beton.

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Kunst aus und in Marzahn-Hellersdorf: Wild, scheiße und trotzdem gut

Fortsetzung der taz-Serie über Marzahn-Hellersdorf:
 
Michail Fanghaenel ist in Marzahn aufgewachsen. Er arbeitet als Türsteher im Berghain und ist Fotograf. Jetzt stellt er in seinem alten Bezirk aus.
Michail „Mischa“ Fanghaenel steht vor seinem alten Wohnhaus, einer Platte in Marzahn. Schwarze Hose, schwarze Jacke, schwarzes Shirt, nur die Brille hat Farbtupfer in Blau, Grau und Grün. „Das hier war der Himmel für uns“, sagt der Vierzigjährige und zeigt auf das graue Haus, das hoch in den Himmel ragt. „Wir kamen aus einer Zweiraumwohnung in Pankow. Plötzlich hatte jeder sein eigenes Zimmer. Das war unendlich viel Platz.“
Fanghaenel blickt auf den ersten Balkon links, Hochparterre. Hier ist er aufgewachsen, im Block um den Bürgerpark. Nächste Woche stellt er hier im Bezirk seine Fotos aus beim „Acht Tage Marzahn“-Kunstfestival, nur ein paar Minuten Fußweg von seinem früheren Lebensumfeld entfernt.“
 

„Wir brauchen überall Kultur“: Interview mit Senator Klaus Lederer

Die „Berliner Woche“ berichtet:
Marzahn-Hellersdorf. Kultursenator Dr. Klaus Lederer (Die Linke) predigt, dass Kultur nicht nur in Berlin-Mitte, sondern auch in den Außenbezirken stattfinden soll. Wie weit der Senator selbst Kenntnisse von Kunst und Kultur in Marzahn-Hellersdorf hat, wollte Berliner Woche-Reporter Klaus Tessmann im Interview mit dem Senator wissen.
 

STZ Hellersdorf-Ost: Künstler*innen für einen Mal- und Fotowettbewerb im September gesucht!

Via Frau Braun von der Willkommenskultur/STZ Hellersdorf-Ost:

Liebe Alle,

ich such dringend nach Künstlern für einen Mal- und Fotowettbewerb der im September stattfinden soll. Ziel ist es durch Kunst Begegnung zu schaffen, die mehr als den einen Abend existieren soll. Ich brauche dringend jetzt schon interessierte Künstler um ein Treffen mit allen organisieren zu können. Also falls jemand jemanden kennt, der daran gerne teilnehmen möchte, bitte weiterleiten!

Bei der Kunst soll es sich um bereits bestehende Werke, wenn möglich, handeln, die sich mit dem Thema Heimat auseinandersetzen. Jeder Künstler wird 1-3 Bilder/Fotos ausstellen können und eine unabhängige Jury wird dann im September einen Gewinner küren. Die Bilder werden ein oder zwei weitere Monate im Stadtteilzentrum ausgestellt. Außer Werbung und dem möglichen Preis bekommen die Künstler nichts, deshalb ist es gerade wichtig, dass es sich um bereits bestehende Werke handeln soll um keinen Künstler in Unkosten zu stürzen.

Kontakt: Maria Braun m.braun@ev-mittendrin.de