Studie: Zahl der Hartz-IV-Bezieher wird nicht kleiner

Das „Migazin“ berichtet:

Die Zahl der Hartz-IV-Bezieher verharrt auf hohem Niveau: Sechs Millionen Menschen beziehen die Hilfsleistung. Darunter sind auch Asylbewerber, weil sie dem Arbeitsmarkt noch nicht zur Verfügung stehen.

Die Zahl der Hartz-IV-Bezieher ist laut einer Studie trotz des Arbeitsmarktbooms seit 2011 nicht zurückgegangen. Sie liegt relativ konstant nahe der Sechs-Millionen-Marke, wie aus einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht. Die Zahl der unter Armut leidenden Kinder ist dem Deutschen Kinderschutzbund zufolge deutlich höher als bisher bekannt.

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Marzahn-Hellersdorf: Weiblich, alleinerziehend – und die Armut ist programmiert

Der „rbb“ berichtet:

In keinem anderen Berliner Bezirk leben so viele Alleinerziehende wie in Marzahn-Hellersdorf. Sie sind besonders oft von Armut betroffen. Franziska Ritter hat sich dort umgehört, was das für die Kinder bedeutet.

Die Tangermünder Straße in Berlin-Hellersdorf: Plattenbausiedlungen so weit das Auge reicht. Dazwischen steht die Arche, ein ehemaliges Schulgebäude, über dessen Hof zig Kinder und Jugendliche toben. Bis zu 200 kommen Tag für Tag nach der Schule hierher: um Mittag zu essen, Hausaufgaben zu machen oder zu spielen. Die Arche sei wie ein Jugendclub für Kinder, erklärt Tim Rauchhaus, der die Einrichtung leitet.

Hinter der Arche steht ein Verein, den ein evangelischer Pastor 1995 in Berlin gegründet hat, und der sich fast vollständig über Spenden finanziert: Die Arche Christliches Kinder- und Jugendwerk e.V.  ist noch in vier anderen Bezirken der Stadt aktiv und betreibt bundesweit Einrichtungen. Dass der Verein in Hellersdorf seine Zentrale hat, ist kein Zufall: Laut Sozialbericht wachsen hier 40 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren in Familien auf, die Hartz IV beziehen. Gemäß Definition sind sie arm.

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Deutsche und dänische Wohnpolitik im Vergleich: Ghettopolitik oder Soziale Stadt?

Ein sehr spannender Beitrag des „Deutschlandfunks“:

Auf die Wende folgte für den Ost-Berliner Bezirk Marzahn der soziale Niedergang. Im dänischen Gellerupparken herrscht seit den 80ern hohe Arbeitslosigkeit. Zwei soziale Brennpunkte – zwei unterschiedliche politische Strategien, die Lage zu lösen.

Kopenhagen, Ministerpräsidentenzimmer auf Schloss Christiansborg. Das dänische Fernsehen überträgt die Neujahresrede des Regierungschefs: „Heute Abend möchte ich von einer jener Balancen sprechen, von denen ich befürchte, dass sie kippen. Ja, an manchen Orten sind sie schon gekippt.“

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Armut in der Schule: „Ich habe mich so geschämt“

„Spiegel-Online“ schreibt:

Klassenfahrten, Theaterkurse, Bücher, Ranzen, Stifte – Bildung kostet Geld. Doch was ist, wenn Familien das nicht aufbringen können? Sieben Betroffene erzählen.

Es gibt Geschichten, die auf den ersten Blick von einem einzelnen Schicksal erzählen – und dann aber doch sehr viele Menschen berühren. Kürzlich machte solch eine Geschichte bundesweit Schlagzeilen: Eine Krankenschwester mit vier Kindern hatte auf Twitter davon berichtet, wie schwer es für sie ist, das Geld für Klassenfahrten und Ferienbetreuung zusammenzukratzen.

