Fachtag am 23. Oktober 2019: Dokumentation und Monitoring als zivilgesellschaftliche Empowermentstrategie

Erst eine rassistische Beleidigung, dann der Faustschlag ins Gesicht. Nach einer Nazi-Demonstration werden Flaschen auf Gegendemonstrant*innen geschmissen. Ein Fahrgast in der Tram zeigt mehrfach den „Hitlergruß“. An den Hauseingang wird „Juden raus“ geschmiert. An einem Stromkasten wird der Slogan „NS Zone“ entdeckt. Auf einem Aufkleber einer rechten Partei befindet sich ein homofeindlicher Spruch.

Die Berliner Register dokumentieren Vorfälle die sich in Berlin ereignen und rassistisch, extrem rechts, antisemitisch, LGBTIQ*-feindlich, sozialchauvinistisch oder behindertenfeindlich sind oder den Nationalsozialismus verharmlosen. Warum sie das tun, was die Hintergründe der Entstehung der Berliner Registerstellen waren, welche Rolle weitere themenspezifische Dokumentationsstellen spielen und wie auf alltägliche Vorfälle reagiert werden kann, wird auf dem ersten gemeinsamen Fachtag der Berliner Register Thema sein?

Die Veranstaltung richtet sich an Menschen, die sich in Berlin tagtäglich auf unterschiedliche Weise demokratisch engagieren und der Ausgrenzung von Minderheiten entgegenstellen.

Wann? 23.10.2019 14-19 Uhr, Ankommen ab 13:30 Uhr
Wo? Rathaus Lichtenberg (Möllendorfstraße 6, U-Bahnhof Frankfurter Allee)

Das Programm des Fachtags finden Sie hier.

Da die Räumlichkeiten begrenzt sind, bitten wir im Vorfeld um Anmeldung. Bitte senden Sie das ausgefüllte Anmeldeformular an die E-Mail-Adresse info@berliner-register.de. Anmeldeschluss ist am 7. Oktober 2019. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Koordinierungsstelle der Berliner Register 0152 – 04 42 57 46. Keep reading →

Pressemitteilung von ReachOut: 2018 ist die Zahl der Angriffe in Berlin gestiegen

2018 ist die Zahl der extrem rechten, rassistischen und antisemitischen Angriffe in Berlin gestiegen. Rassismus ist das häufigste Motiv.

ReachOut, die Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, verzeichnet 309 Angriffe für das Jahr 2018. Das ist ein Anstieg um 42 Gewalttaten und massive Bedrohungen im Vergleich zu 2017. Rassismus steht als Tatmotiv im Vordergrund. Mindestens 423 Menschen werden verletzt und bedroht.

Insgesamt erfasst ReachOut 309 Angriffe für das Jahr 2018 (2017: 267). Mindestens 423 (2017: 374) Menschen werden verletzt, gejagt und massiv bedroht. Darunter sind 19 Kinder und 47 Jugendliche. Außerdem mussten 19 Kinder miterleben, wie ihre Eltern geschlagen, bespuckt und gedemütigt wurden.

Über 50% der Angriffe sind rassistisch motiviert. Somit ist Rassismus mit 167 Taten das häufigste Motiv in Berlin (2017: 140 von 267). Die antisemitischen Gewalttaten sind von 13 auf 44 gestiegen. Die LGBTIQ*-feindlichen Angriffe sind nahezu konstant hoch mit 63 Taten (2017: 67). Die Attacken und Bedrohungen gegen politischen Gegner*innen sind gesunken. Gegen sie richteten sich 23 Angriffe (2017: 40). Zudem erfuhr ReachOut von 8 Angriffen gegen obdachlose Menschen.

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Siehe auch:

Rechte Angriffe in Berlin und Brandenburg nehmen zu (Tagesspiegel vom 6.3.2019)

Kampagne: Berlin solidarisch mit Opfern rechter Gewalt

Die „Berliner Zeitung“ berichtet:

Mit Plakaten, Postkarten, in sozialen Medien und mit Anzeigen sollen in Berlin mehr Empathie und Unterstützung für Opfer rechter Gewalt erreicht werden. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) stellte die Kampagne am Montag mit Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, vor.

Rechte, rassistische und homophobe Angriffe seien ein bedrückend großes Phänomen, sagte Behrendt zum Auftakt. Berlin wolle Partei für die Opfer ergreifen – „weil wir eine weltoffene Metropole sind und auch bleiben wollen”. Seine Verwaltung hat die Kampagne mit 60 000 Euro finanziert.

