„Weniger Aufgeregtheit ist meine Utopie“

Via „Süddeutsche Zeitung“:

Die Integrationsforscherin Naika Foroutan hofft auf mehr Normalität im Zusammenleben mit Flüchtlingen. Zunächst aber erwartet sie, dass die Spannungen zunehmen.

SZ: Frau Foroutan, wie müsste Deutschland 2030, also 15 Jahre nach dem Zuzug vieler Flüchtlinge, aussehen, damit die Integrationsforscherin sagt: „Wir haben es geschafft“? Wie sieht Ihre Utopie für 2030 aus?

Naika Foroutan: Zunächst und ganz banal ausgedrückt so, dass das Gleichheitsversprechen, das die Moralphilosophie, die Ethik und die Verfassungen Europas ihren Bürgern gegeben haben, umgesetzt wird. Kein Mensch darf aufgrund Herkunft, Religion, Geschlecht et cetera benachteiligt werden, sagt Artikel 3 des Grundgesetzes. Wenn Sie jetzt die Frage der Utopie mit Bezug auf Migranten stellen, dann wäre meine Antwort, dass diese auch als Bürger in diesem Land umfassend angekommen und als Gleiche unter Gleichen behandelt sein mögen. Dass sie dieses Land mit prägen, so wie es viele andere auch tun, aktiv oder zurückgezogen, engagiert oder unauffällig als Mitglieder einer pluralen Demokratie.

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Leitbild Zusammenleben Marzahn NordWest

Die interkulturelle Vernetzungsrunde „Marzahn NordWest integriert“ unter Beteiligung des Projekts Ponte hat folgende Leitlinien für den Stadtteil erarbeitet:

Seit gut einem Jahr gibt es im Stadtteil die AG „MNW integriert“.

Die AG agiert unabhängig und auf informeller Basis. Hintergrund war der Wunsch, unsere Erfahrungen im Bereich Integration/Inklusion/Vielfalt zu bündeln, Probleme gemeinsam zu bearbeiten, Aktionen für den Stadtteil gemeinsam zu planen und umzusetzen. Besonders wichtig ist uns dabei, uns auf unsere ganz konkreten Praxiserfahrungen vor Ort zu beziehen und gängige Theorien daran zu prüfen,um unsere Arbeit so auszugestalten, dass sie hier im Stadtteil auch wirklich funktioniert.

Wir stehen mit unserem Know-How auch für Handlungsempfehlungen zur Verfügung und bringen uns auf verschiedenen Ebenen in die Debatte ein.

In unserem Leitbild haben wir die Gedanken, die uns zum Thema „Wie kann ein gutes Zusammenleben in Marzahn NordWest gelingen?“ besonders wichtig waren, zusammengeführt.

Das Leitbild steht auch auf der Downloadseite des QM zur Verfügung.

Alle, die Interesse und Bereitschaft haben, sich vertiefend mit den Themen Integration/Inklusion/Vielfalt auseinanderzusetzen — also nicht nur Informationen auszutauschen, sondern mit „Kopf, Herz und Hand“ mitzuarbeiten, sind herzlich eingeladen, sich an das QM/interkulturelle Vermittlung oder an das Programm BENN zu wenden.

Quelle

Als Download: https://qm-marzahnnordwest.de/sites/qm-marzahnnordwest.de/files/download/Leitlinien.pdf

Senat legt neues Konzept für Flüchtlingspolitik vor

Via „Tagesspiegel“:

Berlin setzt auf Willkommenskultur: Das neue Konzept setzt im Vergleich zum Bund auf Integrationsfreundlichkeit, Sprachkurse werden ausgebaut.

Ziemlich genau drei Jahre ist es nun her, dass Deutschland von Flüchtlingen förmlich überrannt wurde. Allein in Berlin kamen seit September 2015 täglich um die 1000 Menschen an. Sie mussten untergebracht, erfasst und versorgt werden. Berlin tat sich schwer. Die Verwaltung war darauf nicht vorbereitet, die Hauptstadt erlangte bundesweit negative Berühmtheit durch die langen Schlangen vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales, kurz Lageso.

Ein knappes Jahr nach Beginn der Flüchtlingskrise verabschiedete die damals noch rot-schwarze Landesregierung ihren „Masterplan Integration und Sicherheit“. Diesen überschreibt Rot-Rot-Grün nun mit einem eigenen Konzept der Flüchtlingspolitik. Es trägt den Namen „Gesamtkonzept zur Integration und Partizipation Geflüchteter“ und wird Mitte Dezember offiziell vorgestellt. Das Wort Sicherheit ist aus dem Namen verschwunden.

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HoR > goes Hellersdorf

Das House of Resources kommt zu Euch !
Im Rahmen der Reihe „House of Resources > goes Kiez“ gibt es ein weiteres Netzwerkcafetreffen – diesmal in Berlin Hellersdorf in Kooperation mit dem Klub74 und Kompass – Haus im Stadtteil.
 
Vertreter*innen aus Vereinen, Organisationen und Initiativen, die im Bereich Flüchtlingshilfe, Migration und Integration tätig sind sowie Ehreamtskoordinatoren der Unterkünfte , sind herzlich eingeladen.
 
Bei diesem Treffen soll ein informeller Ideen- und Erfahrungsaustausch in Hellersdorf und Umgebung aktiver Initiativen stattfinden. Es können z.B. Informationen zu Fördermöglichkeiten ausgetauscht werden und es kann über die Gewinnung und Stärkung von ehrenamtlich Tätigen gesprochen werden.
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In kleinerer Runde ( max. 15 Teilnehmer ) geht es darum, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich gegenseitig zu unterstützen, das Wissen dazu untereinander zu teilen oder sogar auch gemeinsame Visionen zu entwickeln – lets talk !
 

