Wo einst Menschen vom NS-System interniert waren: Wohnen in Zwangsarbeiter-Baracke

Via „LichtenbergMarzahn+“:

Kaulsdorf. An der Wuhle nahe der Kaulsdorfer Straße sind große Tafeln zu sehen – eine Open-Air-Ausstellung. Passanten können sich dort über das Zwangsarbeiterlager Kaulsdorf informieren, eines der größten in Berlin. Das Lager an der Kaulsdorfer Straße 90, errichtet auf dem Besitz des enteigneten jüdischen Eigentümers Felix Walter, diente 1939 zunächst für Arbeitskräfte der Deutschen Reichsbahn. Danach war es Durchgangslager für Wolhyniendeutsche, später Lager für französische Kriegsgefangene. Von 1942 bis 1945 wurde es als Lager für Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion genutzt. Zu DDR-Zeiten diente das Areal als Gewerbegebiet, teilweise auch zu Wohnzwecken. Ab 2012 erfolgte der Abriss der Gebäude, die vom Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf gestaltete Open-Air-Ausstellung entstand, siehe hier… . Gleichzeitig wurde die Baracke 92B unter Denkmalschutz gestellt.

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Kundgebung und Veranstaltungsreihe anlässlich des 74. Jahrestages der Befreiung Marzahns

Am Abend des 21. April 1945 begann die letzte Etappe auf dem Wege der Befreiung Berlins von der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus. Die ersten sowjetischen Einheiten der 5. Stoßarmee unter dem Befehl von Generaloberst Nikolai Erastowitsch Bersarin überschritten in der Nacht zum 22. April 1945 bei Marzahn die Stadtgrenze. Die Rote Armee kämpfte sich von allen Seiten ins Zentrum vor bis am 2. Mai 1945 Berlin endgültig kapitulierte. Mit der Befreiung der Hauptstadt war das Ende der Nazi-Diktatur nur noch eine Frage von Tagen.

Am 8. Mai 1945 kapitulierten nach sechs Jahren Krieg alle Teile der Armee des nationalsozialistischen Deutschen Reiches vor den Alliierten. Der zweite Weltkrieg und die institutionelle Herrschaft der NS-Eliten waren damit beendet.

Das Haus in der Landsberger Allee 563 ist seit vielen Jahrzehnten ein Ort des Gedenkens an die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft und zugleich Danksagung an die Anti-Hitler-Koalition und im Besonderen an die Rote Armee.

Wir möchten an diesem Tag an die Verbrechen der Nazis erinnern und den Befreier*innen danken. Wir möchten der Opfer der 12-jährigen NS-Herrschaft gedenken und uns gemeinsam gegen jede Form von neu aufkommenden Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus wenden.

Wir sagen ausdrücklich Danke an alle, die die Befreiung ermöglicht haben.

(Quelle: Antifaschistische Nachrichten Marzahn-Hellersdorf)

Zum FB-Event hier.

„Im April und Mai 2019 wird der 74. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus gefeiert. Diesen Jahrestag wollen wir mit unseren Freund*innen aus Lichtenberg begehen. Dazu finden verschiedene Aktionen rund um das Thema Befreiung statt. Eine Übersicht aller Veranstaltungen findet ihr auf dem Blog des Bündnisses „Kein Vergessen“.“

„Politischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Marzahn-Hellersdorf (1933 bis 1945)“

:::Veranstaltungstipp:::

Am 09. April 2019 findet ab 17:00 Uhr im Stadtteilzentrum Kaulsdorf des Vereins MITTENDRIN leben e.V. ein Vortrag zum Thema „Politischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Marzahn-Hellersdorf (1933 bis 1945)“ statt. Als Referent wird Dr. Manfred Teresiak einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten von Widerstandskämpfer*innen in den damaligen Dörfern am östlichen Berliner Stadtrand geben.

Das Stadtteilzentrum Kaulsdorf befindet sich in der Brodauer Straße 27-29, 12621 Berlin. Der Eintritt ist kostenfrei.

