Für Arme und Alte ist sogar am Stadtrand kein Platz mehr

Die „Berliner Zeitung“ berichtet:

Die hohen Mieten haben vor allem sozial schwache Menschen an die Peripherie getrieben. Viele haben im Kosmosviertel eine Bleibe gefinden. Nun wird es auch hier teurer. Die Angst erneuter Verdrängung geht um.

Sie hat nicht viel Geld, sonst wäre sie jetzt nicht hier. So ist das bei fast allen, die in der Bäckerei am Ende der kleinen Geschäftszeile sitzen. Manuela Preussner kam aus Nord-Köpenick, die Familie, die an der Rückwand ihr Frühstück isst, aus Rudow, der Alte am Fenster aus Britz. Wo sie früher wohnten, mussten sie weg. Manuela Preussner will nicht noch einmal weg. Sie möchte bleiben.

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Aktiv gegen Armut: Zwei Welten

Ein Blick nach München via „Süddeutsche Zeitung“:

In manchen Vierteln lebt Arm und Reich eng beieinander, sagt Regsam-Geschäftsführerin Martina Hartmann. Ein Gespräch über das verbreitete Gefühl der Isolation – und wie quartiersbezogene Strategien helfen können

Interview von Thomas Kronewiter

„Aktiv gegen Armut“ wird an diesem Samstag Regsam, das Regionale Netzwerk für soziale Arbeit. Neun Tage lang beteiligen sich die Sozialarbeiter in 13 der 25 Münchner Stadtbezirke und die Regsam-Netzwerker an einer stadtweiten Veranstaltungsreihe. Martina Hartmann, die Regsam-Geschäftsführerin, erläutert, worum es geht.

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Jugendämter in Berlin schlagen Alarm

Der „Tagesspiegel“ schreibt:

Die Jugendämter suchen dringend nach Fachkräften und haben mit steigenden Fallzahlen zu kämpfen. Ein Überblick über die Herausforderungen.

Darum haben Jugendämter in Berlin mehr zu tun

Jede Gesellschaft baut auf die nachfolgende Generation. In einer Großstadt wie Berlin mit hoher Scheidungsrate, prekären Wohnverhältnissen und vielen Eltern mit seelischen Problemen brauchen aber viele Menschen Hilfe vom Staat. Hier greifen vor allem die Jugendämter. „Wir haben eine kontinuierlich steigende Belastung“, sagt etwa Falko Liecke, (CDU), stellvertretender Bezirksbürgermeister und Stadtrat für Jugend und Gesundheit in Neukölln.

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Studie: Zahl der Hartz-IV-Bezieher wird nicht kleiner

Das „Migazin“ berichtet:

Die Zahl der Hartz-IV-Bezieher verharrt auf hohem Niveau: Sechs Millionen Menschen beziehen die Hilfsleistung. Darunter sind auch Asylbewerber, weil sie dem Arbeitsmarkt noch nicht zur Verfügung stehen.

Die Zahl der Hartz-IV-Bezieher ist laut einer Studie trotz des Arbeitsmarktbooms seit 2011 nicht zurückgegangen. Sie liegt relativ konstant nahe der Sechs-Millionen-Marke, wie aus einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht. Die Zahl der unter Armut leidenden Kinder ist dem Deutschen Kinderschutzbund zufolge deutlich höher als bisher bekannt.

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Marzahn-Hellersdorf: Weiblich, alleinerziehend – und die Armut ist programmiert

Der „rbb“ berichtet:

In keinem anderen Berliner Bezirk leben so viele Alleinerziehende wie in Marzahn-Hellersdorf. Sie sind besonders oft von Armut betroffen. Franziska Ritter hat sich dort umgehört, was das für die Kinder bedeutet.