Ressortübergreifende Gemeinschaftsinitiative zur Stärkung sozial benachteiligter Quartiere

Via Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen: „Wir wollen gleiche Lebenschancen überall in Berlin. Der Senat will daher noch enger zusammenarbeiten, um sozial benachteiligte Quartiere zu stärken. Es geht u.a. um Bildung, Infrastruktur und Integration.“:

Pressemitteilung vom 30.10.2018

Aus der Sitzung des Senats am 30. Oktober 2019:

Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung die gemeinsame Vorlage der Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach, sowie der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres, über die ressortübergreifende Unterstützung sozial benachteiligter Quartiere beschlossen.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen unterstützt bereits mit dem Berliner Quartiersmanagement und Förderprogrammen der Sozialen Stadt städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligte Stadtteile, um sie zu stabilisieren. Auch die Bildungsverwaltung unterstützt u.a. mit dem Bonusprogramm speziell Schulen in sozial benachteiligten Quartieren. Angebote der Stadtteilzentren der Sozialverwaltung stehen allen Berlinerinnen und Berlinern zur Verfügung. Nun sollen koordiniert für sozial besonders benachteiligte Stadträume passgenaue Angebote entwickelt werden. Dafür bietet die Ressortübergreifende Gemeinschaftsinitiative zukünftig den fachlichen Rahmen. Weitere Senatsverwaltungen haben bereits ihre Bereitschaft zur Mitwirkung angekündigt.

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Integration von Flüchtlingen Aufgabe für Kommunen und Länder

Das „Migazin“ schreibt:

Mehr Integration statt endlose Debatten über den Umgang mit Flüchtlingen. Das fordern Forscher einer neuen Studie auf Grundlage aktueller Zahlen. Transitzentren und Grenzschließungen gehen danach in die falsche Richtung.

Eine neue Studie zur Migrations- und Integrationspolitik empfiehlt Bund, Länder und Kommunen eine klarere Aufgabenteilung. Länder und Kommunen sollten mehr Aufgaben bei der Integration übernehmen, heißt es in der von der Essener Stiftung Mercator geförderten Untersuchung, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Der Bund sollte sich dagegen auf die Qualitätssteigerung und -sicherung der Asylverfahren konzentrieren, fordern die Autoren, Verwaltungswissenschaftler der Ruhr-Uni Bochum und der Universität Potsdam sowie Verwaltungsrechtler der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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Geflüchtete Sportler erfolgreich für Fortuna Marzahn

Via „Tagesspiegel“:
Einer der Top-Läufer in der Leichtathletik-Abteilung von Doris Nabrowsky ist derzeit Mustapha El Ouartassy. Der gebürtige Marokkaner ist seit Januar 2017 Mitglied des Vereins und gewann jüngst zweimal in Folge: Beim Strausseelauf am Tag der Deutschen Einheit stellte er einen neuen Streckenrekord auf, beim Harzgebirgslauf am vergangenen Sonnabend über 11 Kilometer siegte er in 38:09 Minuten – mit mehr als drei Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Maßgeblich war er auch am zweiten Platz seines Teams beteiligt. Dazu gehören die beiden afghanischen Jugendlichen Mohammad Ewaz Malekzada und Milad Ghafari.
 

„Der rechte Teich wird überfischt“

Der „Tagesspiegel“ schreibt:

Mit seiner Polemik „Desintegriert Euch!“ ruft Max Czollek Minderheiten dazu auf, sich der Anpassung zu verweigern. Ein Gespräch über den neuen Nationalismus.

Herr Czollek, „Integration“ gehört derzeit zu den meistbenutzten Vokabeln in politischen Debatten. Ihnen kommt das Wort zu den Ohren raus. Wieso?

„Integration“ ist ein Begriff, der von jeder demokratischen Partei in Deutschland verwendet wird. Es steht in allen Wahlprogrammen, kaum ein Gespräch über Migranten kommt ohne das I-Wort aus. Es gibt ein Integrations-Paradigma, in dessen Rahmen man sich Zugehörigkeit zu Deutschland vorstellt. Ich finde das hochproblematisch.

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Integration von Zuwanderern: Ein Land bleibt cool

Der „Spiegel“ schreibt:

Die Integration von Migranten gilt als Jahrhundertaufgabe, nun zeigt eine umfassende Studie: Die Haltung der Bürger dazu hat sich seit 2015 kaum verändert. Skeptisch sind vor allem Ostdeutsche – und Männer.

Wer in den vergangenen Monaten die Nachrichten verfolgte, begegnete ihr überall: dieser offenbar weitverbreiteten, diffusen Angst – vor Zuwanderern, Muslimen, eigentlich allem Fremden. Wenig war die Rede von wirtschaftlichen oder kulturellen Vorteilen einer Einwanderungsgesellschaft, stattdessen fielen häufig Begriffe wie „Invasoren“, „Asylindustrie“, „Islamisierung“.

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Integration nur mit eigener Wohnung möglich

Das „Migazin“ schreibt:

Ohne geeigneten Wohnraum ist Integration kaum möglich, ist Migrationsexpertin Julia Wellmann überzeugt. Flüchtlinge haben es bei der Wohnungssuche aber schwer. Die Expertin sieht Kommunen und Städte in der Pflicht. Von Lynn Osselmann

Flüchtlinge haben es nach Aussage der Migrationsexpertin Julia Wellmann bei der Wohnungssuche besonders schwer. Integration sei aber nur möglich, wenn ihnen geeigneter Wohnraum zur Verfügung gestellt werde, sagte die Koordinatorin des Kölner Projekts „Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit“ (samo.fa) dem „Evangelischen Pressedienst“. „Eigener Wohnraum ist die Voraussetzung dafür, anzukommen und sich zu Hause zu fühlen.“

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