Von Neonazis gehetzt: Wie Omar Ben Noui in einem Hauseingang den Tod fand

Die „Berliner Zeitung“ berichtet:

Das Haus, in dem Omar Ben Noui vor 20 Jahren verblutete, steht nicht mehr. Der DDR-Plattenbau ist der Stadtumgestaltung in Guben zum Opfer gefallen. Und so erinnert heute nur noch eine Gedenkplatte im Boden an den 28-jährigen Algerier, der eigentlich Farid Guendoul hieß, und den Neonazis in der Nacht auf den 13. Februar 1999 in den Tod hetzten. Am kommenden Sonnabend wird an dem Erinnerungsort eine Gedenkveranstaltung stattfinden, an der auch Vertreter der Stadtverwaltung teilnehmen.

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Heimatverein fordert Entschuldigung

Via „LichtenbergMarzahn+“:

Marzahn-Hellersdorf. Das Stille Gedenken anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Parkfriedhof Marzahn am Sonnabend, 26. Januar, ist massiv von Vertretern der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes /Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BDA) e.V. behindert worden, kritisiert der Heimatverein Marzahn-Hellersdorf. „Der Heimatverein distanziert sich von diesem provokativen Auftreten und erwartet eine öffentliche Entschuldigung“, schreibt er in einer Pressemitteilung. Vertreter des VVN/BDA waren mit Transparenten an der Stele auf dem Parkfriedhof erschienen und hatten sich AfD-Mitgliedern bei der Kranzniederlegung in den Weg gestellt. Vorausgegangen war dieser Aktion ein offener Brief der VVN/BDA, in dem die Vereinigung sich gegen die Teilnahme von AfD-Vertretern an öffentlichen Gedenkveranstaltungen aussprach. Darin hieß es u.a., dass die Alternative für Deutschland ihre Teilnahme lediglich nutze, um sich „als vermeintlich ganz normale demokratische Partei“ dazustellen. Und weiter: „Die AfD ist das größte parteiförmige Sammelbecken für Nationalist*innen, Rassist*innen und Antisemit*innen in Deutschland.“

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Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus

Die BVV Marzahn-Hellersdorf wird sich zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus mit einer Feierstunde gegen das Vergessen wenden (am Donnerstag, den 24.1.2019) und am Samstag um 11.00 Uhr auf dem Parkfriedhof zum stillen Gedenken treffen!

Siehe auch:
Das Denkmal auf dem Parkfriedhof erinnert an Zwangsarbeiter im Bezirk

Finissage zur Ausstellung Stolpersteine in Marzahn-Hellersdorf

Die Ausstellung im Rahmen der „Gedenkwoche 80 Jahre Reichspogromnacht“ wurde vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf“ in Kooperation mit dem Bezirksmuseum initiiert und organisiert. Sie erinnert an die Opfer der Judenverfolgung während der Nazizeit und wird in der Mark-Twain-Bibliothek bis 27.01.2019 zu sehen sein. Mit dieser Präsentation der Schicksale jüdischer Menschen in den heutigen Ortsteilen Biesdorf, Mahlsdorf und Kaulsdorf gedenken wir stellvertretend der vielen Millionen Opfer jener unmenschlichen, Gewalt verherrlichenden, antisemitischen, rassistischen und nationalistischen Ideologie, die von 1933 bis 1945 in Deutschland Staatsdoktrin wurde. Gleichzeitig verbinden wir mit der Ausstellung das Versprechen, gemeinsam mit allen friedliebenden Marzahn-Hellersdorfer*innen dafür einzutreten, dass sich dieses düstere Kapitel deutscher Geschichte nicht wiederholt. Die Vernissage fand am 09.11.2018 statt in Anwesenheit von Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages.
Zur Finissage wird Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle die Ausstellung offiziell beschließen. Den musikalischen Rahmen gestaltet die Jazz-Musikerin, Autorin und Menschenrechtlerin Dotschy Reinhardt.