Die Tangermünder Straße in Berlin-Hellersdorf: Plattenbausiedlungen so weit das Auge reicht. Dazwischen steht die Arche, ein ehemaliges Schulgebäude, über dessen Hof zig Kinder und Jugendliche toben. Bis zu 200 kommen Tag für Tag nach der Schule hierher: um Mittag zu essen, Hausaufgaben zu machen oder zu spielen. Die Arche sei wie ein Jugendclub für Kinder, erklärt Tim Rauchhaus, der die Einrichtung leitet.

Hinter der Arche steht ein Verein, den ein evangelischer Pastor 1995 in Berlin gegründet hat, und der sich fast vollständig über Spenden finanziert: Die Arche Christliches Kinder- und Jugendwerk e.V.  ist noch in vier anderen Bezirken der Stadt aktiv und betreibt bundesweit Einrichtungen. Dass der Verein in Hellersdorf seine Zentrale hat, ist kein Zufall: Laut Sozialbericht wachsen hier 40 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren in Familien auf, die Hartz IV beziehen. Gemäß Definition sind sie arm.

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Deutsche und dänische Wohnpolitik im Vergleich: Ghettopolitik oder Soziale Stadt?

Ein sehr spannender Beitrag des „Deutschlandfunks“:

Auf die Wende folgte für den Ost-Berliner Bezirk Marzahn der soziale Niedergang. Im dänischen Gellerupparken herrscht seit den 80ern hohe Arbeitslosigkeit. Zwei soziale Brennpunkte – zwei unterschiedliche politische Strategien, die Lage zu lösen.

Kopenhagen, Ministerpräsidentenzimmer auf Schloss Christiansborg. Das dänische Fernsehen überträgt die Neujahresrede des Regierungschefs: „Heute Abend möchte ich von einer jener Balancen sprechen, von denen ich befürchte, dass sie kippen. Ja, an manchen Orten sind sie schon gekippt.“

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Armut in der Schule: „Ich habe mich so geschämt“

„Spiegel-Online“ schreibt:

Klassenfahrten, Theaterkurse, Bücher, Ranzen, Stifte – Bildung kostet Geld. Doch was ist, wenn Familien das nicht aufbringen können? Sieben Betroffene erzählen.

Es gibt Geschichten, die auf den ersten Blick von einem einzelnen Schicksal erzählen – und dann aber doch sehr viele Menschen berühren. Kürzlich machte solch eine Geschichte bundesweit Schlagzeilen: Eine Krankenschwester mit vier Kindern hatte auf Twitter davon berichtet, wie schwer es für sie ist, das Geld für Klassenfahrten und Ferienbetreuung zusammenzukratzen.

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In Gropiusstadt lebt es sich prekär

Via „Tagesspiegel“:

Kinderarmut, (Langzeit-)Arbeitslosigkeit und Bezug von Sozialleistungen bei Nicht-Arbeitslosen: Nach diesen Parametern misst das Monitoring „Soziale Stadtentwicklung“ die soziale Lage in der Stadt. Damit erhebt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Daten, die Auskunft über die aktuelle Lage in den Kiezen und deren Entwicklung in den Jahren 2015 und 2016 geben können. Das Ergebnis: Die soziale Benachteiligung in Berlin ist gesunken. Der Anteil an Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen habe sich seit 2006 halbiert, auch die Kinderarmut sinke kontinuierlich. Klingt erst mal gut. Wirft man jedoch einen detaillierten Blick in die Kieze, vor allem außerhalb des S-Bahn-Rings, sieht die Situation gleich anders aus.

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20 Jahre Monitoring Soziale Stadtentwicklung Berlin – Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Wohnen stellt aktuelle Ergebnisse vor

Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen:

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat die Ergebnisse des Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2017 veröffentlicht. Darin wird die aktuelle soziale Lage der Bewohnerinnen und Bewohner in den Quartieren Berlins und deren Veränderung beschrieben.