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Lichtenberger Register legt Jahresbericht für 2017 vor: Anzahl gemeldeter Vorfälle gesunken

„LichtenbergMarzahn+“ berichtet:

Das Lichtenberger Register zur Erfassung extrem rechter und diskriminierender Vorfälle im Bezirk verzeichnet in seinem Jahresbericht für 2017 mit insgesamt 268 gemeldeten Ereignissen einen Rückgang von etwa 25 Prozent im Vergleich zu 2016. Dort waren es noch 334 Vorkommnisse. Die Fallzahl von 2017 liegt aber noch über der von 2015 – dem Höhepunkt flüchtlingsfeindlicher Mobilisierungen im Bezirk. Damals wurden 234 Fälle dokumentiert. „Das Level ist – trotz des Abwärtstrends noch hoch“, sagt Michael Mallé, der das Lichtenberger Register seit 2008 betreut und begleitet. Weiterhin finde an drei von vier Tagen ein Vorfall in Lichtenberg statt. Weiterhin werde zwei bis drei Mal im Monat ein Mensch angegriffen oder bedroht. Rassismus sei das häufigste Motiv. „Es gibt keinen Grund zur Entwarnung.“ Mallé bittet alle Bürger, Geschädigten gegebenenfalls beizustehen und Hilfe herbeizurufen, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen.

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Pressemitteilung zu den Angriffen in Berlin 2017

Pressemitteilung von Reach Out (13.3.2018):

Die Zahlen extrem rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Berlin sind gesunken. Dennoch kein Grund zur Entwarnung.

Rassismus ist das häufigste Motiv.

ReachOut, die Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, verzeichnet 267 Angriffe für das Jahr 2017. Das ist ein erfreulicher Rückgang um fast 30% der Gewalttaten und massiven Bedrohungen im Vergleich zu 2016. Rassismus steht als Tatmotiv im Vordergrund. Trotz des Rückgangs insgesamt, finden im Wohnumfeld von Betroffenen genauso viele Angriffe wie 2016 statt. Mindestens 374 Menschen werden verletzt und bedroht.

Berlin, 13. März 2018

Insgesamt erfasst ReachOut 267 Angriffe für das Jahr 2017 (2016: 380). Mindestens 374 (2016: 553) Menschen werden verletzt, gejagt und massiv bedroht. Darunter sind 22 Kinder. Rassismus bleibt mit 140 Taten das häufigste Motiv in Berlin (2016: 233). Die LGBTI-feindlichen Angriffe sind konstant hoch mit 67 Taten (2016: 70). Die Attacken und Bedrohungen gegen politischen Gegner*innen sind gestiegen. Gegen sie richteten sich 40 Angriffe (2016: 32). Zudem sind die antisemitisch motivierten Gewalttaten von 31 auf 13 gesunken.

In den Jahren 2015 und 2016 mussten wir mit 320 und 380 Taten die höchsten Angriffszahlen seit Bestehen von ReachOut registrieren. Für das zurückliegende Jahr verzeichnen wir erstmals keinen weiteren Anstieg der Gewalttaten und der massiven Bedrohungen.

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Siehe auch:

Auswertung der Vorfälle der Berliner Register für das Jahr 2017

Rechte Gewalt in Berlin und Brandenburg: Die Rassisten sind unter uns

Bilanz rechter Gewalt vorgestellt: Auch im Wohnumfeld schlagen sie zu

Rassismus und Antisemitismus: Weniger rechte Gewalt in Berlin

Rechtsextreme Schmierereien, Propagandadelikte und Übergriffe in Marzahn-Hellersdorf bzw. Marzahn Nord im 1.Halbjahr 2017

Leider gibt es auch im Jahr 2017 weiterhin zahlreiche rechtsextreme Schmierereien, Propagandadelikte und Übergriffe zu verzeichnen. Auch in Marzahn-Nord gab es bereits einige Vorfälle. Wir bitten unsere Leser*innen Vorfälle im Stadtteil bzw. im Bezirk Marzahn-Hellersdorf auch weiterhin an die Registerstellen zu melden! In Marzahn-Hellersdorf sind dies aktuell das Verzeichnis Marzahn-Hellersdorf und das Antirassistische Register an der Alice-Salomon-Hochschule:
 
Verzeichnis Marzahn-Hellersdorf
Partnerschaften für Demokratie Marzahn und Hellersdorf
Alice-Salomon-Platz 3, 12627 Berlin
Tel.: 030 – 99 27 50 98
pfd-mh@stiftung-spi.de
Antirassistisches Register an der Alice-Salomon-Hochschule
Die Registerstelle der ASH Berlin erreichen Sie
per Mail: arreg@ash-berlin.eu
oder persönlich: während des Semesters jeden Montag von 12:00 bis 14:00 Uhr im Raum 016
oder per Post: Briefkasten im Eingangsbereich der ASH Berlin
 

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