Marzahn-Hellersdorf: Weiblich, alleinerziehend – und die Armut ist programmiert

Der „rbb“ berichtet:

In keinem anderen Berliner Bezirk leben so viele Alleinerziehende wie in Marzahn-Hellersdorf. Sie sind besonders oft von Armut betroffen. Franziska Ritter hat sich dort umgehört, was das für die Kinder bedeutet.

Die Tangermünder Straße in Berlin-Hellersdorf: Plattenbausiedlungen so weit das Auge reicht. Dazwischen steht die Arche, ein ehemaliges Schulgebäude, über dessen Hof zig Kinder und Jugendliche toben. Bis zu 200 kommen Tag für Tag nach der Schule hierher: um Mittag zu essen, Hausaufgaben zu machen oder zu spielen. Die Arche sei wie ein Jugendclub für Kinder, erklärt Tim Rauchhaus, der die Einrichtung leitet.

Hinter der Arche steht ein Verein, den ein evangelischer Pastor 1995 in Berlin gegründet hat, und der sich fast vollständig über Spenden finanziert: Die Arche Christliches Kinder- und Jugendwerk e.V.  ist noch in vier anderen Bezirken der Stadt aktiv und betreibt bundesweit Einrichtungen. Dass der Verein in Hellersdorf seine Zentrale hat, ist kein Zufall: Laut Sozialbericht wachsen hier 40 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren in Familien auf, die Hartz IV beziehen. Gemäß Definition sind sie arm.

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Armut-Studie: Kinder mit Migrationshintergrund unzufriedener

Das „Migazin“ berichtet:

Das Einkommen von einem Elternteil reicht häufig nicht mehr aus, um die Familie zu ernähren. Wenn Mütter keinen Job haben, sind Kinder laut einer Studie oft von Armut bedroht. Betroffen sind überdurchschnittlich häufig auch Kinder mit Migrationshintergrund.

Mehr als jedes zweite Kind ist einer Studie zufolge von Armut bedroht, wenn in der Familie die Mutter keine Arbeit hat. Eine hohe Armutsquote wurde auch in Familien mit Migrationshintergrund verzeichnet. Noch gravierender ist die Situation bei alleinerziehenden Müttern: Sind sie nicht erwerbstätig, wachsen die Kinder fast immer (96 Prozent) in Armut auf, wie die Bertelsmann Stiftung am Mittwoch in Gütersloh bei der Vorstellung der Studie erklärte. Die Stiftung wirbt für ein Teilhabegeld, das die Hilfen für ärmere Familien bündelt. Auch die Diakonie und das Deutsche Kinderhilfswerk mahnen bessere Hilfen für Kinder aus armen Familien an.

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Armut in der Schule: „Ich habe mich so geschämt“

„Spiegel-Online“ schreibt:

Klassenfahrten, Theaterkurse, Bücher, Ranzen, Stifte – Bildung kostet Geld. Doch was ist, wenn Familien das nicht aufbringen können? Sieben Betroffene erzählen.

Es gibt Geschichten, die auf den ersten Blick von einem einzelnen Schicksal erzählen – und dann aber doch sehr viele Menschen berühren. Kürzlich machte solch eine Geschichte bundesweit Schlagzeilen: Eine Krankenschwester mit vier Kindern hatte auf Twitter davon berichtet, wie schwer es für sie ist, das Geld für Klassenfahrten und Ferienbetreuung zusammenzukratzen.

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In Gropiusstadt lebt es sich prekär

Via „Tagesspiegel“:

Kinderarmut, (Langzeit-)Arbeitslosigkeit und Bezug von Sozialleistungen bei Nicht-Arbeitslosen: Nach diesen Parametern misst das Monitoring „Soziale Stadtentwicklung“ die soziale Lage in der Stadt. Damit erhebt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Daten, die Auskunft über die aktuelle Lage in den Kiezen und deren Entwicklung in den Jahren 2015 und 2016 geben können. Das Ergebnis: Die soziale Benachteiligung in Berlin ist gesunken. Der Anteil an Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen habe sich seit 2006 halbiert, auch die Kinderarmut sinke kontinuierlich. Klingt erst mal gut. Wirft man jedoch einen detaillierten Blick in die Kieze, vor allem außerhalb des S-Bahn-Rings, sieht die Situation gleich anders aus.