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In Gropiusstadt lebt es sich prekär

Via „Tagesspiegel“:

Kinderarmut, (Langzeit-)Arbeitslosigkeit und Bezug von Sozialleistungen bei Nicht-Arbeitslosen: Nach diesen Parametern misst das Monitoring „Soziale Stadtentwicklung“ die soziale Lage in der Stadt. Damit erhebt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Daten, die Auskunft über die aktuelle Lage in den Kiezen und deren Entwicklung in den Jahren 2015 und 2016 geben können. Das Ergebnis: Die soziale Benachteiligung in Berlin ist gesunken. Der Anteil an Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen habe sich seit 2006 halbiert, auch die Kinderarmut sinke kontinuierlich. Klingt erst mal gut. Wirft man jedoch einen detaillierten Blick in die Kieze, vor allem außerhalb des S-Bahn-Rings, sieht die Situation gleich anders aus.

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20 Jahre Monitoring Soziale Stadtentwicklung Berlin – Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Wohnen stellt aktuelle Ergebnisse vor

Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen:

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat die Ergebnisse des Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2017 veröffentlicht. Darin wird die aktuelle soziale Lage der Bewohnerinnen und Bewohner in den Quartieren Berlins und deren Veränderung beschrieben.

Das Monitoring Soziale Stadtentwicklung wird seit 1998 – d.h. nunmehr 20 Jahren – regelmäßig erstellt. Die Ergebnisse werden insbesondere zur Auswahl von neuen Fördergebieten des Programms Soziale Stadt („Quartiersmanagement-Gebiete“) herangezogen.

Grundlage des Monitoring Soziale Stadtentwicklung bilden vier Indikatoren:

  • Arbeitslosigkeit,
  • Langzeitarbeitslosigkeit,
  • Transferbezug der Nicht-Arbeitslosen
  • Kinderarmut

Diese werden sowohl als Status-Indikatoren (Stichtag 31.12.2016) als auch als Dynamik-Indikatoren (Veränderung des Status-Indikators 31.12.2014 – 31.12.2016) für 436 Planungsräume Berlins betrachtet. Mit Hilfe eines wissenschaftlichen Verfahrens wird für jeden der 436 Planungsräume ein „Gesamtindex Soziale Ungleichheit“ ermittelt. So erhält man für jeden der betrachteten Planungsräume eine Aussage über dessen aktuelle soziale Situation sowie dessen Entwicklung.

Senatorin Katrin Lompscher: „Nur wer die soziale Lage in den Kiezen kennt, kann Strategien und Konzepte entwickeln, die den Problemen vor Ort wirklich gerecht werden. Mit dem Monitoring Soziale Stadtentwicklung verfügt Berlin über ein wissensbasiertes und weithin anerkanntes Instrument der sozialen Raumbeobachtung. Berlin ist damit Vorbild und Vorreiter für andere Städte in Deutschland.“

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Siehe auch:

Neues Sozialmonitoring veröffentlicht Das sind die sozial abgehängten Kieze in Berlin

Studie: Soziale Probleme in Berlins Außenbezirken wachsen

Brennpunkte in Berlin: In der Thermometersiedlung sieht es besonders düster aus

Gefangen in Hartz IV

Als alleinerziehende Mutter gefangen in der Hartz-IV-Spirale. Im Gespräch erkundigte sich das Inforadio in der Arche in Berlin-Hellersdorf nach den Problemen mit dem vorhandenen System:

Die deutsche Wirtschaft brummt, überall werden Arbeitskräfte gesucht – von der Aushilfe bis zur Fachkraft. Und trotzdem gibt es 800.000 Langzeitarbeitslose. Welche Probleme haben diejenigen, die erst einmal in der Hartz-IV-Spirale stecken? Für den zweiten Teil ihrer Reportage hat Inforadio-Reporterin Sylvia Tiegs in Berlin und Potsdam nach Antworten gesucht.

