Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle: „Marzahn-Hellersdorf ist ein sehr dynamischer Bezirk“

Via „rbb“:

Marzahn-Hellersdorf wächst seit einigen Jahren – das birgt Konflikte. Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) sagt im Interview, warum der Bezirk altert, warum es dort viele Hartz-IV-Empfänger gibt – und über welche Klischees sie sich aufregt.

rbb: Frau Pohle, wir haben mal rumgefragt bei den Menschen, die in Ihrem Bezirk leben – und die haben oft gesagt: Was uns stört, ist die schlechte Verkehrsanbindung. Die S-Bahn fährt nicht häufig genug. Kann man daran noch ein bisschen was drehen?

Dagmar Pohle: Ja, wir sind dazu mit der BVG und der Bahn im Gespräch, weil wir merken, dass Straßenbahnen, Busse und S-Bahnen voll sind. Als Außenbezirk sind wir darauf angewiesen, dass möglichst viele Menschen mit den Öffentlichen fahren. Dazu kommt, dass auch viele aus Brandenburg hier bei uns ihr Auto abstellen, manchmal auch an Stellen, wo es uns nicht so recht ist, und dann öffentlich weiterfahren. Deshalb brauchen wir einfach einen dichteren öffentlichen Personennahverkehr.

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Ostdeutschland: Selten zuvor wurde über so viel Zukunft entschieden

Via „Zeit Online“:

Für Deutschland wird 2019 das wahrscheinlich wichtigste Jahr nach dem Mauerfall: In drei ostdeutschen Bundesländern wird gewählt. Und Reaktionäre stellen die Machtfrage.

Es hat Jahre gegeben, in denen die Menschen im Osten trotz all der ungeheuerlichen Umwälzungen, die sie in den Neunzigern erfuhren, einfach ruhig vor sich hingelebt haben. Gemeint sind die Jahre zwischen 2005 und 2015. Im Jahr 2005 waren noch einige, wenn auch vergeblich, gegen die Einführung von Hartz IV auf die Straße gegangen. Danach kamen zwar die großen Unternehmen nicht, auf die man gehofft hatte; verließen die Jungen diesen Landstrich noch immer beharrlich; gelang es dem Großteil der Menschen immer noch nicht, sich ein Vermögen aufzubauen. Dennoch: Es kehrte ein gewisser Friede ein.

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Für Arme und Alte ist sogar am Stadtrand kein Platz mehr

Die „Berliner Zeitung“ berichtet:

Die hohen Mieten haben vor allem sozial schwache Menschen an die Peripherie getrieben. Viele haben im Kosmosviertel eine Bleibe gefinden. Nun wird es auch hier teurer. Die Angst erneuter Verdrängung geht um.

Sie hat nicht viel Geld, sonst wäre sie jetzt nicht hier. So ist das bei fast allen, die in der Bäckerei am Ende der kleinen Geschäftszeile sitzen. Manuela Preussner kam aus Nord-Köpenick, die Familie, die an der Rückwand ihr Frühstück isst, aus Rudow, der Alte am Fenster aus Britz. Wo sie früher wohnten, mussten sie weg. Manuela Preussner will nicht noch einmal weg. Sie möchte bleiben.

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Aktiv gegen Armut: Zwei Welten

Ein Blick nach München via „Süddeutsche Zeitung“:

In manchen Vierteln lebt Arm und Reich eng beieinander, sagt Regsam-Geschäftsführerin Martina Hartmann. Ein Gespräch über das verbreitete Gefühl der Isolation – und wie quartiersbezogene Strategien helfen können

Interview von Thomas Kronewiter

„Aktiv gegen Armut“ wird an diesem Samstag Regsam, das Regionale Netzwerk für soziale Arbeit. Neun Tage lang beteiligen sich die Sozialarbeiter in 13 der 25 Münchner Stadtbezirke und die Regsam-Netzwerker an einer stadtweiten Veranstaltungsreihe. Martina Hartmann, die Regsam-Geschäftsführerin, erläutert, worum es geht.

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Jugendämter in Berlin schlagen Alarm

Der „Tagesspiegel“ schreibt:

Die Jugendämter suchen dringend nach Fachkräften und haben mit steigenden Fallzahlen zu kämpfen. Ein Überblick über die Herausforderungen.

Darum haben Jugendämter in Berlin mehr zu tun

Jede Gesellschaft baut auf die nachfolgende Generation. In einer Großstadt wie Berlin mit hoher Scheidungsrate, prekären Wohnverhältnissen und vielen Eltern mit seelischen Problemen brauchen aber viele Menschen Hilfe vom Staat. Hier greifen vor allem die Jugendämter. „Wir haben eine kontinuierlich steigende Belastung“, sagt etwa Falko Liecke, (CDU), stellvertretender Bezirksbürgermeister und Stadtrat für Jugend und Gesundheit in Neukölln.

