„Der rechte Teich wird überfischt“

Der „Tagesspiegel“ schreibt:

Mit seiner Polemik „Desintegriert Euch!“ ruft Max Czollek Minderheiten dazu auf, sich der Anpassung zu verweigern. Ein Gespräch über den neuen Nationalismus.

Herr Czollek, „Integration“ gehört derzeit zu den meistbenutzten Vokabeln in politischen Debatten. Ihnen kommt das Wort zu den Ohren raus. Wieso?

„Integration“ ist ein Begriff, der von jeder demokratischen Partei in Deutschland verwendet wird. Es steht in allen Wahlprogrammen, kaum ein Gespräch über Migranten kommt ohne das I-Wort aus. Es gibt ein Integrations-Paradigma, in dessen Rahmen man sich Zugehörigkeit zu Deutschland vorstellt. Ich finde das hochproblematisch.

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Integration von Zuwanderern: Ein Land bleibt cool

Der „Spiegel“ schreibt:

Die Integration von Migranten gilt als Jahrhundertaufgabe, nun zeigt eine umfassende Studie: Die Haltung der Bürger dazu hat sich seit 2015 kaum verändert. Skeptisch sind vor allem Ostdeutsche – und Männer.

Wer in den vergangenen Monaten die Nachrichten verfolgte, begegnete ihr überall: dieser offenbar weitverbreiteten, diffusen Angst – vor Zuwanderern, Muslimen, eigentlich allem Fremden. Wenig war die Rede von wirtschaftlichen oder kulturellen Vorteilen einer Einwanderungsgesellschaft, stattdessen fielen häufig Begriffe wie „Invasoren“, „Asylindustrie“, „Islamisierung“.

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Integration nur mit eigener Wohnung möglich

Das „Migazin“ schreibt:

Ohne geeigneten Wohnraum ist Integration kaum möglich, ist Migrationsexpertin Julia Wellmann überzeugt. Flüchtlinge haben es bei der Wohnungssuche aber schwer. Die Expertin sieht Kommunen und Städte in der Pflicht. Von Lynn Osselmann

Flüchtlinge haben es nach Aussage der Migrationsexpertin Julia Wellmann bei der Wohnungssuche besonders schwer. Integration sei aber nur möglich, wenn ihnen geeigneter Wohnraum zur Verfügung gestellt werde, sagte die Koordinatorin des Kölner Projekts „Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit“ (samo.fa) dem „Evangelischen Pressedienst“. „Eigener Wohnraum ist die Voraussetzung dafür, anzukommen und sich zu Hause zu fühlen.“

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Monokultur war gestern

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt:

Deutschland, ein Einwanderungsland – der Satz war einmal revolutionär. Heute ist er schlichter Alltag.

In Deutschland können Dinge gesagt werden, die noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen wären. Menschen, die nicht typisch deutsch aussehen, werden von Politikern zu potenziellen Kriminellen erklärt; die Tatsache, ein Einwanderungsland zu sein, wird wieder infrage gestellt. Die Debatte über den ehemaligen Nationalspieler Mesut Özil hat gezeigt, wie schwer wir uns damit tun, Menschen ohne Wenn und Aber als Deutsche zu akzeptieren, selbst, wenn sie in Deutschland aufgewachsen sind. Die Migration, hat Bundesinnenminister Horst Seehofer gesagt, sei die „Mutter aller politischen Probleme“. Er trifft die Stimmungslage vieler Bürger.

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Wie eine Familie damit ringt, in Deutschland anzukommen

Der „rbb“ berichtet:

Omar S. und Fadila A. stammen aus der Stadt Homs im Westen Syriens. Seit zwei Jahren leben sie mit ihren beiden kleinen Töchtern in Marzahn-Hellersdorf. Wirklich angekommen ist die Familie nicht – aus vielerlei Gründen.

Die Türen im Treppenhaus sind gelb, alle im selben Ton. Ich steige in den fünften Stock. Hier lebt die syrische Familie S.. An der Wohnung gegenüber ist ein rotweißes Polizei-Absperrband befestigt – was mag dahinter passiert sein?

Ich klingele bei den S.. In der Tür stehen Omar, seine Frau Fadila A., beide studierte Agraringenieure aus der syrischen Stadt Homs, die fünfjährige Nour und ihre zweijährige Schwester Hala [alle Namen von der Redaktion geändert]. Omar ist aus der syrischen Armee desertiert und 2015 nach Deutschland geflüchtet. Seine Frau folgte ihm ein Jahr später. Seit 2016 leben sie hier in Marzahn-Hellersdorf.

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Welche Auswirkungen haben „Anker-Zentren“?

