Hellersdorf-Nord: Graffiti-Projekt „Zossener Straße“

Seit Anfang Mai 2018 läuft mit finanzieller Unterstützung des Projekts Ponte ein tolles Graffiti-Projekt auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft in der Zossener Straße. Der Abschluss dieses Projektes wird dann am 15.6.2018 mit einem großen Zuckerfest in der GU Zossener Straße gefeiert werden!:

Der Hintergrund

Als Antwort auf den Migrationssommer 2015, die bedürftige Versorgung der Notunterkünfte und den schrumpfenden freien Wohnraum in Berlin wurde das Containerdorf auf der Zossener Straße in Hellersdorf-Nord im Laufe eines Pilotprojektes von der BIM und dem LAF ins Leben gerufen. Die sogenannten „Tempohomes“ haben seitdem an Beliebtheit gewonnen., zum einen weil sie mehr als nur die Grundbedürfnisse ihrer Bewohner*innen abdecken, zum anderen weil sie relativ schnell und günstig auf- und abbaubar sind.

Andererseits tragen Containerdörfer auch immer einen Lager-Charakter mit sich. Wenig wohnlich, wenig heimatlich, auch wenn es unter diesen Umständen wie ein schwer realisierbares Ziel wirkt. Die Tempohomes stechen meist deutlich aus ihrer Umgebung hervor. Durch ihre oft grelle, weiße Fassade und ihren Aufbau, erinnern sie eher an Dörfer für Geflüchtete in Jordanien und Libanon, als an Gemeinschaftsunterkünfte im Herzen Deutschlands.

So auch das Containerdorf in Hellersdorf-Nord. Umgeben von bunten Fassaden der umliegenden Häuser, in einem der grünsten Bezirke Berlins, sind die weißen Container ein unübersehbares Dorn im Auge der Umgebung. Die Nachbar*innen beschwerten sich bereits mehrfach über die grellen, weißen Flächen. Eine solche unterschwellige Diskrepanz sollte wenn möglich vermieden werden, wenn man sich eine Integration der Bewohner*innen in den Sozialraum wünscht.

Die Ziele des Graffiti-Projektes

Wir wollen den Lager-Charakter der Tempohomes in der Zossener Straße reduzieren, es wohnlicher machen und an seine Umgebung anpassen. Bei dem Prozess versuchen wir die Bewohner*innen und Nachbar*innen aneinander anzunähern. Das soll auch als eine Art Pilotprojekt dienen, um später bei anderen Tempohomes ein ähnliches Konzept anwenden zu können. Der Bedarf dafür besteht. Durch partizipative Gestaltungsprozesse integrieren wir sowohl engagierte Bewohner*innen als auch engagierte Anwohner*innen aus der Nachbarschaft. Jugendclubs aus der Umgebung wurden bereits eingeladen. Bekannte Graffiti-Künstler*innen und partizipative Workshops für Kinder und Erwachsene mit Profis aus dem Metier sorgen für ein Ergebnis mit Vorzeigecharakter. Abgerundet wird das Ganze durch ein Einweihungsfest mit letzten „Pinselstrich“ am 15.6.2018. Dafür werden alle Künstler*innen, Teilnehmer*innen und die Nachbarschaft eingeladen, um sich bei Grill und festlicher Musik näher kommen zu können.

Projekt Ponte & GU Zossener Straße im Mai 2018