Anmeldung erbeten unter Telefon 54 704 142 oder über die Webseite www.berlin.de/bibliotheken-mh

Eintritt frei, Austritt: eine Spende an den Förderverein Stadtbibliothek MarzahnHellersdorf e.V. zur Mitfinanzierung der Veranstaltung.
Bei einigen Veranstaltungen in der Stadtbibliothek machen wir Fotos und/oder Videos, die ggf. auf unserer Webseite, denen unserer Partner, Facebook oder Instagram veröffentlicht werden.

Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf e.V.

FB-Veranstaltung hier.

Ausstellung: Töten aus Überzeugung – Die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde in Deutschland und Europa

Via Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf:

Am Freitag, dem 1. Februar 2019, beginnt in der Volkshochschule Marzahn-Hellersdorf die Ausstellung „Töten aus Überzeugung“ unter der Schirmherrschaft von Manuela Schmidt, Vizepräsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses.

Töten aus Überzeugung – die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde in Deutschland und Europa – unter diesem Titel präsentiert die PINEL gGmbH eine Ausstellung über die Ermordung von Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Als Grundlage diente der „Euthanasie“- Erlass Hitlers im Herbst 1939. Euthanasie – unter diesem beschönigenden Begriff („eu“ = sanft, schön, gut; und „thanatos“ = Tod, beide Wörter aus dem Griechischen) startete die Aktion.
Über 300.000 Menschen kamen dabei in sogenannten „Heilstätten“ und in Lagern ums Leben. Besonders erschütternd an den Ereignissen ist, dass die Urheber der Ermordungsprogramme tatsächlich der Überzeugung waren, dass Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen kein Lebensrecht hätten und ihre Existenz als „lebensunwert“ einstuften. Mit hohem Organisationsaufwand und gründlicher Durchsetzungskraft wurde diese Überzeugung in die Tat umgesetzt.

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Offener Brief: Am 27. Januar – Kein Gedenken an die Opfer des Naziregimes zusammen mit der AfD!

Via „VVN – Berlin“:

Auf einer Mitgliederkonferenz der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. am 1. Dezember 2018 beschlossen die Teilnehmenden sich ausdrücklich öffentlich gegen die Teilnahme von AfD-Funktionär*innen an öffentlichen Gedenkveranstaltungen auszusprechen. Vertreter*innen einer Partei, deren Parteiführung und Funktionär*innen immer wieder die Verbrechen der Wehrmacht relativieren, in NS-Gedenkstätten provozieren und das Erinnern an den NS als „Verengung der deutschen Erinnerungskultur“ (Grundsatzprogramm der AfD) begreifen, sind auf solchen Veranstaltungen nach unserer Meinung fehl am Platz.

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Gedenken an die Novemberpogrome vor 80 Jahren in Marzahn-Hellersdorf

Bericht des Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf zu den bezirklichen Aktivitäten im Rahmen der Gedenkwoche zum 80.Jahrestag der Reichspogromnacht:
 
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf hatte aus diesem Anlass eine Gedenkwoche organisiert, die am 5.11.2018 mit einer Auftaktveranstaltung in der Ernst-Haeckel-Oberschule in Hellersdorf, einer Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, begann.
Eingeladen war dazu, Dotschy Reinhardt, eine Künstlerin und Vertreterin der Sinti und Roma in Deutschland, die mit ihren Liedtexten und klaren Worten noch einmal einen anderen Blickwinkel auf die Geschehnisse von damals und was sie für heute bedeuten, legte.  Der Abend wurde mit Musik und Gesprächsrunden gestaltet. In Interviews, die von Mitgliedern des Bündnisses mit Schüler*nnen und Lehrer*innen geführt wurden, berichteten sie voller Enthusiasmus dem Publikum von ihren phantasie- und ideenreichen Projekten, mit denen sie sich  schon seit vielen Jahren für einen freundlichen, toleranten, weltoffenen Bezirk engagieren. Im Interview zollte auch der anwesende BVV-Vorsteher Klaus-Jürgen Dahler den engagierten Lehrer*innen und Schüler*innen seinen Respekt und brachte die Erwartung an die Zivilgesellschaft zum Ausdruck, sich weiterhin dafür einzusetzen.