Das Monitoring Soziale Stadtentwicklung wird seit 1998 – d.h. nunmehr 20 Jahren – regelmäßig erstellt. Die Ergebnisse werden insbesondere zur Auswahl von neuen Fördergebieten des Programms Soziale Stadt („Quartiersmanagement-Gebiete“) herangezogen.

Grundlage des Monitoring Soziale Stadtentwicklung bilden vier Indikatoren:

  • Arbeitslosigkeit,
  • Langzeitarbeitslosigkeit,
  • Transferbezug der Nicht-Arbeitslosen
  • Kinderarmut

Diese werden sowohl als Status-Indikatoren (Stichtag 31.12.2016) als auch als Dynamik-Indikatoren (Veränderung des Status-Indikators 31.12.2014 – 31.12.2016) für 436 Planungsräume Berlins betrachtet. Mit Hilfe eines wissenschaftlichen Verfahrens wird für jeden der 436 Planungsräume ein „Gesamtindex Soziale Ungleichheit“ ermittelt. So erhält man für jeden der betrachteten Planungsräume eine Aussage über dessen aktuelle soziale Situation sowie dessen Entwicklung.

Senatorin Katrin Lompscher: „Nur wer die soziale Lage in den Kiezen kennt, kann Strategien und Konzepte entwickeln, die den Problemen vor Ort wirklich gerecht werden. Mit dem Monitoring Soziale Stadtentwicklung verfügt Berlin über ein wissensbasiertes und weithin anerkanntes Instrument der sozialen Raumbeobachtung. Berlin ist damit Vorbild und Vorreiter für andere Städte in Deutschland.“

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Siehe auch:

Neues Sozialmonitoring veröffentlicht Das sind die sozial abgehängten Kieze in Berlin

Studie: Soziale Probleme in Berlins Außenbezirken wachsen

Brennpunkte in Berlin: In der Thermometersiedlung sieht es besonders düster aus

Gefangen in Hartz IV

Als alleinerziehende Mutter gefangen in der Hartz-IV-Spirale. Im Gespräch erkundigte sich das Inforadio in der Arche in Berlin-Hellersdorf nach den Problemen mit dem vorhandenen System:

Die deutsche Wirtschaft brummt, überall werden Arbeitskräfte gesucht – von der Aushilfe bis zur Fachkraft. Und trotzdem gibt es 800.000 Langzeitarbeitslose. Welche Probleme haben diejenigen, die erst einmal in der Hartz-IV-Spirale stecken? Für den zweiten Teil ihrer Reportage hat Inforadio-Reporterin Sylvia Tiegs in Berlin und Potsdam nach Antworten gesucht.

Mittagszeit in der „Arche“ in Berlin-Hellersdorf. Die Kantine des christlichen Kinder- und Jugendhilfswerks ist gut besucht, heute gibt’s Kürbissuppe. Wie immer kostenlos. Die „Arche“ versteht sich als Anlaufstelle für Familien, die wenig haben. Nicole zählt sich dazu. Die 31-Jährige zieht alleine fünf Kinder groß: „Der Jüngste ist anderthalb, die Älteste ist zehn.“

Ihre beiden Kleinsten hat Nicole zum Mittagessen in die „Arche“ mitgebracht; die Jungs sitzen fröhlich in ihren Hochstühlen und manschen in der Suppe rum. Aus eigener Kraft kann ihre Mutter sie nicht ernähren, Nicole und ihre Kinder leben komplett vom Staat: „Momentan von Hartz IV, Kindergeld und Unterhaltsvorschuss für die Kinder.“

Mit dem Vater der Kinder wohnt Nicole nicht zusammen, er kümmere sich aber – sagt sie. Als Lagerarbeiter verdiene er zu wenig, um sie finanziell zu unterstützen. Deshalb der Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt. Hartz IV bezieht die junge fünffach-Mutter, obwohl sie gerne arbeiten gehen würde. Aber sie kann nicht: „Mein Hauptproblem ist: Kita-Gutscheine habe ich für alle Kinder – und finde einfach keine Plätze.“

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