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Engagement für Alleinerziehende

Die „Berliner Woche“ berichtet:

Marzahn-Hellersdorf. Die Interessen von Alleinerziehenden sollen im Rahmen der Berliner Wohnungsbauoffensive stärker berücksichtigt werden. In einem Antrag fordert der Jugendhilfeausschuss das Bezirksamt auf, sich bei allen an der Wohnungsbauoffensive des Senats beteiligten Stellen der Berliner Verwaltung sowie der Wohnungwirtschaft dafür einzusetzen, dass Alleinerziehende bezahlbaren Wohnraum auch in Kiezen mit guter sozialer Durchmischung finden können. Neben einer guten Versorgung mit Kita- und Schulplätzen, kurzen Wegen für die Kinder sowie ausreichend Spielflächen in der Nähe soll es in den Wohnhäusern Begegnungsräume geben, um die soziale Kommunikation zu fördern. Mit einem Anteil von 37 Prozent ist Marzahn-Hellersdorf der Berliner Bezirk mit dem höchsten Anteil alleinerziehender Haushalte. Der Berliner Durchschnitt beträgt 31 Prozent.

Quelle

Gefangen in Hartz IV

Als alleinerziehende Mutter gefangen in der Hartz-IV-Spirale. Im Gespräch erkundigte sich das Inforadio in der Arche in Berlin-Hellersdorf nach den Problemen mit dem vorhandenen System:

Die deutsche Wirtschaft brummt, überall werden Arbeitskräfte gesucht – von der Aushilfe bis zur Fachkraft. Und trotzdem gibt es 800.000 Langzeitarbeitslose. Welche Probleme haben diejenigen, die erst einmal in der Hartz-IV-Spirale stecken? Für den zweiten Teil ihrer Reportage hat Inforadio-Reporterin Sylvia Tiegs in Berlin und Potsdam nach Antworten gesucht.

Mittagszeit in der „Arche“ in Berlin-Hellersdorf. Die Kantine des christlichen Kinder- und Jugendhilfswerks ist gut besucht, heute gibt’s Kürbissuppe. Wie immer kostenlos. Die „Arche“ versteht sich als Anlaufstelle für Familien, die wenig haben. Nicole zählt sich dazu. Die 31-Jährige zieht alleine fünf Kinder groß: „Der Jüngste ist anderthalb, die Älteste ist zehn.“

Ihre beiden Kleinsten hat Nicole zum Mittagessen in die „Arche“ mitgebracht; die Jungs sitzen fröhlich in ihren Hochstühlen und manschen in der Suppe rum. Aus eigener Kraft kann ihre Mutter sie nicht ernähren, Nicole und ihre Kinder leben komplett vom Staat: „Momentan von Hartz IV, Kindergeld und Unterhaltsvorschuss für die Kinder.“

Mit dem Vater der Kinder wohnt Nicole nicht zusammen, er kümmere sich aber – sagt sie. Als Lagerarbeiter verdiene er zu wenig, um sie finanziell zu unterstützen. Deshalb der Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt. Hartz IV bezieht die junge fünffach-Mutter, obwohl sie gerne arbeiten gehen würde. Aber sie kann nicht: „Mein Hauptproblem ist: Kita-Gutscheine habe ich für alle Kinder – und finde einfach keine Plätze.“

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Berlin verzeichnet erste Erfolge gegen Kinderarmut

Die „Berliner Morgenpost“ berichtet:

5700 junge Menschen weniger als noch vor einem Jahr benötigen zusätzliche Leistungen zur Grundsicherung.

