„Die Investoren werden geil auf steigende Mieten“

Der „Tagesspiegel“ schreibt:

Berlin hat den größten Mietwohnungsmarkt Europas. Soziologe Michael Goldman erklärt im Interview, warum das für Mieter gefährlich ist.

Herr Professor Goldman, Sie sind zur Zeit auf Einladung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) in Berlin und haben in dieser Woche eine Vorlesung über „Spekulativen Urbanismus und die neue Volatilität des Stadtlebens“ gehalten. Kurz gefasst geht es Ihnen um Städte als Spekulationsobjekte. Sie haben einen Lehrstuhl für Soziologie an der Universität Minnesota-Twin Cities. Mit Blick auf Venedig beklagte die Krimiautorin Donna Leon kürzlich, dass es kaum noch möglich sei, in der Lagunenstadt einen Schuhmacher zu finden. Jeden Tag kommen neue Wellen von Kreuzfahrern an. Ist das ein Beispiel für einen Ort, der komplett ausverkauft wurde? Oder beobachtet Donna Leon einfach das Schicksal einer Touristenstadt?

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Flüchtlingsunterkünfte: Berlin hat Außenstände in Millionenhöhe

Via „Berliner Zeitung“:

Es könnte ein teures Jahr für Berlin werden. Das Land schuldet den Betreibern von Flüchtlingsunterkünften sehr viel Geld. Es geht um Millionenbeträge. Vollkommen ungeklärt ist zurzeit, ob es sich dabei um eine ein-, zwei-, oder sogar dreistellige Millionensumme handelt. Um das heraus zu finden, hat das Landesamt für Flüchtlinge (LAF) eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Bis zum Sommer sollen ehemalige und derzeitige Heimleiter ihre Ansprüche nachweisen. Bis Ende des Jahres will das Land abgerechnet haben.

10.000 Geflüchtete in Berlin haben einen Job

Via „Tagesspiegel“:

Seit 2015 sind rund 7.000 geflüchtete Arbeitnehmer in Berlin hinzugekommen. Immer mehr Betriebe bilden Geflüchteten Arbeits- und Ausbildungsplätze an.

In Berlin haben mehr als 10.000 Flüchtlinge einen Job. Die Zahlen dazu veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit am Montag. Demnach seien seit dem verstärkten Flüchtlingszuzug im Sommer 2015 fast 7.000 geflüchtete Arbeitnehmer in der Hauptstadt hinzugekommen. Laut Bernd Becking, Regionaldirektionsleiter der Agentur für Arbeit, gibt es weitere 28.000 Flüchtlinge in Berlin, „die für den Arbeitsmarkt grundsätzlich in Frage kommen“.

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Zwei Bezirksverordnete verlassen AfD-Fraktion

Der „Tagesspiegel“ berichtet:

„Nicht zu überbrückende Zerwürfnisse“: Nicole Blank und Steffen Richter haben am Mittwoch ihrer Fraktion in Marzahn-Hellersdorf den Rücken gekehrt.

Wegen interner Querelen haben zwei Bezirksverordnete der AfD in Marzahn-Hellersdorf am Mittwoch ihren Austritt aus der Fraktion erklärt. Es handelt sich um Nicole Blank und Steffen Richter. Beide gehören der BVV seit Oktober 2016 an und gemeinsam sitzen sie auch im Kultur-, im Gesundheits- und im Sportausschuss.

Künftig müssen sie sich auf einen Ausschuss beschränken. Die AfD-Fraktion schrumpft damit von 15 auf 13 Verordnete, bleibt aber nach der Linken (16) und vor CDU und SPD (jeweils 11) die zweitstärkste in der BVV.

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BENN ist komplett – alle 20 Standorte des Integrationsmanagement sind erfolgreich gestartet

Via Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen:

Im Jahr 2017 hat das Förderprogramm „BENN – Berlin Entwickelt Neue Nachbarschaften“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen seine Arbeit aufgenommen. Wie in der Koalitionsvereinbarung festgelegt, sind nun in allen 12 Bezirken an insgesamt 20 Standorten in der Umgebung großer Flüchtlingsunterkünfte Vor-Ort Teams des Integrationsmanagements „BENN-Berlin Entwickelt Neue Nachbarschaften“ tätig.

Im Jahr 2017 hat das Förderprogramm „BENN – Berlin Entwickelt Neue Nachbarschaften“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen seine Arbeit aufgenommen. Wie in der Koalitionsvereinbarung festgelegt, sind nun in allen 12 Bezirken an insgesamt 20 Standorten in der Umgebung großer Flüchtlingsunterkünfte Vor-Ort Teams des Integrationsmanagements „BENN-Berlin Entwickelt Neue Nachbarschaften“ tätig.

Das Programm wird aus Mitteln des Städtebauförderungsprogramms Soziale Stadt und des Investitionspaktes „Soziale Integration im Quartier“ umgesetzt. Das von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen in enger Kooperation mit dem jeweiligen Bezirk durchgeführte Programm ist für einen Zeitraum bis Ende 2021 angelegt und knüpft dort wo es möglich ist, an bestehende Netzwerkstrukturen an.

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Abseits der Klischees: Über Vorstadtkulturen

Via „Deutschlandkultur“:

An der Peripherie finden sich die Problemviertel: monotone Trabantenstädte, in die nur zieht, wer sich nichts anderes leisten kann, so das Vorurteil. Dabei sind die Vorstädte nicht selten Keimzelle neuer urbaner Trends.

