Handlungsempfehlungen des Projekt Ponte auf dem Weg zu einer offenen & integrativen/inklusiven Stadtgesellschaft im Bezirk Marzahn-Hellersdorf

An dieser Stelle veröffentlicht das Projekt Ponte die im Rahmen der Analyse für den Bezirk Marzahn-Hellersdorf erarbeiteten Handlungsempfehlungen auf dem Weg zu einer offenen & integrativen/inklusiven Stadtgesellschaft im Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

Wir möchten zur Einleitung den emeritierten Professor für Politikwissenschaften an der FU Berlin und Rechtsextremismus Experten Hans Joachim Funke zitieren, welcher eine soziale und kulturelle Wende fordert:

Wir brauchen eine soziale und kulturelle Wende. Die Politik muss sich stärker um die Probleme und Sorgen der Menschen auch in den strukturschwachen Gebieten im Osten kümmern und ihre sozialen Ängste ernst nehmen.“ Quelle: http://www.svz.de/deutschland-welt/politik/wir-brauchen-eine-soziale-wende-id14896706.html Und: „In einer Demokratie ist es wichtig, die Ängste der Menschen anzusprechen – gerade auch die Formen der sozialen Verbitterung und politischer Entfremdung von der Politik – und Antworten zu finden, ohne Lähmung zu verbreiten. Demokraten sind gefordert, gerade nicht mit Angst Politik zu machen, sondern Ängste aufzugreifen und in rationale Politik umzuwandeln. Eine demokratische Politik muss zuallererst den sozialen Ängsten Gehör verschaffen, um dann Schritte zur Abmilderung sozialer Härten und politischer Verunsicherung zu gehen. Dies geschieht durch die Sicherung von bezahlbaren Wohnraum, durch eine Bildungspolitik, in der die Chancen für alle gleich sind, durch eine umfassende Arbeitsmarktpolitik mit der Sicherung von Mindestlöhnen und der entschiedenen Hilfe für Langzeitarbeitslose. Eine solche Politik der sozialen Gerechtigkeit und Solidarität ist immer auch eine Politik des Friedens.

Die Politik muss vor Ort auf die Probleme der Bürger neue Antworten finden und ihnen ihre Sorgen, dass sie benachteiligt werden, nehmen. Es geht um die Glaubwürdigkeit von Eliten, demokratisch gewählten Repräsentanten und damit der Demokratie insgesamt. Es geht um einen fairen Umgang mit Einheimischen ebenso wie mit Zugezogenen oder Flüchtlingen, um so der humanitären Selbstverpflichtung wie der sozialen und kulturellen Integration gerecht zu werden. Politik, Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit sind herausgefordert, die Dynamik von rechts einzudämmen. Hierzu gehört nicht zuletzt ein Überdenken der Wirtschafts- und Sozialpolitik. (…) Fest steht aber, dass es dazu großer Anstrengungen einer breiten demokratischen Front bedarf.“  (Quelle: Funke, Hajo (2016): Von Wutbürgern und Brandstiftern, Berlin: Verlag für Berlin-Brandenburg. S.163-164)

Demokratie ist laut Funke eine Lebensform und es kann gelingen Jugendliche bzw. Menschen allgemein auf Stadtteilebene bzw. im Sozialraum durch „spannende Projekte zu deradikalisieren“:  „Demokratische Beteiligungsformen entstehen in der konkreten Interaktion um soziale Projekte im Stadtteil, auch und gerade an sogenannten sozialen Brennpunkten“ (ebd. S.165).

Zu den Handlungsempfehlungen des Projekts Ponte geht es hier: 17-01-12_Handlungsempfehlungen des Projekt Ponte