Debatte Ostdeutsche und Migranten: Nicht in die Fallen tappen

Anetta Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung kommentiert die aktuelle Debatte in der „taz“:

Der Vergleich von Ostdeutschen und Migranten ist beliebt. Doch er beruht auf einem groben Denkfehler. Eine Replik auf Naika Foroutan.

In einem Interview mit der taz hat Naika Foroutan eine Studie angekündigt, in der die Lage der Ostdeutschen und der Migranten verglichen wird. Mit der Fragestellung, ob nicht beide Gruppen genauso diskriminiert werden und damit Erlebniswelten teilen, die geprägt sind von Demütigung, Abwertung und Benachteiligung. Täter in beiden Fällen: der Westen.

Nun, vergleichen kann man alles. In den ersten Jahren nach der Einheit, als im Osten ganze Landstriche von Rechtsextremen beherrscht und sichtbare Minderheiten aller Art gehetzt und getötet wurden, gab es kaum Ost und West vergleichende Forschung zu Rassismus oder Antisemitismus. Das war eine vertane Chance. Das zentrale deutsche Thema, der Umgang mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, war bis auf wenige Ausnahmen ausgeblendet.

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Weitere Debattenbeiträge:

Sind Ostdeutsche auch Migranten? (NDR am 11.6.2018)

Willkommen im Club (Zeit vom 20.5.2018)

Sind Ossis auch nur Migranten? (Spiegel vom 19.5.2018)

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