Berlin. In Berlin ist weiterhin fast jedes dritte Kind auf Hartz IV angewiesen. Im Dezember 2017 lebten 172.421 Kinder und Jugendliche in einer Familie, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) bezieht. Das sind etwa 1000 weniger als 2016. Allein 76.241 dieser Minderjährigen wachsen in Haushalten von Alleinerziehenden auf. Das Armutsrisiko gilt dort als besonders hoch. Auffallend ist aber vor allem, dass weniger Kinder und Jugendliche sogenannten Aufstocker-Familien angehören, die trotz eigenen Einkommens auf zusätzliche Grundsicherungs-Leistungen (ALG II) angewiesen sind. Ihre Zahl ging von 81.682 auf 75.981 zurück.

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Familien mit geringem Einkommen: Leben am Rande der Armut

Der „Deutschlandfunk“ berichtet:

Familien in Deutschland sind ärmer als bislang angenommen – das ist das Ergebnis einer Bertelsmann-Studie. Ein Grund: Viele Leistungen kommen gar nicht bei sozialhilfeabhängigen Familien an. Aber wie sieht der Alltag von armen Familien aus? Eine Spurensuche in Berlin Hellersdorf.

Der Bezirk Marzahn Hellersdorf hat mit 37 Prozent den weitaus höchsten Anteil an Alleinerziehenden aller Berliner Bezirke. Vierzig Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren wachsen dort in Familien auf, die Hartz IV beziehen.

Nach Berechnungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung leben in Deutschland mittlerweile 18 Prozent der Minderjährigen in Ein-Eltern-Familien – in Berlin sogar jedes dritte Kind.

„Nudeln Bolognese, Paprika, Gurke, Melone. Wir packen immer 100 Teller raus, und ich denke mal, so 80 dürften das schon gewesen sein.“

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„Kinder im Blick – Ein Kurs für Eltern in Trennung“

Liebe KollegInnen,
meine Kollegin Frau Laske und ich werden am Mittwoch, den 4. Oktober wieder den Kurs „Kinder im Blick – Ein Kurs für Eltern in Trennung“ anbieten. Der Kurs umfasst insgesamt 6 Sitzungen à 3 Stunden, die jeweils mittwochs zwischen 15.30 und 18.30 Uhr stattfinden werden (mit Ausnahme der Herbstferien). Die Eltern sollten (möglichst beide) getrennt an verschiedenen Kursen teilnehmen. Der Kurs behandelt drei grundlegende Fragen:
– Wie kann ich die Beziehung zu meinem Kind positiv gestalten und seine Entwicklung fördern?
– Was kann ich tun, um Stress zu vermeiden und abzubauen?
– Wie kann ich den Kontakt zum anderen Elternteil im Sinne meines Kindes gestalten?
Das betroffene Kind sollte mindestens drei Jahre alt sein und die Eltern sollten Kontakt zum Kind haben.
Die teilnehmenden Eltern erhalten eine Arbeitsmappe, in der sie die Kursthemen für sich nachlesen und -arbeiten können. Für diese Mappen und andere organisatorische Dinge wird eine Kostenbeteiligung von 15,-€ erhoben.

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Berliner Behörden-Chaos: Viele Alleinerziehende sorgen sich um ihren Unterhalt

Die „Berliner Zeitung“ schreibt:
Nach Bürgerämtern und Kfz-Zulassungsstellen müssen Bürger jetzt auch in einer anderen Behörde deutlich länger warten als geplant. Dieses Mal trifft es Berliner, die besonders dringend Hilfe brauchen: Alleinerziehende, deren Ex-Partner keinen Unterhalt für die gemeinsamen Kinder zahlt.
27.000 Kinder waren bisher in Berlin betroffen, nach einer Gesetzesänderung sind es nun schon 44.000 Minderjährige und genau das verursacht gerade massive Probleme. Allein in Marzahn-Hellersdorf müssen 9000 Anträge bearbeitet werden. Normalerweise erhalten diese Kinder den staatlichen Unterhaltsvorschuss. Doch die bezirklichen Unterhaltsstellen sind derzeit wegen der stark gestiegenen Anzahl von Anträgen überfordert.