Oskar Negt: „Humanität setzt Bindungen voraus, die der Kapitalismus zerstört“

Via „Frankfurter Rundschau“:

Ein Gespräch mit dem Sozialphilosophen Oskar Negt anlässlich seines 85. Geburtstags.

Die politische Bildung steht heute vor enormen gesellschaftlichen Herausforderungen. Es wird die Krise der Demokratie konstatiert, rechtspopulistische Bewegungen und Parteien erstarken und die Folgen der Finanzkrise 2008 scheinen bis heute nachhaltig auf die gesellschaftspolitische Wirklichkeit und deren Wahrnehmung zu wirken. Sie haben mal formuliert, dass der Begriff der Politik ein Mangelphänomen der Linken sei, und sich folgerichtig dem Politikbegriff zugewandt. Mit welchem Politikverständnis arbeiten Sie?

In dem Band „Maßverhältnisse des Politischen“ geht es um die Frage der ursprünglichen Konnotation von Politik. Der Gesamtzusammenhang der Gesellschaft, grob gesprochen, wäre Politik. So wie Plato das vorführt: Das sind nicht Einzelteile, das sind nicht Verfassungen, sondern Politik ist die Sorge um den Zusammenhalt menschlicher Stadtgesellschaften.

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