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Studie: Zahl der Hartz-IV-Bezieher wird nicht kleiner

Das „Migazin“ berichtet:

Die Zahl der Hartz-IV-Bezieher verharrt auf hohem Niveau: Sechs Millionen Menschen beziehen die Hilfsleistung. Darunter sind auch Asylbewerber, weil sie dem Arbeitsmarkt noch nicht zur Verfügung stehen.

Die Zahl der Hartz-IV-Bezieher ist laut einer Studie trotz des Arbeitsmarktbooms seit 2011 nicht zurückgegangen. Sie liegt relativ konstant nahe der Sechs-Millionen-Marke, wie aus einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht. Die Zahl der unter Armut leidenden Kinder ist dem Deutschen Kinderschutzbund zufolge deutlich höher als bisher bekannt.

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Marzahn-Hellersdorf: Weiblich, alleinerziehend – und die Armut ist programmiert

Der „rbb“ berichtet:

In keinem anderen Berliner Bezirk leben so viele Alleinerziehende wie in Marzahn-Hellersdorf. Sie sind besonders oft von Armut betroffen. Franziska Ritter hat sich dort umgehört, was das für die Kinder bedeutet.

Die Tangermünder Straße in Berlin-Hellersdorf: Plattenbausiedlungen so weit das Auge reicht. Dazwischen steht die Arche, ein ehemaliges Schulgebäude, über dessen Hof zig Kinder und Jugendliche toben. Bis zu 200 kommen Tag für Tag nach der Schule hierher: um Mittag zu essen, Hausaufgaben zu machen oder zu spielen. Die Arche sei wie ein Jugendclub für Kinder, erklärt Tim Rauchhaus, der die Einrichtung leitet.

Hinter der Arche steht ein Verein, den ein evangelischer Pastor 1995 in Berlin gegründet hat, und der sich fast vollständig über Spenden finanziert: Die Arche Christliches Kinder- und Jugendwerk e.V.  ist noch in vier anderen Bezirken der Stadt aktiv und betreibt bundesweit Einrichtungen. Dass der Verein in Hellersdorf seine Zentrale hat, ist kein Zufall: Laut Sozialbericht wachsen hier 40 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren in Familien auf, die Hartz IV beziehen. Gemäß Definition sind sie arm.

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Deutsche und dänische Wohnpolitik im Vergleich: Ghettopolitik oder Soziale Stadt?

Ein sehr spannender Beitrag des „Deutschlandfunks“:

Auf die Wende folgte für den Ost-Berliner Bezirk Marzahn der soziale Niedergang. Im dänischen Gellerupparken herrscht seit den 80ern hohe Arbeitslosigkeit. Zwei soziale Brennpunkte – zwei unterschiedliche politische Strategien, die Lage zu lösen.

Kopenhagen, Ministerpräsidentenzimmer auf Schloss Christiansborg. Das dänische Fernsehen überträgt die Neujahresrede des Regierungschefs: „Heute Abend möchte ich von einer jener Balancen sprechen, von denen ich befürchte, dass sie kippen. Ja, an manchen Orten sind sie schon gekippt.“

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Armut in der Schule: „Ich habe mich so geschämt“

„Spiegel-Online“ schreibt:

Klassenfahrten, Theaterkurse, Bücher, Ranzen, Stifte – Bildung kostet Geld. Doch was ist, wenn Familien das nicht aufbringen können? Sieben Betroffene erzählen.

Es gibt Geschichten, die auf den ersten Blick von einem einzelnen Schicksal erzählen – und dann aber doch sehr viele Menschen berühren. Kürzlich machte solch eine Geschichte bundesweit Schlagzeilen: Eine Krankenschwester mit vier Kindern hatte auf Twitter davon berichtet, wie schwer es für sie ist, das Geld für Klassenfahrten und Ferienbetreuung zusammenzukratzen.

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In Gropiusstadt lebt es sich prekär

Via „Tagesspiegel“:

Kinderarmut, (Langzeit-)Arbeitslosigkeit und Bezug von Sozialleistungen bei Nicht-Arbeitslosen: Nach diesen Parametern misst das Monitoring „Soziale Stadtentwicklung“ die soziale Lage in der Stadt. Damit erhebt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Daten, die Auskunft über die aktuelle Lage in den Kiezen und deren Entwicklung in den Jahren 2015 und 2016 geben können. Das Ergebnis: Die soziale Benachteiligung in Berlin ist gesunken. Der Anteil an Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen habe sich seit 2006 halbiert, auch die Kinderarmut sinke kontinuierlich. Klingt erst mal gut. Wirft man jedoch einen detaillierten Blick in die Kieze, vor allem außerhalb des S-Bahn-Rings, sieht die Situation gleich anders aus.

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