Auf Spurensuche in Marzahn

Das „Neue Deutschland“ schreibt:

Mit einer Performance thematisieren Schüler die Verfolgung von Sinti und Roma zur NS-Zeit

Es ist ein unscheinbarer Ort zwischen Plattenbauten und S-Bahngleisen. Auf dem Areal des heutigen Otto-Rosenberg-Platzes, unmittelbar hinter dem Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße, befand sich von 1936 bis 1945 das Zwangslager für Sinti und Roma in Marzahn-Hellersdorf.

Kurz vor den Olympischen Spielen im Sommer 1936 verschleppten die Nationalsozialisten Angehörige der beiden Volksgruppen aus ganz Berlin auf den »Rastplatz Marzahn«, wie das Sammellager im Nazi-Jargon zynisch genannt wurde. Die damalige Reichshauptstadt sollte angesichts der erwarteten Gäste aus aller Welt »zigeunerfrei« sein. Schätzungsweise 1000 bis 1200 Sinti und Roma mussten in selbst gezimmerten Baracken unter menschenunwürdigen Bedingungen auf den ehemaligen Rieselfeldern außerhalb der Stadt hausen. Die ersten Familien von Sinti und Roma wurden Recherchen von Historikern zufolge im März 1943 aus dem Lager Marzahn deportiert. Die meisten von ihnen wurden später im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.

Weiterlesen