An der Peripherie wohnen die Probleme und Klischees – zumindest wenn man vom Zentrum aus auf Vorstädte wie Berlin-Marzahn schaut. Nicht aber, wenn man dort als Fußpflegerin arbeitet und eigentlich Schriftstellerin ist: Katja Oskamp bearbeitet Hühneraugen und Hornhaut und hört tolle Lebensgeschichten. Aus dem Berliner Stadtteil, der in diesem Jahr 41 wird und damit älter als die DDR, für deren Wohnungsbauprogramm er einst als Synonym stand.

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Offene Rechnungen: Flüchtlingsheimbetreiber verklagen Senat

Die „Berliner Morgenpost“ schreibt:

Heimbetreiber in Berlin reichen Klagen ein, weil der Senat Rechnungen in Höhe von etlichen Millionen Euro nicht bezahlt hat.

Berlin.  Aus Zeiten der Flüchtlingskrise hat das Land Berlin aus den Jahren 2015 und 2016 noch zahlreiche Rechnungen offen bei den Wohlfahrtsverbänden und Heimbetreibern. Die Forderungen der Vertragspartner an das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) belaufen sich mindestens auf hohe zweistellige Millionenbeträge, es könnten aber auch mehr als 100 Millionen sein. Erste Klagen sind bei den Gerichten bereits eingegangen.

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Arm und Reich, Jung und Alt: immer seltener Tür an Tür

WZB-Studie zeigt wachsende sozialräumliche Spaltung in deutschen Städten

Arme Menschen leben in deutschen Städten zunehmend konzentriert in bestimmten Wohnvierteln. Auch junge und alte Menschen sind immer seltener Nachbarn. Das zeigen Marcel Helbig und Stefanie Jähnen in einer neuen Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Darin untersuchen sie für 74 Städte die Entwicklung der sozialräumlichen Segregation von 2005 bis 2014. Sie ist die bislang umfangreichste Studie, die mit amtlichen Daten die ungleiche räumliche Verteilung sozialer Gruppen untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass in vielen deutschen Städten die Idee einer sozial gemischten Stadtgesellschaft nicht mehr der Wirklichkeit entspricht.

In gut 80 Prozent der untersuchten Städte hat seit 2005 die räumliche Ballung von Menschen, die Grundsicherung nach SGB II beziehen, zugenommen – am stärksten dort, wo viele Familien mit kleinen Kindern (unter 6 Jahren) und viele arme Menschen leben. Den höchsten Anstieg verzeichnen ostdeutsche Städte wie Rostock, Schwerin, Potsdam, Erfurt, Halle und Weimar. Zudem schreitet die sozialräumliche Spaltung in Städten schneller voran, wo eine bestimmte Schwelle der Armutssegregation bereits überschritten ist.

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Zur Studie:

Wie brüchig ist die soziale Architektur unserer Städte?

Siehe auch:

Amerikanische Zustände im Osten

Dekonstruktion des Dorftrottels

Füchtlingspolitik der Kommunen: Aus der Wohnung zurück ins Heim

Die „taz“ schreibt“:

Viele Sammelunterkünfte sind leer, kosten aber weiter Geld. Einige Kommunen zwingen Flüchtlinge daher wieder zum Umzug.

Manche Kommunen schaffen die dezentrale Unterbringung von Geflüchteten derzeit wieder ab und verfrachten sie in Gemeinschaftsunterkünfte. Dorthin, wo nach einhelliger Meinung von Experten Isolation, Abgrenzung und ethnische Grüppchenbildung lauern.

Erkennbar ist diese Entwicklung nur an Einzelfällen, wie denen, die bei Mirjam Kruppa aufschlagen. Die Thüringer Integrationsbeauftragte wurde in den vergangenen Monaten mehrfach kontaktiert, weil Asylsuchende und Geduldete, die bereits dezentral untergebracht waren, durch die zuständigen kommunalen Behörden verpflichtet worden seien, ihre Wohnung zu verlassen und in Gemeinschaftsunterkünfte zu ziehen. „Es betrifft verstärkt asylsuchende Einzelpersonen, aber auch Familien, die bereits in Einzelwohnungen untergebracht waren“, teilt Kruppa der taz mit.

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Anschlag von Solingen: „Die deutsche Politik hat nichts gelernt“

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet:

Am 29. Mai 1993 töteten Rechtsextreme fünf Menschen in Solingen. Mehmet Daimagüler war damals in der FDP aktiv, heute vertritt er Opfer der NSU-Anschläge.

Am Dienstag jährt sich der rechtsextreme Brandanschlag von Solingen zum 25. Mal. Dabei starben am 29. Mai 1993 fünf türkischstämmige Bürger. Solingen gilt als einer der schwersten rassistischen Anschläge in der Geschichte der Bundesrepulik. Mehmet Daimagüler, 50, ist Jurist und hat im Münchner Prozess gegen den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) die Angehörigen zweier Opfer vertreten. Der gebürtige Siegener mit türkischen Wurzeln studierte in Harvard Public Administration und war in den der 1990er Jahren Mitglied im Bundesvorstand der FDP. 2017 veröffentlichte er unter dem Titel „Empörung reicht nicht“ sein Plädoyer im NSU-Prozess. Daimagüler kritisiert, dass sich in Deutschland im Umgang mit rassistischem Terror in den vergangenen 25 Jahren kaum etwas verändert habe.

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