Mittagszeit in der „Arche“ in Berlin-Hellersdorf. Die Kantine des christlichen Kinder- und Jugendhilfswerks ist gut besucht, heute gibt’s Kürbissuppe. Wie immer kostenlos. Die „Arche“ versteht sich als Anlaufstelle für Familien, die wenig haben. Nicole zählt sich dazu. Die 31-Jährige zieht alleine fünf Kinder groß: „Der Jüngste ist anderthalb, die Älteste ist zehn.“

Ihre beiden Kleinsten hat Nicole zum Mittagessen in die „Arche“ mitgebracht; die Jungs sitzen fröhlich in ihren Hochstühlen und manschen in der Suppe rum. Aus eigener Kraft kann ihre Mutter sie nicht ernähren, Nicole und ihre Kinder leben komplett vom Staat: „Momentan von Hartz IV, Kindergeld und Unterhaltsvorschuss für die Kinder.“

Mit dem Vater der Kinder wohnt Nicole nicht zusammen, er kümmere sich aber – sagt sie. Als Lagerarbeiter verdiene er zu wenig, um sie finanziell zu unterstützen. Deshalb der Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt. Hartz IV bezieht die junge fünffach-Mutter, obwohl sie gerne arbeiten gehen würde. Aber sie kann nicht: „Mein Hauptproblem ist: Kita-Gutscheine habe ich für alle Kinder – und finde einfach keine Plätze.“

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Berlin verzeichnet erste Erfolge gegen Kinderarmut

Die „Berliner Morgenpost“ berichtet:

5700 junge Menschen weniger als noch vor einem Jahr benötigen zusätzliche Leistungen zur Grundsicherung.

Berlin. In Berlin ist weiterhin fast jedes dritte Kind auf Hartz IV angewiesen. Im Dezember 2017 lebten 172.421 Kinder und Jugendliche in einer Familie, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) bezieht. Das sind etwa 1000 weniger als 2016. Allein 76.241 dieser Minderjährigen wachsen in Haushalten von Alleinerziehenden auf. Das Armutsrisiko gilt dort als besonders hoch. Auffallend ist aber vor allem, dass weniger Kinder und Jugendliche sogenannten Aufstocker-Familien angehören, die trotz eigenen Einkommens auf zusätzliche Grundsicherungs-Leistungen (ALG II) angewiesen sind. Ihre Zahl ging von 81.682 auf 75.981 zurück.

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Soziale Ungleichheit: „Solidarität war immer das Ergebnis von Kämpfen“

Sehr lesenswertes Interview in der „Süddeutschen Zeitung“:

Wie kann in Zeiten digitaler Filterblasen das Gefühl von Zusammengehörigkeit entstehen? Für Solidarität müssen die Menschen auf die Straße gehen, sagt Soziologe Oliver Nachtwey.

Interview von Thomas Jordan

Der Soziologe Oliver Nachtwey, 42, machte 2016 mit seinem Buch „Die Abstiegsgesellschaft“ Furore. Darin beschreibt er, dass es für weite Teile der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland sozial nicht mehr aufwärts geht, sondern im Vergleich zur Generation ihrer Eltern wieder bergab. Prekäre Arbeitsverhältnisse sind fest auf dem Arbeitsmarkt etabliert. Von der Politik wird als Ausgleich in einer „globalisierten, neoliberalen, turbodigitalne Welt“, wie es die neue SPD-Vorsitzende Andrea Nahles kürzlich formulierte, wieder verstärkt die Idee der Solidarität ins Spiel gebracht.

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Berliner CDU-Politiker: Hartz IV bei Job-Ablehnung streichen

Der „rbb“ berichtet:

Während in der SPD über die Abschaffung von Hartz IV nachgedacht wird, kommen Stimmen aus der CDU, die Sanktionen zu verschärfen. Der Berliner Wirtschaftspolitiker Christian Gräff schlägt vor, die Bezüge für unter 50-Jährige zu streichen, wenn sie einen Job ablehnen.

Berliner Wirtschaftspolitiker der CDU wollen härtere Sanktionen für junge Hartz-IV-Empfänger. Wenn Menschen unter 50 Jahren ein Jobangebot ablehnten, sollten ihnen die Sozialleistungen komplett gestrichen werden, forderte der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der Berliner CDU, Christian Gräff, am Donnerstag. Hintergrund sei die gute Situation am Arbeitsmarkt.

Für Unternehmen sei es derzeit schwierig, Fachkräfte zu finden, erklärte der CDU-Abgeordnete Gräff in einem Schreiben. „Es ist bei der derzeitigen Situation am Arbeitsmarkt nicht einzusehen, dass Menschen, die 25 oder auch 45 Jahre alt sind, zu Hause sitzen und Hartz IV beanspruchen können.“

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