Integrationsbeauftragten fordern Bekämpfung

Der „Deutschlandfunk“ berichtet:

Die Integrationsbeauftragten des Bundes und der ostdeutschen Bundesländer fordern mehr Engagement gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

Dies sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe in ganz Deutschland, die durch gemeinsame Anstrengungen entschlossen vorangetrieben werden müsse, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Niemand dürfe aufgrund seiner Herkunft, Abstammung, Religion, sexuellen Orientierung oder sozialen Zugehörigkeit diskriminiert oder angefeindet werden. Die Integrationsbeauftragten betonen zugleich, sie nähmen die Sorgen, Befürchtungen und Probleme von Menschen, die schon immer hier lebten, genauso ernst wie von Menschen mit Einwanderungsgeschichte. So müsse der Staat rechtsstaatliche Regeln konsequent durchsetzen, damit alle Menschen in Deutschland sicher und ohne Angst vor Gewalt leben könnten.

Quelle

30.9.2018 Marzahn: Erntedankfest – Gemeinsam stark für Vielfalt und Mitmenschlichkeit

Via „Laib und Seele Marzahn“:

Rund um den 30. September 2018 öffnen die Tafeln zum 12. Mal ihre Pforten und laden im Jubiläumsjahr zum 12. Tafel-Tag ein. Unter dem Motto „Gemeinsam stark für Vielfalt und Mitmenschlichkeit“ stellen die Tafeln ihre Arbeit der interessierten Öffentlichkeit vor. Überall in Deutschland wird so auf die Armut in unserer Gesellschaft aufmerksam gemacht – und gleichzeitig für das ehrenamtliche Engagement geworben.

FB-Veranstaltung hier.

Soziologin zur Wohnungspolitik: Die Lage ist mittlerweile „demokratiegefährdend“

„Deutschlandfunk Kultur“ berichtet:

Die staatliche Wohnungspolitik sei über Jahrzehnte vernachlässigt worden, sagt Christine Hannemann. Beim Wohnen gehe es aber um die Existenz, so die Soziologin. Die Menschen hätten das Gefühl, dass ihre grundlegenden Lebenszusammenhänge nicht gestaltet werden.

Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben das Thema Wohnen seit den 90er-Jahren sträflich vernachlässigt. Das sagt Christine Hannemann, die derzeit an der Universität Stuttgart die einzige deutsche Professur in Architektur- und Wohnsoziologie innehat.

Bereis vor zwei Jahrzenten – in den 90er-Jahren – sei die Entscheidung gefallen, den kommunalen Wohnungsbestand zu privatisieren. Seitdem gebe es „keine staatliche Wohnungspolitik mehr in Deutschland beziehungsweise eine Wohnungspolitik, die viel zu gering ist“, so Hannemann.

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8.10.2018 Rathaussaal in Hellersdorf: Fachtag „Mehrsprachigkeit als Chance“

Am Montag, dem 8. Oktober 2018, von 9:00 bis 15:00 Uhr, veranstaltet die AG Mehrsprachigkeit des Integrationsbeirates Marzahn-Hellersdorf den Fachtag “Mehrsprachigkeit als Chance”. Dieser wird im Rathaussaal des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf, Alice-Salomon-Platz 3, 12627 Berlin stattfinden.

“Sprache ist der Schlüssel zur Integration!” – Dieser Satz fehlt in keiner integrationspolitischen Diskussion und wird immer wieder besonders betont. Berlin ist zweifelsohne eine interkulturelle Stadt. Interkulturalität ist meist auch verbunden mit Mehrsprachigkeit und bedarf somit innerhalb der Gesellschaft besonderer Aufmerksamkeit. In unserem Bezirk Marzahn-Hellersdorf kommen viele Personen aus einem binationalen Familienkontext und wachsen bilingual auf. Dennoch beherrschen diese Menschen andere Sprachen beziehungsweise zusätzlich weitere Sprachen, etwa ihre Muttersprache.

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Weitere Ermittlungen eingestellt

Das „Neue Deutschland“ berichtet:

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen im Falle mehrerer mutmaßlich rechter Anschläge in Neukölln eingestellt. Das teilte die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (mbr) am Mittwoch mit. Demnach erhielten sowohl Claudia von Gélieu als auch Heinz Ostermann entsprechende Post von der Staatsanwaltschaft. Eine weitere von einem Brandanschlag Betroffene erfuhr, dass die Ermittlung wegen rechter Schmiererei am Haus eingestellt wurden.

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Vergewaltigung unter Grundschülern: Die Vorgeschichte einer verstörenden Tat

Die „Berliner Zeitung“ schreibt:

Es ist ein verstörender Fall, der Fragen aufwirft. Ein Grundschüler vergewaltigt auf einer Klassenfahrt in der Uckermark einen zehnjährigen Mitschüler. Zwei Elfjährige halten das Opfer dabei fest. Der Haupttäter stammt aus Afghanistan, wie auch einer der Mittäter. Nun hat sich Gabriele K.* (Name von der Redaktion geändert) gemeldet, die diesen elfjährigen Mittäter, nennen wir ihn Sami, als ehrenamtliche Flüchtlingshelferin betreut hat – bis sie von der Tat erfuhr.

