Lehrer gegen Geflüchtete in Marzahn-Hellersdorf

Der „Tagesspiegel“ berichtet:
Wir sind eine Beratungsstelle für Opfer von Diskriminierung. Im Januar meldete sich eine Sozialarbeiterin aus einer Notunterkunft bei uns. Eine Gruppe geflüchteter syrischer Kinder hatte sich an sie gewandt. Sie berichteten, dass sie immer wieder von der Lehrerin ihrer Willkommensklasse abfällig behandelt und beleidigt wurden.
Sie sagte, dass sie nur wegen des Geldes nach Deutschland gekommen seien, dass alle Muslime schlecht über Deutschland redeten, hier das Geld nähmen und sich dann dem Islamischen Staat anschließen würden. Sie machte den Schülern auch dadurch Angst, dass sie ihnen immer wieder vermittelte, dass sie nach drei Jahren wieder in ihre Heimat zurückmüssten.
Diese Haltung erzeugte zwischen den Schülern der Willkommensklasse eine Hierarchisierung zwischen den verschiedenen Gruppen – je nach Aufenthaltsstatus. Einige Schüler übernahmen die diskriminierenden Äußerungen der Lehrerin gegenüber den geflüchteten Schülern und mobbten sie mit ähnlichen Sprüchen. Die syrischen Schüler fühlten sich in der Schule nicht mehr sicher und wollten die Schule wechseln.
Auch ein Gespräch mit der Schulleitung brachte keine Besserung: Die Lehrerin stellte es so dar, dass die Schüler wegen mangelnder Sprachkenntnisse alles missverstanden hätten. Die Bitte um einen Schulwechsel wurde nicht erfüllt.