Der „Mediendienst Integration“ berichtet:
In Bayern wurden die ersten Anker-Zentren in Betrieb genommen. Werden sie die Asylverfahren beschleunigen? Welche Folgen haben sie für Geflüchtete? Diesen Fragen sind Forscher für den MEDIENDIENST nachgegangen. Ihr Fazit: Die Zentren verschärfen Konflikte und erschweren den Integrationsprozess.
 

„Kreuzberger Himmel“: Wie Integration gelingen kann

Die „Frankfurter Rundschau“ schreibt:

Die Hilfsorganisation „Be an Angel“ macht mit einem Restaurantprojekt in Berlin vor, wie die Integration von Flüchtlingen gelingen kann.

Mit Hingabe knetet Layali den Teig für die Kubbeh, die arabischen Klößchen aus Bulgur gefüllt mit Lammhack. Vor zwei Wochen hat die Irakerin als Hilfsköchin im „Kreuzberger Himmel“ angeheuert – das erste Mal, dass sie einen Job hat, seitdem sie mit ihrer Familie nach Deutschland floh. Layali ist „einfach nur glücklich“, endlich wieder in ihrem Element zu sein. Mitten im Küchendampf und unter Kollegen, um das tun zu können, was sie schon früher in Bagdad getan hat, als Layali von zu Hause aus mit ihrem Mann einen Catering-Service betrieb.

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Deutsche und dänische Wohnpolitik im Vergleich: Ghettopolitik oder Soziale Stadt?

Ein sehr spannender Beitrag des „Deutschlandfunks“:

Auf die Wende folgte für den Ost-Berliner Bezirk Marzahn der soziale Niedergang. Im dänischen Gellerupparken herrscht seit den 80ern hohe Arbeitslosigkeit. Zwei soziale Brennpunkte – zwei unterschiedliche politische Strategien, die Lage zu lösen.

Kopenhagen, Ministerpräsidentenzimmer auf Schloss Christiansborg. Das dänische Fernsehen überträgt die Neujahresrede des Regierungschefs: „Heute Abend möchte ich von einer jener Balancen sprechen, von denen ich befürchte, dass sie kippen. Ja, an manchen Orten sind sie schon gekippt.“

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„Masterplan Integration“: „Aktionismus, der viel Schaden anrichtet“

Der „Mediendienst Integration“ berichtet:

Lange wurde spekuliert, was genau Horst Seehofer (CSU) mit dem „Masterplan Migration“ vorhat. Nun sind die Inhalte bekannt. Im Gastkommentar kritisiert der Migrationsforscher Werner Schiffauer: Das Papier sei lediglich darauf ausgerichtet, Flüchtlinge abzuschrecken.

Wer von einem „Masterplan Migration“ einen umfassenden Vorschlag zur Migrationspolitik erwartet hatte, musste sich die Augen reiben. Die Vorlage von Horst Seehofer (CSU) beschränkt sich auf die Fluchtmigration – und das fast ausschließlich unter sicherheitspolitischen Aspekten: Es geht um die Erfassung, Abwehr, Kontrolle und Überwachung von Geflüchteten.

Viele wichtige Aspekte der Migrations- und Integrationspolitik werden dagegen nicht thematisiert. Vergeblich sucht man nach Vorschlägen, wie man die Integration in den Arbeits- und Wohnungsmarkt sowie in das Schulsystem fördern kann – oder mehr Wege für die legale Einreise schaffen könnte. Unter der Überschrift „Integration“ werden zwar neun Maßnahmen genannt. Sie befassen sich aber ausnahmslos mit Integrationskursen – und mit dem Druck, der ausgeübt werden soll, um Migranten und Geflüchtete zur Teilnahme zu zwingen.

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Grüne: Geflüchtete und Berliner sollten zusammenwohnen

Der „rbb“ berichtet:

Flüchtlingsunterkünfte dürfen durch ein Sonderbaurecht auch in Gewerbegebieten entstehen. Davon wollen sich die Berliner Grünen verabschieden. Ihr Ziel: Keine Sonderunterbringung mehr für Flüchtlinge, sondern Integration in die Kieze.

In diesem Frühjahr hatte der Berliner Senat beschlossen, an 25 Standorten in allen Bezirken neue Flüchtlingsquartiere zu bauen. Die sogenannten MUFs können dank modualer Bautechnik schnell errichtet werden. Ein Sonderbaurecht ermöglicht den Bau auch auf Grundstücken in Randlagen, die für eine reguläre Wohnbebauung nicht zulässig wären.

Vor drei Jahren, als so viele Geflüchtete untergebracht werden mussten, ein durchaus legitimer Schritt, sagt Bettina Jarasch, die integrationspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Der Notfall-Modus sei aber vorbei. Die Konzepte sollten jetzt besser durchdacht werden.

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