„Ich kenne viele schlimme Flüchtlingsschicksale, aber dieser Fall macht mich fassungslos und nahezu depressiv“, sagt Gabriele K. „Ich hätte das diesem Kind nicht zugetraut, ich hätte eher mit einem Vorfall gerechnet, wo es sich selber schweren Schaden zufügt.“

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Integration von Zuwanderern: Ein Land bleibt cool

Der „Spiegel“ schreibt:

Die Integration von Migranten gilt als Jahrhundertaufgabe, nun zeigt eine umfassende Studie: Die Haltung der Bürger dazu hat sich seit 2015 kaum verändert. Skeptisch sind vor allem Ostdeutsche – und Männer.

Wer in den vergangenen Monaten die Nachrichten verfolgte, begegnete ihr überall: dieser offenbar weitverbreiteten, diffusen Angst – vor Zuwanderern, Muslimen, eigentlich allem Fremden. Wenig war die Rede von wirtschaftlichen oder kulturellen Vorteilen einer Einwanderungsgesellschaft, stattdessen fielen häufig Begriffe wie „Invasoren“, „Asylindustrie“, „Islamisierung“.

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„Der Kollaps der ostdeutschen Gesellschaft war umfassend“

Wir dokumentieren die Besprechungen und Diskussionen zu Wolfgang Englers und Jana Hensels neuem Buch „Wer wir sind: Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein“:

Wer über den Osten nachdenkt, landet bei der DDR. Falsch, sagen Jana Hensel und Wolfgang Engler. Der Schlüssel zum Verständnis der ostdeutschen Gesellschaft sei die Nachwendezeit – die Überschattung der Demokratieerfahrung durch die Erfahrung der Brüchigkeit.

Was bedeutet es, ostdeutsch zu sein? Im Folgenden dokumentieren wir einen Ausschnitt aus dem Gespräch im Deutschlandfunk Kultur mit Autorin Jana Hensel und Publizist Wolfgang Engler. Beide haben sich in ihren Büchern mit ostdeutschen Identitätsfragen beschäftigt und jetzt gemeinsam den Band „Wer wir sind: Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein“ publiziert.

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Siehe auch:

„Auch die AfD wird den Osten enttäuschen“ (21.9.2018, Frankfurter Rundschau)

Wie wir zu Ostdeutschen wurden (16.9.2018, Zeit)

„Dass es enorme Spannungen gibt, lassen wir einfach geschehen“

Via „Deutschlandfunk“:

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie sieht in Gerechtigkeitsproblemen eine der Ursachen für Hass. Politiker und Journalisten müssten lernen, den Überhörten zuzuhören, sagte er im Dlf. Man könne Wut nicht mit rationalen Argumenten begegnen. Lilie wünscht sich mehr emotionale Intelligenz, „ohne Rassisten damit recht zu geben.“

Christiane Florin: Die Mails und die Nachrichten in sozialen Netzwerken sind oft in Großbuchstaben geschrieben. Mit vielen Ausrufezeichen. Es sind Schreie in Schriftform. Formuliert werden darin Vorwürfe: Ihr nehmt es nicht ernst, wenn wir Angst haben über die Straße zu gehen, vorbei an jungen, arabisch aussehenden Männern. Ihr stellt uns in die rechte Ecke, Ihr lacht uns aus, wenn wir unser Land nicht wiedererkennen, ihr lebt in eurer Multi-Kulti-Bioladen-Blase. Ihr, das sind die Politiker, die Medien, einfach die da oben.

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Was ihr tun könnt, wenn jemand rassistisch in der Bahn rumpöbelt

Das „Vice-Magazin“ schreibt:

Unsere Autorin sieht, wie ein Mitfahrer rassistisch und homofeindlich wütet. Sie will handeln – und merkt, wie schwer das ist.

Es ist kurz nach 8 Uhr an diesem Mittwoch. Müde und noch ohne Kaffee steige ich in eine Berliner Straßenbahn. Der Waggon ist relativ leer, ich habe einen Podcast auf den Ohren, doch bereits nach wenigen Sekunden höre ich eine laute, aggressive Stimme durch die Bahn tönen. Verwirrt nehme ich die Kopfhörer ab, und tatsächlich: Ein Mann mit langen, blonden Haaren sitzt alleine in einem Vierer und brüllt das große Nichts an. Er wird Mitte 40 sein, sieht aber gealtert und müde aus. Alkoholisiert scheint er nicht, sofern ich das aus sicherer Distanz sagen kann. Der Mann meint, er sei selber Linker. Friedrichshain, „sein“ Bezirk und dort, wo ich eingestiegen bin, sei „früher ein guter, linker Bezirk“ gewesen, jetzt sei er „überlaufen mit Ausländern“. Die würden schon sehen, was sie bald abbekämen, genauso wie die „ekelhaften Lesben“. Jetzt sei es an der Zeit, sich gegen „das Ungeziefer“ zu wehren. Dann holt er ein Feuerzeug heraus und fängt an zu zündeln.

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